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TU Berlin

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Veranstaltungsreihe "Ins Gespräch kommen..."

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27.04.2018: Diversitätsorientiert lehren - Eine Einführung

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Workshop für Einsteiger*innen

am 27.04.2018, 10 -13 Uhr

TU Berlin Hauptgebäude, Raum H2035

Seit der Etablierung des Begriffs "Intersektionalität" durch die US-amerikanische Rechtswissenschaftlerin Kimberlé Crenshaw Ende der 1980er Jahre gewinnen Fragen des Zusammenwirkens von Ungleichheitskategorien als intersektionale Fragestellungen auch an deutschen Hochschulen zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es einerseits um die Etablierung neuer Forschungsperspektiven, die Fragen etwa zu Geschlechterverhältnissen, Rassismus, Migration, Postkolonialer Kritik, Behinderung und sozialer Ungleichheit miteinander verbinden.

Andererseits stellen intersektionale Fragestellungen auch wichtige Herausforderungen für die Organisation der Hochschulen, von Lehre und Studium selbst dar. Diese werden häufig unter Schlagworten wie Diversität, Chancengleichheit oder -gerechtigkeit oder Antidiskriminierung diskutiert.

Im Rahmen der International Week bietet die TU Berlin unter Federführung der Vizepräsidentin Prof. Dr. Angela Ittel einen Workshop zum Thema „Diversitätsorientiert lehren“ an. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Ins Gespräch kommen“, in deren Rahmen die Themen Diversität und Gleichstellung von TU Mitgliedern diskutiert werden können.

Der Kurs, geleitet von Dipl. Pol. Pia Garske, die sich sowohl praktisch als auch wissenschaftlich intensiv mit dem Thema diversitätsorientierte Hochschullehre auseinandersetzt, gibt einen ersten Überblick über die Begriffe Intersektionalität, Diversität, Diskriminierung/-skritik und Gender. Dabei sollen Einstiegspunkte sichtbar werden, vielfältige Diskriminierungsrisiken in Lehre und Studium stärker wahrzunehmen. Im Workshop werden Sie aus der Perspektive von Lehrenden einige individuelle und strukturelle Möglichkeiten kennenlernen, diesen Diskriminierungsrisiken etwas entgegen zu setzen, und Chancen und Herausforderungen, der damit verbundenen Prozesse, diskutieren.

Der Kurs richtet sich an interessierte Einsteiger*innen ins Thema, die an der TU Berlin lehren oder mit der Organisation von Lehre beschäftigt sind. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 20 beschränkt. Um Anmeldung bis zum 25.4.2018 unter wird daher gebeten. Weitere Informationen können Sie auch dem oben aufgeführten Flyer entnehmen. Wir freuen uns auf ihre Teilnahme!

Januar 2018: Restricted Area - Racism and Sexism at German universities

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Die vierte Veranstaltung der Reihe „Ins Gespräch kommen…“ am 15.1.2018 mit dem Titel "Restricted Area: Racism and Sexism at German universities” war mit über 40 Teilnehmenden sehr gut besucht. Wir bedanken uns für Ihre Teilnahme und hoffen, dass die Veranstaltung Ihnen gefallen hat.

Im Folgenden finden Sie einen kleinen Rückblick auf die beiden Vorträge der Veranstaltung.

Prof. Dr. Sabine Hark (TU Berlin- Fak I) gab eine allgemeine Einführung in die Begriffe Rassismus und Sexismus. Sie diskutierte Rassismus und Sexismus als gesellschaftliche Matrix, durch die soziale Ungleichheit entsteht. Diese Ungleichheit wird beispielsweise durch Politik, Institutionen und gesellschaftliche, sowie individuelle Vorstellungen (re)produziert. Rassismus und Sexismus entfalten folglich ihre selektive Wirkung nicht nur in der Universität, sondern auch bereits vor dem Eintritt in die Universität. Gleichstellungspolitik an Universitäten müsse darauf gerichtet sein, die Spielregeln der Organisation zu verändern und Gleichstellung nicht an die Anpassung an die Regeln der dominanten Gruppe zu knüpfen.

