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TU Berlin

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Veranstaltungsreihe "Ins Gespräch kommen..."

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23.11.2017: Schluss mit dem Versteckspiel! – Schwul, Lesbisch, Bi-, Trans- und Intersexuell an der TU Berlin (Raum H2035)

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Liebe TU- Mitglieder,

Gerne laden wir Sie hiermit zur dritten Veranstaltung der Reihe "Ins Gespräch kommen..." ein. im Rahmen der Veranstaltungsreihe möchten wir die Diskussion über Diversity und Gleichstellung an der TU Berlin intensivieren. Die dritte Veranstaltung mit dem Titel "Schluss mit dem Versteckspiel! Schwul Lesbisch, Bi-, Trans- und Intersexuell an der TU Berlin" findet am 23. November 2017 statt.

Mike Laufenberg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZIFG (Fak. I) wird auf das Thema Homosexuellenfeindlichkeit und Heteronormativität in der Wissenschaft fokussieren.  Florian Meinhold, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am "Institut für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung" wird einige wissenschaftliche Ergebnisse zur Situation von GLBTI in der Arbeitswelt präsentieren. Abschließend wird Andrea von Kopp, Leiterin der Zentralen Studienberatung an der  "Beuth Hochschule für Technik", Perspektiven Studierender berücksichtigen: Inwiefern ist GLBTI ein wichtiges Thema für Studierende?

Eine Dienstbefreiung wurde gewährt. Spontane Teilnahme ist möglich. Für eine bessere Planbarkeit bitten wir um Anmeldung unter:

Wir freuen uns mit Ihnen in Kontakt zu kommen.

Weitere Informationen zu Raum und Zeit finden Sie auf dem obigen Flyer.

Oktober 2017: Vereinbarkeit

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In einer kleinen Runde fanden sich am Freitag Vormittag rund 15 Teilnehmer_innen verschiedener Statusgruppen zusammen um sich über das Thema „Vereinbarkeit 3.0? Tut die TU Berlin genug für die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium?“ auszutauschen. Um einen Einblick über die verschiedenen Aspekte von Vereinbarkeit zu bekommen gaben drei geladene Referentinnen einen kurzen Input:

Jana Andersen stellte die Ergebnisse ihrer Masterarbeit aus dem Jahr 2014 vor, in der sie vor allem die Väter an der TU Berlin in den Blick genommen hat. Sie konnte feststellen, dass Studierende mit Kind vielfältigen Problemen gegenüberstehen. Zwischen Vätern und Müttern sind außerdem deutliche Unterschiede festzustellen, die stark an klassische Rollenbilder erinnern: Studentinnen mit Kind übernehmen den Großteil der Kinderbetreuung, während Väter neben dem Vollzeitstudium noch arbeiten und unter anderem dadurch größere Wegzeiten in Kauf nehmen müssen. Diese Wegzeiten entstehen oft dadurch, dass sich junge Familien eine Universitätsnahe Wohnung in Berlin kaum noch leisten können und gezwungen sind, außerhalb des Stadtgebiets zu wohnen.  Auffällig ist laut Frau Andersen, dass Väter ihre Rolle in der Uni im Gegensatz zu den Müttern aber nicht thematisieren und eine strikte Trennung von Studium und Familie wünschen. Dies liegt unter anderem daran, dass Studentinnen mit Kind strukturell anerkannter sind und mehr Verständnis für ihre Situation entgegengebracht wird.

Um Studierende mit Kind zu unterstützen sollte die Online-Lehre gestärkt werden und Interessensgruppen für Studierende mit Kind an allen Fakultäten gegründet werden. Um die Wegzeiten zu verkürzen, sollte über eine Eltern-Quote bei HiWi-Jobs nachgedacht und die Vergabe von Familienwohnungen in Studierendenwohnheimen nicht strikt an den Status „Studierende“ gebunden werden.

Frau Carola Machnik, Leiterin des Familienbüros der TU Berlin, stellte zu Beginn ihres Vortrags den Familienbegriff der TU Berlin vor: „Familie ist im Verständnis der TU Berlin überall dort gegeben, wo insbesondere für Partnerinnen und Partner, für Kinder oder pflegebedürftige Personen Verantwortung übernommen wird“ und konstatierte, dass die Geschichte des Familienbüros der TU Berlin durchweg als Erfolgsgeschichte gesehen werden kann: Vielseitige Betreuungsangebote werden von allen Statusgruppen genutzt, die sechs Eltern-Kind-Zimmer werden circa 620 mal im Jahr genutzt und stoßen somit schon bald wieder an ihre Kapazitätsgrenzen. Es finden 450 Beratungen pro Jahr auf Deutsch und Englisch statt, wovon circa 50% von Männern wahrgenommen wird. Diesen Wert sieht Frau Machnik als Erfolg, obwohl der Wert für eine Technische Universität im Verhältnis zu dem hohen Männeranteil gering erscheint: Die Nachfrage ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und sie erwartet, dass sich dieser Trend weiterhin fortsetzen wird. Nachdem nun das Präsidium die Projektleitung für das “audit familiengerechte Hochschule“ übernommen hat, konnten finanzielle und personelle Ressourcen bereitgestellt und damit die Durchdringung aller Standorte, Ebenen, Bereiche  und Themenfelder angegangen werden.

