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TU Berlin

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Forschung

Der Diskurs um die Gentechnik

Freitag, 25. Juli 2014

Junge Wissenschaft: Samia Salem

Samia Salem
Lupe

1993 wird im Leopoldina-Diskussionskreis konstatiert, dass in Deutschland über keine Technik so viel diskutiert wurde wie über die Gentechnik. Wie diese Debatte verlief – mit dieser Frage hat sich Samia Salem in ihrer Dissertation „Die öffentliche Wahrnehmung der Gentechnik in der Bundesrepublik Deutschland seit den 1960er Jahren“ auseinandergesetzt. Da in der BRD der Diskurs um Gentechnik bis heute besonders intensiv geführt wird, lag die Vermutung nahe, dass dies eine weitere Spielart allgemeiner Technikfeindlichkeit in der BRD sein könnte. Salems Analyse der Debatte zwischen 1962, dem Jahr des berühmten Ciba-Symposiums „Man and His Future“, und 2006 bestätigte das jedoch nicht. „Nicht die Gentechnologie an sich wurde in Frage gestellt, sondern vielmehr die Art ihrer Nutzung“, sagt Salem. Das erklärt auch ihren Befund, dass die medizinische Anwendung der Gentechnologie von weiten Teilen der Öffentlichkeit befürwortet, ihr Einsatz in der Landwirtschaft dagegen überwiegend skeptisch beurteilt wird. „Und diese Diskrepanz liegt darin begründet, dass die Menschen in der Roten Gentechnik einen Nutzen für die Gesellschaft und das Individuum sehen, in der Grünen Gentechnik hingegen nicht“, so die 31-jährige Wissenschafts- und Technikhistorikerin.

Auch für die Vermutung, die heftig geführte Gentechnikdebatte sei durch die nationalsozialistischen Erfahrungen beeinflusst, fand Salem keine Belege in ihrer Untersuchung, die eine der ersten historischen Überblicksarbeiten zur Entstehung, Entwicklung und Veränderung der Gentechnik-Diskussion in Deutschland ist.

Sybille Nitsche "TU intern" Juli 2014

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