Prof. Dr. Parminder Bakshi-Hamm (Internationale Berufsakademie Köln) nahm Rassismus und Geschlechterdiskriminierung an deutschen Hochschulen durch Statistiken unter die Lupe. Klar wurde, dass eine Auswertung der Daten im Bezug Rassismus besonders schwer ist, denn in den relevanten Statistiken zur Situation in Deutschland (Mikrozensus, Hochschulstatistik, Sozialerhebung des Studentenwerkes, Arbeitsmarktstatistik) würden meist nur Nationalität, Geburtsort und Erwerb der Hochschulreife im In- oder Ausland erfasst. Auch die Kategorie Migrationshintergrund wird in Teilen erfasst. Diese Daten lassen allerdings keine Aussagen über die Zugehörigkeit zu einer Ethnizität oder die Angreifbarkeit durch rassistische Diskriminierung zu. Diese fehlende Datenlage macht nur vereinzelte Aussagen zur Verknüpfung von Rassismus und Sexismus an deutschen Universitäten möglich. Beispielsweise zeigen die Daten, dass es erheblichen Unterschiede im akademischen Erfolg von Frauen unterschiedlicher nationaler Gruppen gibt, die sich vor allem über Rassismus erklären lassen. Um künftig eine bessere Datenlage zu gewinnen und Rassismus an deutschen Universitäten auch statistisch sichtbar zu machen schlug Parminder Bakshi-Hamm vor bei der Registrierung an der Universität auch Ethnizität über Selbstidentifikation zu erheben. Auch mehr Transparenz im Promotionssystem und Beschwerdeverfahren an den Unis können dazu beitragen Rassismus und Sexismus an deutschen Universitäten zu bekämpfen.

November 2017: Schwul, Lesbisch, Bisexuell, Trans- & Intergeschlechtlich

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Mike Laufenberg bei seinem Vortrag zur Homosexualitätsfeindlichkeit und Heternormativität in der Wissenschaft.
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Florian Meinhold stellt die Studie "Out im Office" vor.
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Marieke Rother stelllt die Frage, was die Diverstiy-Dimension "Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität" die TU und ihre Mitglieder angeht.
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Die Veranstaltung am 23.11.17 mit dem Titel „Schluss mit dem Versteckspiel! Schwul, Lesbisch, Bi-, Trans- und Intersexuell an der TU Berlin“ war neben den drei spannenden Vorträgen geprägt durch intensive Diskussionen und die rege Beteiligung von über 30 Teilnehmer*innen. Wir möchten uns an dieser Stelle für die Offenheit und das Vertrauen, das uns entgegen gebracht wurde, bedanken.

Allen, die nicht bei der Veranstaltung dabei sein konnten, möchten wir im Folgenden einen kleinen Überblick über die zentralen Themen der Veranstaltung bieten. Gerne können sie uns auch unter dem Direktlink (185420) von ihren Erfahrungen an der TU Berlin berichten.

Der erste Vortragende der Veranstaltung, Mike Laufenberg- Wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZIFG (Fak. I), ermöglichte über die Betrachtung der Begriffe Heteronormativität und Homosexualitätsfeindlichkeit einen kritischen Einstieg in das Thema. Homosexualitätsfeindlichkeit sei nicht als individuelle Emotion oder Abneigung zu fassen, wie etwa der Begriff Homophobie suggeriere. Vielmehr solle Homosexuellenfeindlichkeit als gesamtgesellschaftliches Phänomen, das strukturell, institutionell, kulturell und rechtlich verankert ist, betrachtet werden. Die Setzung von Zweigeschlechtlichkeit und heterosexueller Lebensweisen als Norm wird als Heteronormativität bezeichnet. Lebensweisen, die dieser Norm nicht entsprechen, werden dadurch gesellschaftlich unsichtbar und erklärungsbedürftig gemacht. Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTI* zeigt sich daher häufig sehr subtil in Form von Mikroaggressionen, die ein Gefühl vermitteln nicht dazu zu gehören. Da Heteronormativität und Homosexualitätsfeindlichkeit gesamtgesellschaftliche Phänomene sind, ist davon auszugehen, dass auch der Bereich der Wissenschaft durchdrungen wird. Hinzukommt, dass Hochschulen als Ort der gesellschaftlichen Reproduktion von Machtverhältnissen diese nicht nur aufrechterhalten, sondern sogar verstärken können. Die Hochschule sollte daher eigene Verwicklungen besonders in den Blick nehmen. In starkem Widerspruch dazu steht, dass es keine Studien zu diesem Thema an deutschen Hochschulen gibt. Studien aus dem US-amerikanische Kontext lassen aber vermuten, dass sich die Situation von LGBTI* an Universitäten z.B. nach Fachhintergrund, der Statusposition, der Karrierestufe und des Alters unterscheidet. Durch diese Studien wurde auch deutlich, dass Trans* Studierende besonders häufig Diskriminierung und Gewalt erfahren.

