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TU Berlin

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Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie

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Informations- und Kommunikationstechnologien sind in Gegenwartsgesellschaften nahezu allgegenwärtig. Doch neue Geräte und Systeme technisieren bestehende und eingeübte Praktiken, was bei der Technikentwicklung oft nicht berücksichtigt wird. Daher sind diese Geräte und Systeme allzu häufig technische Lösungen, die nach einem geeigneten Problem suchen, also einem sinnvollen Anwendungsszenario. Gleiches gilt für viele der auf diese Geräte und Systeme aufbauenden Dienste und Geschäftsmodelle. Deshalb gibt es seit langem die Forderung nach inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit im Prozess der Gestaltung von I&K-Systemen, gefasst etwa in Begriffen wie “sozio-technisches Design“ oder „Human-Centric Computing“. Solche programmatischen und technologiepolitischen Forderungen sind erfreulich, bleiben in der Praxis allerdings zumeist folgenlos. Die Forschungsprojekte im Bereich orientieren sich vor diesem Hintergrund an den folgenden Leitfragen:

  • Auf welche Weise lassen sich die Praktiken der Nutzenden – und nicht nur Visionen oder Einstellungen – erheben? Von besonderem Interesse sind dabei Methoden und Tools der Technografie (also der Mikrobeobachtung von Mensch-Technik-Interaktivität) und die Nutzung von technisch generierten Beobachtungsdaten (z.B. Video, Log-Files).
  • Wie lassen sich die so gewonnenen Erkenntnisse in den Entwicklungsprozess einspeisen, und zwar zu einem möglichst frühen Zeitpunkt? Dabei scheint eine Orientierung an der üblichen Abfolge von Bedarfs-, Akzeptanz- und Usability-Studien sinnvoll, es ist aber unklar, welche Methoden für welches Stadium sinnvoll sind. Die Verwendung von realisierten Szenarien für ergebnisoffene, auch Phantasie und Vorerfahrungen von Nutzern berücksichtigende Bedarfsstudien ist z.B. eine bislang wenig erprobte Vorgehensweise.
  • Wie lassen sich sinnvoll Nutzergruppen unterscheiden? Die häufig verwendeten Typisierungen von Technikakzeptanz oder Milieus sind sehr grobschlächtig, doch eine Verfeinerung führt schnell zu dem Problem einer nicht mehr überschaubaren Vielfalt von relevanten Parametern.
  • Wie lassen sich nicht nur die wirklichen Probleme der Entwickler, sondern auch ihre impliziten Nutzungsvorstellungen konstruktiv diskutieren und in den interdisziplinären Prozess einbeziehen? Wie kann ein integrierter Technikentwicklungsprozess als ein strukturierten Aushandlungsprozess zwischen drei ‚Parteien’ gestaltet werden: erstens Nutzern/ Stakeholdern, zweitens sozialwissenschaftlicher Begleitforschung und drittens den Entwicklern. Dafür können Konzepte und Verfahrensweisen des parteiischen Participatory Design verwendet werden.
  • Gibt es übergeordnete Designprinzipien, die als normative Leitlinien fungieren können oder gar sollten? Sich nur an den bestehenden Wünschen von Nutzern oder dem zu orientieren greift häufig zu kurz, ist innovationsfeindlich und oft auch gar nicht erwünscht. Solche Prinzipien können gegenstandsspezifisch sein, wie z.B. das salutogenetische Prinzip bei der Entwicklung seniorengerechter Technik (den Nutzern soll nichts abgenommen werden, was sie nicht noch selbst können) oder datenschutzsensitive Designvorschläge. Solche Prinzipien können aber auch gegenstandsunabhängig formuliert werden, etwa das Prinzip, eine wechselseitige Förderung der Stärken von Menschen und intelligenten Maschinen (mutual augmentation) zu befördern, oder das Prinzip, Technik „palpable“ zu gestalten.

Es besteht ein enges Arbeitsverhältnis mit dem Fachgebiet Techniksoziologie des Institutes Soziologie der TUB (Leitung: Prof. Werner Rammert). Innerhalb des ZTG besteht ein enges Arbeitsverhältnis mit dem Bereich Sicherheitsforschung.

Kontakt: Martin Meister

Ausgewählte Publikationen aus dem Bereich

  • Dienel, H.-L., A. Peine und H. Cameron 2004, New Participative Tools in Product Development for Seniors. S. 224-238 in: S. Kwon und D.C. Burdick (Hg.), Gerotechnology: Research and Practice in Technology and Ageing - A Textbook and Reference for Multiple Disciplines. Sprinter Publishing Company: New York.
  • Hahne, Michael, Eric Lettkemann, Renate Lieb und Martin Meister 2006, Going Data mit Interaktivitätsexperimenten: Eine neue Methode zur Beobachtung und Analyse der Interaktivität von Menschen und Maschinen. S. 275-309 in: Werner Rammert und Cornelius Schubert (Hg.), Technografie. Zur Mikrosoziologie der Technik. Campus: Frankfurt a.M.
  • Hahne, Michael, Martin Meister, Renate Lieb und Peter Biniok 2007, Sequenzen-Routinen-Positionen - Von der Interaktion zur Struktur. Anlage und Ergebnisse des zweiten Interaktivitätsexperimentes des INKA-Projektes. Technische Universität Berlin, Technology Studies: Berlin.
  • Meister, Martin, Kay Schröter, Eric Lettkemann, Diemo Urbig, Hans-Dieter Burkhard und Werner Rammert 2007, Construction and evaluation of social agents in hybrid settings. Approach and experimental results of the INKA project. Journal of Artificial Societies and Social Simulation, Special Section on Socionics 10 (1): jasss.soc.surrey.ac.uk/10/1/4.html.
  • Meister, Martin, Marcelo Pias, Eric Töpfer und George Coulouris 2008, Application Scenarios for Cooperation Objects and their Social, Legal and Ethical Challenges. S. 92-97 in: Florian Michahelles (Hg.) First International Conference on The Internet of Things. Adjunct Prodeedings. Zürich.
  • Pannicke, Danny, Michael Hahne, Nicolas Neubauer, Bartek Ochab, Renate Lieb, Martin Meister, Klaus Obermayer, Werner Rammert und Rüdiger Zarnekow 2010, Akzeptanzfähigkeit von Tagging-Systemen in benutzergenerierten virtuellen Welten. S. 1191-1202 in: Matthias Schumann, Lutz M. Kolbe, Michael H. Breitner und Arne Frerichs (Hg.), Multikonferenz Wirtschaftsinformatik 2010. Göttinger Universitätsverlag: Göttingen.

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Kontakt

Martin Meister
Fon: +49 (030) 314-24616
meister(at)ztg.tu-berlin.de

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Sekr. HBS 1
Hardenbergstr. 16-18
D - 10623 Berlin
Tel.: +49 (030) 314-23665
Fax:+49(030) 314-26917
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