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TU Berlin

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Forschung

Junge Wissenschaft: Tod im Fokus

Freitag, 12. Dezember 2014

Antje Kahl
Lupe

Nach zwei verheerenden Weltkriegen war der Tod in der westlichen Welt weitestgehend aus dem gesellschaftlichen Leben verdrängt. „Die Tabuisierung scheint sich in den vergangenen Jahren jedoch geändert zu haben“, sagt die Soziologin Antje Kahl. Ausgehend von der These, dass ein veränderter Umgang mit dem Tod in der Gesellschaft auch Auswirkungen hat auf den Umgang mit dem toten Körper, analysierte sie in ihrer Dissertation den Bedeutungswandel in zwei Bereichen: in der klinischen Sektion und der Bestattung.

„Meine empirische Untersuchung legt nahe, dass Praktiken des möglichst schnellen Verschwindenlassens des toten Körpers für das Bestattungswesen nicht mehr generell zutreffen“, so Antje Kahl. Deutlich werde ein anderer Umgang mit dem toten Körper zum Beispiel an der Veränderung des Abschiednehmens. Die klinische Sektion sei allerdings rückläufig. Dies sei insofern interessant, als die Obduktion wesentlich zur Entwicklung der modernen Medizin beigetragen habe. Als Ursache nennt sie ein Legitimitäts- und Statusproblem innerhalb der Medizin. Ein wichtiges Ergebnis ihrer Dissertation „Tote Körper. Zur Bedeutung des Leichnams in der gegenwärtigen Gesellschaft am Beispiel der klinischen Sektion und der Bestattung“ sei, dass der Leichnam als wissenschaftlicher Erkenntnisgegenstand im Kontext der Obduktion ab-, auf der privaten Ebene im Zusammenhang der Bestattung als Ausgangspunkt von Erlebnissen zunehme. „Für beide Bereiche muss die viel zitierte Tabuisierung des toten Körpers relativiert werden“, so Antje Kahl.

Sybille Nitsche "TU intern" Dezember 2014

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