Im Anschluss stellte Florian Meinhold, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am "Institut für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung", ausgewählte Ergebnisse der Studie „Out im Office“ vor. In den Statistiken zeigt sich, dass sich die Offenheit der Befragten in Bezug auf ihre sexuelle und geschlechtliche Identität im Vergleich zur letzten Studie vor 10 Jahren erhöht hat. Nur noch 30% der Befragten (zuvor 51%) sprechen mit keinem am Arbeitsplatz über ihre sexuelle und geschlechtliche Identität. Im Kontrast dazu steht, dass die Diskriminierungserfahrungen am Arbeitsplatz nicht zurückgegangen sind. Erstmals wurde auch geschlechtliche Identität erfasst. Es zeigt sich das Trans* Personen deutlich weniger über ihre geschlechtliche Identität sprechen (69% sprechen mit niemand in der Arbeit). Die Befragten Trans* Personen erfahren darüber hinaus häufiger arbeitsmarktplatzrelevante Diskriminierung (25,5% Trans; 11% Cis). Die Studie belegt auch, dass sowohl das Schweigen über die eigene Identität, als auch Diskriminierungserfahrungen häufig psychosomatische Beschwerden auslösen.

Abschließend ging Andrea von Kopp, Leiterin der Zentralen Studienberatung an der  "Beuth Hochschule für Technik", auf die Perspektive Studierender ein: Inwiefern ist LGBTI* ein wichtiges Thema für Studierende? Sie betonte, dass es wichtig sei Symbolpolitik mit Leben zu füllen. Eine reine Symbolpolitik sei problematisch, da sie Diskriminierungen nur noch schwer auf struktureller Ebene thematisierbar mache und dadurch Erfahrungen von LGBTI* Personen an der Universität individualisiert und als Ausnahmen thematisiert würden. Umso wichtiger sei es, sich als Uni klar zu positionieren. Insbesondere wies sie auf eine Schutzlücke im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hin, durch die Studierende nicht durch das AGG geschützt sind. Dieser Schutz müsse durch die jeweilige Uni selbst gewährleistet werden. Konkret problematisierte sie auch, dass in der Beratung und Verwaltung nicht auf spezifische Bedürfnisse von LGBTI Studierenden geachtet würde. Zum Beispiel würde bei der Vergabe von Auslandsaufenthalten Risiken für LGBTI* Studierende in bestimmten Ländern keine Beachtung finden. Besonders problematisch sei auch, dass das Verwaltungspersonal über Möglichkeiten der Vornamensänderung wenig informiert sei. Auch in der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass in der Verwaltung ein offizielles Verfahren zur Vornamensänderung geschaffen werden muss.

Oktober 2017: Vereinbarkeit

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Charlotte Reinisch stellt die Veranstaltungsreihe "Ins Gespräch kommen..." vor.
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Carola Machnik stellt verschiedene Angebote des Familienbüros vor.
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In einer kleinen Runde fanden sich am Freitag Vormittag rund 15 Teilnehmer_innen verschiedener Statusgruppen zusammen um sich über das Thema „Vereinbarkeit 3.0? Tut die TU Berlin genug für die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium?“ auszutauschen. Um einen Einblick über die verschiedenen Aspekte von Vereinbarkeit zu bekommen gaben drei geladene Referentinnen einen kurzen Input:

Jana Andersen stellte die Ergebnisse ihrer Masterarbeit aus dem Jahr 2014 vor, in der sie vor allem die Väter an der TU Berlin in den Blick genommen hat. Sie konnte feststellen, dass Studierende mit Kind vielfältigen Problemen gegenüberstehen. Zwischen Vätern und Müttern sind außerdem deutliche Unterschiede festzustellen, die stark an klassische Rollenbilder erinnern: Studentinnen mit Kind übernehmen den Großteil der Kinderbetreuung, während Väter neben dem Vollzeitstudium noch arbeiten und unter anderem dadurch größere Wegzeiten in Kauf nehmen müssen. Diese Wegzeiten entstehen oft dadurch, dass sich junge Familien eine Universitätsnahe Wohnung in Berlin kaum noch leisten können und gezwungen sind, außerhalb des Stadtgebiets zu wohnen.  Auffällig ist laut Frau Andersen, dass Väter ihre Rolle in der Uni im Gegensatz zu den Müttern aber nicht thematisieren und eine strikte Trennung von Studium und Familie wünschen. Dies liegt unter anderem daran, dass Studentinnen mit Kind strukturell anerkannter sind und mehr Verständnis für ihre Situation entgegengebracht wird.

Um Studierende mit Kind zu unterstützen sollte die Online-Lehre gestärkt werden und Interessensgruppen für Studierende mit Kind an allen Fakultäten gegründet werden. Um die Wegzeiten zu verkürzen, sollte über eine Eltern-Quote bei HiWi-Jobs nachgedacht und die Vergabe von Familienwohnungen in Studierendenwohnheimen nicht strikt an den Status „Studierende“ gebunden werden.

Frau Carola Machnik, Leiterin des Familienbüros der TU Berlin, stellte zu Beginn ihres Vortrags den Familienbegriff der TU Berlin vor: „Familie ist im Verständnis der TU Berlin überall dort gegeben, wo insbesondere für Partnerinnen und Partner, für Kinder oder pflegebedürftige Personen Verantwortung übernommen wird“ und konstatierte, dass die Geschichte des Familienbüros der TU Berlin durchweg als Erfolgsgeschichte gesehen werden kann: Vielseitige Betreuungsangebote werden von allen Statusgruppen genutzt, die sechs Eltern-Kind-Zimmer werden circa 620 mal im Jahr genutzt und stoßen somit schon bald wieder an ihre Kapazitätsgrenzen. Es finden 450 Beratungen pro Jahr auf Deutsch und Englisch statt, wovon circa 50% von Männern wahrgenommen wird. Diesen Wert sieht Frau Machnik als Erfolg, obwohl der Wert für eine Technische Universität im Verhältnis zu dem hohen Männeranteil gering erscheint: Die Nachfrage ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und sie erwartet, dass sich dieser Trend weiterhin fortsetzen wird. Nachdem nun das Präsidium die Projektleitung für das “audit familiengerechte Hochschule“ übernommen hat, konnten finanzielle und personelle Ressourcen bereitgestellt und damit die Durchdringung aller Standorte, Ebenen, Bereiche  und Themenfelder angegangen werden.

Dr. Elisabeth Mantl, zertifizierte Auditorin für das audit berufundfamilie, sowie Leiterin des Kompetenzbüros für Familie, Demografie und Gleichstellung gab schließlich einen Überblick zur partnerschaftlichen Arbeitsteilung in Technik, Verwaltung und Wissenschaft. Sie zeigte auf, dass es verschiedene Einflussfaktoren auf die partnerschaftliche Arbeitsteilung gibt, es Paaren aber meist nicht gelingt das Modell der Gleichrangigkeit zuleben, welches sie bevorzugen würden. So stehen z.B. „verantwortete Elternschaft“ und die neuen Arbeitsanforderungen in starkem Gegensatz zueinander. Dadurch findet eine erzwungene Retraditionalisierung statt und mitunter hochqualifizierte Frauen können aufgrund von unflexiblen Arbeitszeitmodellen nur selten in Führungspositionen gelangen. Bei einem Selbstcheck für Organisationen, der im Plenum ausgefüllt wurde, kam heraus, dass es sich bei der TU Berlin um eine „Organisation mit modernisiert-ambivalenter Vereinbarkeitsförderung“ handelt, die sich einerseits durch ein hohes betriebliches Engagement für Vereinbarkeit und Familie auszeichnet, gleichzeitig aber noch immer vor allem Frauen in Teilzeit arbeiten und Führungskräfte und Väter bei Teilzeitarbeit Karriereeinbußen befürchten.

Der Fokus der anschließenden Diskussion lag schließlich auch darauf, dass partnerschaftliche Arbeitsteilung von Familien nur selten finanzierbar und der Gender PayGap noch nicht überwunden ist. Des Weiteren wurde festgestellt, dass Vereinbarkeit auf der Präsidiumseben zwar zu den TOP-Themen zählt, aber zur Personal- und Fakultätsebene nur in seltenen Fällen durchgedrungen ist.

