direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Inhalt des Dokuments

Menschen

Chef(in), geh du voran!

Freitag, 16. Mai 2014

Die neu berufene Professorin Barbara Beham forscht an der Schnittstelle von Arbeits- und Privatleben

Barbara Beham studierte und promovierte an der Universität Linz
Lupe

Ihr Fazit ist eindeutig: Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu befördern, braucht es Vorgesetzte, die einen familienfreundlichen Arbeitsalltag vorleben, Chefinnen und Chefs also, die Meetings in der Kernarbeitszeit abhalten und nicht standardmäßig am Ende des Arbeitstages und die selbst auch einmal früher nach Hause gehen, um eine lange einstudierte Theateraufführung des Sohnes nicht zu verpassen. „Die besten familienfreundlichen Programme nützen nichts, wenn die Führungskräfte nicht mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf diese Weise signalisieren: Ja, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist mir wichtig“, sagt Barbara Beham. Forschungen hätten die Bedeutung der Vorbildrolle von Führungskräften immer wieder bestätigt. Aber aus den Forschungen wisse man eben auch, dass die Vorgesetzten diese Vorbildrolle noch zu oft missen lassen.

Barbara Beham ist neu berufene Professorin für das Fachgebiet Gender und Diversity-Management an der Fakultät VII Wirtschaft und Management. Ihre Professur wurde vom "Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre" gefördert. Sie untersucht, wie die Unterschiedlichkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als wichtige Ressource für ein Unternehmen oder eine Institution wie zum Beispiel auch eine Universität erschlossen und nutzbringend gemanagt werden kann, um daraus einen Wettbewerbsvorteil zu ziehen – in Zeiten von demografischem Wandel und Fachkräftemangel. „Diversity-Management geht von der Prämisse aus, dass jeder Mensch in seiner Individualität einzigartig und diese vielfältige Einzigartigkeit aufgrund von Alter, sozialer und kultureller Herkunft und familiärer Situation eine wertvolle Quelle ist für Kreativität und Innovation, aus der die Firma schöpfen kann, wenn sie Vielfalt als Ressource begreift“, sagt Barbara Beham. Sie interessiert sich für Fragen wie: Wodurch zeichnet sich eine Unternehmenskultur aus, die eine solche Vielfalt schätzt, damit Mitarbeiter von der Chance auf eine Führungsposition nicht ausgeschlossen sind, wenn sie einen pflegebedürftigen Angehörigen haben, oder die es nicht gutheißt, wenn Mitarbeiter glauben, länger im Büro sein zu müssen als der Chef?

Beim Thema Gender und Diversity-Management interessiert sich die 39-jährige Betriebswirtin, die an der Universität Linz studierte und promovierte, für Probleme an der Schnittstelle von Arbeits- und Privatleben. Den Begriff Work-Life-Balance benutzt sie nicht so gern. Sie spricht lieber von der Integration des Arbeits- und Privatlebens mit dem Ziel, zufriedene Mitarbeiter im Unternehmen zu haben. Denn von diesen profitiert ein Unternehmen, ist Zufriedenheit doch Voraussetzung für Kreativität und Produktivität.

Da Barbara Beham ebenfalls interkulturelles Management lehrt, analysiert sie auch, wie andere Länder Beruf und Familie miteinander verbinden. So ergaben vergleichende Studien in Europa, dass Teilzeit in vielen westeuropäischen Ländern vor allem von Frauen mit Kindern in Anspruch genommen wird. Aber es zeigte sich auch, dass Teilzeit ein Karrierekiller ist. Wer einmal für länger Zeit in Teilzeit war, für den wird es schwierig, wieder auf den Karrierezug aufzuspringen. „Da klafft eine Lücke“, so Barbara Beham. „Zwar unternehmen die Firmen viel, um die Arbeitszeit und auch den Arbeitsort zu flexibilisieren, aber die Karrieremodelle für das gehobene Management stecken noch sehr in den Arbeitswelten der 1960er-Jahre fest, sind eher starr als flexibel.“

Sybille Nitsche "TU intern" Mai 2014

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Piwik für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.