Dr. Elisabeth Mantl, zertifizierte Auditorin für das audit berufundfamilie, sowie Leiterin des Kompetenzbüros für Familie, Demografie und Gleichstellung gab schließlich einen Überblick zur partnerschaftlichen Arbeitsteilung in Technik, Verwaltung und Wissenschaft. Sie zeigte auf, dass es verschiedene Einflussfaktoren auf die partnerschaftliche Arbeitsteilung gibt, es Paaren aber meist nicht gelingt das Modell der Gleichrangigkeit zuleben, welches sie bevorzugen würden. So stehen z.B. „verantwortete Elternschaft“ und die neuen Arbeitsanforderungen in starkem Gegensatz zueinander. Dadurch findet eine erzwungene Retraditionalisierung statt und mitunter hochqualifizierte Frauen können aufgrund von unflexiblen Arbeitszeitmodellen nur selten in Führungspositionen gelangen. Bei einem Selbstcheck für Organisationen, der im Plenum ausgefüllt wurde, kam heraus, dass es sich bei der TU Berlin um eine „Organisation mit modernisiert-ambivalenter Vereinbarkeitsförderung“ handelt, die sich einerseits durch ein hohes betriebliches Engagement für Vereinbarkeit und Familie auszeichnet, gleichzeitig aber noch immer vor allem Frauen in Teilzeit arbeiten und Führungskräfte und Väter bei Teilzeitarbeit Karriereeinbußen befürchten.

Der Fokus der anschließenden Diskussion lag schließlich auch darauf, dass partnerschaftliche Arbeitsteilung von Familien nur selten finanzierbar und der Gender PayGap noch nicht überwunden ist. Des Weiteren wurde festgestellt, dass Vereinbarkeit auf der Präsidiumseben zwar zu den TOP-Themen zählt, aber zur Personal- und Fakultätsebene nur in seltenen Fällen durchgedrungen ist.

Es wurde außerdem der Konsens darüber gefunden, dass die Flexibilisierung von Führung zwar erlaubt und gewollt ist, aber Führungsstellen aktuell nicht Teilzeitkompatibel sind und daher die zugrundliegenden Strukturen neu überdacht werden müssen, um beispielsweise 80%-Stellen zu schaffen. Entgegen dem Familienbegriff der TU Berlin bestand zudem der Eindruck, dass die DV-flex-Regelungen der TU Berlin hauptsächlich nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kindern zu Gute kommen.

Die Diskussion war sehr angeregt und hat dem Team der Diversity-Strategie noch einmal viele Teilaspekte von ‚Vereinbarkeit‘ verdeutlicht, die es bei der Erstellung einer Strategie zu beachten gilt.

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Kommen und den regen Austausch.

Die nächste Veranstaltung mit dem Titel „Schluss mit dem Versteckspiel! – Lesbisch, Schwul, Bi-, Trans- und Intersexuell an der TU Berlin“, zu der wir sie herzlich einladen, findet am 23.11.2017 im Raum H2035 statt.

Gerne können sie sich außerdem mit weiteren Hinweisen und Erfahrungen im Umgang mit Diversität an der TU unter dem Direktzugang 185420 vertraulich an uns wenden.

Juni 2017: Soziale Herkunft

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Die Auftaktveranstaltung der Reihe "Ins Gespräch kommen..." stand unter dem Titel "Unbekanntes Terrain- Wie soziale Herkunft den Unialltag bestimmt". Der Eröffnung der Veranstaltungreihe durch die Vizepräsidentin für Internationales und Lehrkräftebildung Prof. Dr. Angela Ittel, folgten zwei Vorträge der geladenen Referentinnen.

Dr. Angela Graf, Post-Doc am Lehrstuhl für Wissenschaftssoziologie der TU München, analysierte die Bedeutung sozialer Herkunft in Wissenschaftskarrieren. Deutlich wurde: Bereits studentische Beschäftigte kommen aus den mittleren oder höchsten gesellschaftlichen Gruppierungen. Dieses ungleiche Verhältnis verstärkt sich bis in die Wissenschaftselite. So kommen 68% der Wissenschaftselite aus dem gehobenen Bürgertum oder dem Großbürgertum, die allerdings nur 3,5% der Gesamtbevölkerung ausmachen. Selektion und Rekrutierungsprozesse seien nicht nur durch die Orientierung an erbrachten Leistungen geprägt, sondern auch durch habituelle Unterschiede in der Präsentation eigener Leistungen, Wissen über soziale Netzwerke und durch die Selbstselektion aufgrund riskanter wissenschaftlicher Karriereverläufe.

Katja Urbatsch, Gründerin und hauptamtliche Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation Arbeiterkind.de, bereicherte die Veranstaltung durch ihre Perspektiven und Erfahrungen aus der Praxis. Sie thematisierte insbesondere strukturelle Hürden, aber auch Vorurteile und Ängste mit denen Studierende konfrontiert sind, die als erste in ihrer Familie ein Studium aufnehmen. Sie plädierte nicht nur für die praktische und ideelle Unterstützung dieser Studierenden, sondern auch dafür ihre Stärken sichtbar zu machen. Studierende aus nicht akademischen Haushalten würden beispielsweise häufiger Arbeitserfahrungen ins Studium mitbringen und könnten so den akademischen Diskurs durch Perspektiven aus der Praxis bereichern.

Einen gelungenen Abschluss fand die Veranstaltung, die mit ca. 40 Teilnehmenden gut besucht war, beim informellen Austausch zu Snacks und Getränken. Wir danken allen Teilnehmenden für ihre Hinweise und den Erfahrungsaustausch über die Relevanz von sozialer Herkunft in Studium & Lehre, in der Verwaltung, in Wissenschaft & Forschung und der Bedeutung von Habitus und informellen Netzwerken für die Partizipation am akademischen Leben.

Gerne können sie sich mit weiteren Hinweisen und Erfahrungen im Umgang mit Diversität an der TU unter dem Direktzugang 185420 vertraulich an uns wenden.

 

 

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