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TU Berlin

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Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der TU Berlin

Donnerstag, 25. Juli 2002

Der Präsident der Technischen Universität erläßt nachstehende Richtlinie zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis (AS 3/592-23.Oktober 2002). Diese Richtlinie ergeht in Ergänzung der durch den Akademischen Senat beschlossenen und entsprechend verkündeten „Grundsätze für das Verfahren bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten in der Technischen Universität Berlin“ (AS 5/552-14. Juli 1999).

Richtlinie und Verfahrensordnung beruhen auf entsprechenden Entschließungen von HRK und DFG, insbesondere den „16 Empfehlungen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“. Die Beachtung selbiger ist fundamentaler Bestandteil der Zusammenarbeit aller am Wissenschaftsprozess beteiligten Personen. Verfehlungen einzelner Mitglieder beeinträchtigen stets den Ruf der Technischen Universität Berlin als Ganzes. Die Mitglieder der Technischen Universität Berlin sind bei ihrer Aufnahme auf die Geltung und Bedeutung der Grundregeln und auf den Wortlaut dieser Regelung ausdrücklich hinzuweisen und –soweit dies möglich ist – zu verpflichten. Die Regeln sind fester Bestandteil von Lehre und Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Verstöße gegen diese Regeln werden nach den für die entsprechenden Mitgliedergruppen möglichen Sanktionen verfolgt.

Leitlinien guter wissenschaftlicher Praxis

Grundprinzip des wissenschaftlichen Arbeitens ist die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen. Sie ist zugleich ethische Norm und Grundlage der von Disziplin zu Disziplin verschiedenen Regeln wissenschaftlicher Professionalität, d.h. guter wissenschaftlicher Praxis. Es ist die Kernaufgabe der Hochschule, den Studierenden und dem wissenschaftlichen Personal diese Grundprinzipien zu vermitteln. Die Beachtung und Umsetzung guter wissenschaftlicher Praxis ist Voraussetzung für eine leistungsfähige anerkannte wissenschaftliche Arbeit, die auch im internationalen Wettbewerb Beachtung finden muss.

Die Verleihung akademischer Grade, Beförderungen, Einstellungen, Berufungen und Mittelzuweisungen sind so festzulegen, dass Originalität und Qualität als Bewertungsmaßstab stets Vorrang vor Quantität haben.

§ 1 - Leitprinzipien

Alle wissenschaftlich tätigen Mitglieder der Technischen Universität Berlin sind verpflichtet:

  • die allgemeinen Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens („Lege Artis“) zu befolgen
  • die wissenschaftlichen Basisdaten und die daraus gewonnenen Resultate zu dokumentieren
  • alle Ergebnisse konsequent selbst anzuzweifeln und sich der wissenschaftlichen Diskussion frei zu stellen
  • im Hinblick auf die Beiträge von Kooperationspartnern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Konkurrenten strikte Ehrlichkeit zu wahren,
  • die Besonderheiten der jeweiligen Fachdisziplin zu achten.

§ 2 - Leitungsverantwortung in Arbeitsgruppen

Jeder Leiter und jede Leiterin einer Arbeitsgruppe soll sich wissenschaftlich vorbildlich verhalten und trägt die Verantwortung für eine angemessene Organisation, mit welcher sichergestellt wird, dass die Aufgaben der Leitung, Aufsicht, Konfliktregelung und Qualitätssicherung eindeutig zugewiesen sind und gewährleistet ist, dass sie auch tatsächlich wahrgenommen werden. Den Verantwortlichen ist die hierzu notwendige Unterstützung durch die Hochschulleitung zu gewähren. Entsprechende Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen sollen von der Hochschulleitung oder, wenn dies tunlich erscheint, von den Fakultäten durchgeführt werden.

§ 3 - Betreuung des Wissenschaftlichen Nachwuchses

Die Leiterin, der Leiter einer Arbeitsgruppe trägt die Verantwortung für die angemessene Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Studierende, Graduierte, Promoventen oder sonst an der wissenschaftlichen Forschung beteiligte Personen). Dabei muss sichergestellt werden, dass es in jeder Gruppe eine Bezugsperson gibt, welche die Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis zu vermitteln in der Lage ist und gegebenenfalls frühzeitig etwaiges Fehlverhalten der Mitglieder ihrer Arbeitsgruppe vermeiden kann.

§ 4 - Aufbewahrungspflicht von Primärdaten

Primärdaten als Grundlage für Veröffentlichungen sind auf haltbaren und gesicherten Trägern in der Institution, in der sie entstanden sind, für 10 Jahre aufzubewahren. Merkmale, mit deren Hilfe ein Personenbezug wieder hergestellt werden kann, sind gesondert zu speichern; sie müssen gelöscht werden, sobald der Forschungszweck dies zuläßt (§ 30 Abs. 2 Berliner Datenschutzgesetz – BlnDSG). Die weitere Speicherung und Nutzung dieser Merkmale zum Zweck der Selbstkontrolle der Wissenschaft ist für 10 Jahre zulässig, wenn sie einer unabhängigen Stelle (sog. Datentreuhänder) zur sicheren Verwahrung übergeben werden.

Zu den aufzubewahrenden Unterlagen gehören auch Präparate oder diejenigen Werkstücke, an denen die Primärdaten erzielt wurden. Soweit eine Sicherung in „körperlicher Form“ nicht möglich ist, ist eine Sicherung in anderer geeigneter Form sicherzustellen. Es sind diejenigen Gegenstände, Unterlagen oder Daten aufzubewahren, aus denen die Schlüssigkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse von unabhängigen Personen/Gutachtern erkannt und nachvollzogen werden kann.

§ 5 - Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Autorinnen und Autoren wissenschaftlicher Veröffentlichungen tragen die Verantwortung für deren Inhalt stets gemeinsam. Eine sogenannte „Ehrenautorschaft“ ist ausgeschlossen.

Vorgenannte Richtlinie tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.

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