Es wurde außerdem der Konsens darüber gefunden, dass die Flexibilisierung von Führung zwar erlaubt und gewollt ist, aber Führungsstellen aktuell nicht Teilzeitkompatibel sind und daher die zugrundliegenden Strukturen neu überdacht werden müssen, um beispielsweise 80%-Stellen zu schaffen. Entgegen dem Familienbegriff der TU Berlin bestand zudem der Eindruck, dass die DV-flex-Regelungen der TU Berlin hauptsächlich nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kindern zu Gute kommen.

Die Diskussion war sehr angeregt und hat dem Team der Diversity-Strategie noch einmal viele Teilaspekte von ‚Vereinbarkeit‘ verdeutlicht, die es bei der Erstellung einer Strategie zu beachten gilt.

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Kommen und den regen Austausch.

Die nächste Veranstaltung mit dem Titel „Schluss mit dem Versteckspiel! – Lesbisch, Schwul, Bi-, Trans- und Intersexuell an der TU Berlin“, zu der wir sie herzlich einladen, findet am 23.11.2017 im Raum H2035 statt.

Gerne können sie sich außerdem mit weiteren Hinweisen und Erfahrungen im Umgang mit Diversität an der TU unter dem Direktzugang 185420 vertraulich an uns wenden.

Juni 2017: Soziale Herkunft

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Die Auftaktveranstaltung der Reihe "Ins Gespräch kommen..." stand unter dem Titel "Unbekanntes Terrain- Wie soziale Herkunft den Unialltag bestimmt". Der Eröffnung der Veranstaltungreihe durch die Vizepräsidentin für Internationales und Lehrkräftebildung Prof. Dr. Angela Ittel, folgten zwei Vorträge der geladenen Referentinnen.

Dr. Angela Graf, Post-Doc am Lehrstuhl für Wissenschaftssoziologie der TU München, analysierte die Bedeutung sozialer Herkunft in Wissenschaftskarrieren. Deutlich wurde: Bereits studentische Beschäftigte kommen aus den mittleren oder höchsten gesellschaftlichen Gruppierungen. Dieses ungleiche Verhältnis verstärkt sich bis in die Wissenschaftselite. So kommen 68% der Wissenschaftselite aus dem gehobenen Bürgertum oder dem Großbürgertum, die allerdings nur 3,5% der Gesamtbevölkerung ausmachen. Selektion und Rekrutierungsprozesse seien nicht nur durch die Orientierung an erbrachten Leistungen geprägt, sondern auch durch habituelle Unterschiede in der Präsentation eigener Leistungen, Wissen über soziale Netzwerke und durch die Selbstselektion aufgrund riskanter wissenschaftlicher Karriereverläufe.

Katja Urbatsch, Gründerin und hauptamtliche Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation Arbeiterkind.de, bereicherte die Veranstaltung durch ihre Perspektiven und Erfahrungen aus der Praxis. Sie thematisierte insbesondere strukturelle Hürden, aber auch Vorurteile und Ängste mit denen Studierende konfrontiert sind, die als erste in ihrer Familie ein Studium aufnehmen. Sie plädierte nicht nur für die praktische und ideelle Unterstützung dieser Studierenden, sondern auch dafür ihre Stärken sichtbar zu machen. Studierende aus nicht akademischen Haushalten würden beispielsweise häufiger Arbeitserfahrungen ins Studium mitbringen und könnten so den akademischen Diskurs durch Perspektiven aus der Praxis bereichern.

Einen gelungenen Abschluss fand die Veranstaltung, die mit ca. 40 Teilnehmenden gut besucht war, beim informellen Austausch zu Snacks und Getränken. Wir danken allen Teilnehmenden für ihre Hinweise und den Erfahrungsaustausch über die Relevanz von sozialer Herkunft in Studium & Lehre, in der Verwaltung, in Wissenschaft & Forschung und der Bedeutung von Habitus und informellen Netzwerken für die Partizipation am akademischen Leben.

Gerne können sie sich mit weiteren Hinweisen und Erfahrungen im Umgang mit Diversität an der TU unter dem Direktzugang 185420 vertraulich an uns wenden.

 

 

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