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TU Berlin

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Methodenkompetenz des ZTG

Das ZTG verfügt über einen Pool von in vielen Projekten erprobten Methodiken, die systematisch gepflegt und in den internationalen Stand der methodologischen Forschung eingespeist und damit kritisch abgeglichen und konstruktiv weiterentwickelt werden.

Diese Methodenkompetenz versteht das ZTG als ein Angebot für die Operationalisierung von inter- und transdisziplinären Forschungsvorhaben in einer technischen Universität. Dabei sind Einzelmethoden der qualitativen und quantitativen Sozialforschung so aufbereitet, dass Kooperationen mit den Ingenieurs- und Naturwissenschaften, aber auch transdisziplinäre Forschungen ermöglicht und unterstützt werden können.

Der Pool von Methodiken des ZTG wird durch praktische Erprobung oder Neukombination bestehender Methoden laufend weiterentwickelt. Die Schwerpunkte dieser Weiterentwicklung lassen sich auf zwei Achsen verorten:

  1. Die Herausforderung für interdisziplinäre Fragestellungen besteht darin, Verfahren zu finden, wie sich verschiedene disziplinäre Weltsichten auf Augenhöhe produktiv begegnen können. In transdisziplinären Zusammenhängen ist dagegen die Herausforderung, wie sich die legitimen Sichtweisen von Laien (Stakeholdern oder ‚ganz gewöhnlichen Bürgern') in die spezifisch wissenschaftliche Erkenntnisproduktion integrieren lassen.
  2. Wissenschaftliche Methodiken lassen sich auf einer zweiten Achse danach unterscheiden, ob sie auf eine bessere Beschreibung der in Frage stehenden Realitätsausschnitte fokussieren, oder ob sie auf eine ‚Heilung' von offenkundigen Defiziten der bestehenden Muster wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion und insbesondere ingenieurialer Technikentwicklung zielen.

Quer zu diesen methodischen Foki stellt das ZTG auch Managementmethoden zur Verfügung, mit denen Prozesse der Wissensproduktion, -bewertung oder -verwertung verbessert werden sollen.

Lupe

Modellierung sozio-technischer Konstellationen

Jedes interdisziplinäre Projekt ist, ganz gleich wie die jeweils konkrete Fragestellung lautet, mit dem Problem einer hinreichenden Integration von heterogenen und häufig schlicht inkompatiblen Sichtweisen konfrontiert. Diese Integration ist unter modernen Bedingungen nicht theoretisch, also letztlich durch eine Leitdisziplin, sondern nur über geeignete methodische Verfahren möglich. Alle diese Verfahren setzen auf einem Modell des untersuchten Zusammenhanges bzw. der untersuchten Problematik auf das

  • den Einfluss natürlicher, technischer und diskursiver Elemente neben den im engeren Sinne sozialen Einflussfaktoren in angemessener Weise
  • sog. "objektive" Faktoren (alles was sich messen und quantifizieren lässt) und sog. "subjektive Faktoren" (die "Einstellungen von gesellschaftlichen Gruppen")
  • und verschiedene Ebenen der Analyse, etwa bei der Analyse von Governance-Regimen, von der lokalen über die regionale, nationalstaatliche bis hin zur EU- und globalen Ebene

berücksichtigt und Wirkzusammenhänge zwischen all diesen Dimensionen zu fassen versucht. Es ist die Spezialität des ZTG, für diese Integration über die „zwei Kulturen" hinweg gangbare und produktive methodische Wege zu entwickeln und praktisch zu erproben. Ein Beispiel für eine solche methodische Integration ist die am ZTG entwickelte Konstellationsanalyse, die das Potential grafischer Darstellungen für die kollektive Produktion - und Nutzung - von geteilten Modellen heterogener Zusammenhänge unterstützt.

Kooperation mit Praxispartnern

Die Einbeziehung der Kenntnisse und des Wissens von Praxispartnern in den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess wird seit einiger Zeit gefordert und gefördert, um der Komplexität sozio-technischer oder sozial-ökologischer Problemlagen gerecht werden zu können. Die Wissenschaft tritt in Dialog mit den verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren, damit sie etwa an der Ermittlung des tatsächlichen Bedarfes für technische Lösungen beteiligt werden, oder um ihnen die Gelegenheit zu geben, den Nachhaltigkeitsdiskurs und den Prozess seiner Umsetzung aktiv mit gestalten zu können. Diese transdisziplinäre, problemorientierte Verknüpfung unterschiedlicher Wissensformen wird in verschiedenen Themenfeldern zunehmend als unabdingbar für die Entwicklung neuer, innovativer Handlungsperspektiven erachtet.

Am ZTG werden Methoden entwickelt, um eine breitere Wissensgrundlage erheben zu können für

  • Technikentwicklungsprozesse (etwa durch Bedarfsanalysen, die gruppenspezifisches Nutzungsverhalten erheben)
  • technikbezogene Entscheidungsprozesse (etwa durch Fokus-Gruppen)
  • komplexe Aushandlungs- und Regulationsprozesse (etwa durch Modelle von Mehrebenen-Governance).

Technology Assessment

In den letzten Jahren vollzieht sich eine Öffnung der traditionellen Technikfolgenabschätzung hin zu einem breiteren Verständnis von Technikgestaltung, das gesellschaftliche Bedarfe und Problemlagen in allen Phasen des Technikgeneseprozesses zu integrieren versucht - und deutlich technikaffiner als traditionelle Ansätze ist. Methodische Bausteine für einen solchen Ansatz sind etwa

  • das Einbeziehen von Usabilitytests und Akzeptanzforschung bereits in die frühen Phasen der Technikentwicklung, und zwar nach Möglichkeit in mehreren interativen Schleifen
  • die Abschätzung des zukünftgien Verhältnisses von technischem Potential und gesellschaftlichen Bedarfen, z.B. mit Hilfe des Einsatzes von Szenarien und sozialen Experimenten
  • die Weiterentwicklung eines Nachhaltigkeits-Assessment durch multikriterielle Bewertungsverfahren.

Am ZTG besteht eine regelmäßig tagende Arbeitsgruppe, die unter Bezug auf die internationale Diskussion zum "Constructive Technology Assessment" an einem integrierten Konzept arbeitet, das insbesondere verschiedene Abschätzungs- und Gestaltungsmethodiken in einen innovativen Zusammenhang zu bringen versucht.

Partizipative Verfahren

Methodiken, die die Bedürfnisse und Expertise von Laien und Stakeholdern nicht nur erheben, sondern in den untersuchten Entwicklungs- oder Entscheidungsprozess systematisch einbeziehen, werden als partizipative Verfahren bezeichnet. Am ZTG werden solche Verfahren in drei Feldern eingesetzt und weiterentwickelt:

  • bei der Einbeziehung von Nutzungspraktiken in den Technikentwicklungsprozess (in Anlehnung an das „participatory design")
  • bei der Einbeziehung von ‚ganz normalen Bürgern' in technikbezogene Entscheidungsprozesse (etwa durch den Einsatz von Planungszellen)
  • bei der Einbeziehung von Stakeholdern, aber auch unterschiedlicher fachlicher Expertise in einen breiter angelegten Aushandlungsprozess (etwa im Ansatz der „partizipativen governance").

Ziel dieser Verfahren ist die Verbesserung des Ergebnisses und/ oder die Erhöhung der Legitimität des Aushandlungs- bzw. Entscheidungsprozesses. Ein Beispiel ist die Bürgerausstellung "Wir sind die ENERGIE der REGION..." als Teil der Ausstellung "Energieland Lausitz" der Internationalen Bauausstellung (IBA).  Die Ausstellungsplakate präsentieren einen Blick auf das Spektrum der vorhandenen Sichtweisen und Meinungen zur Zukunft der "Energieregion Lausitz" von 15 Bürgerinnen und Bürgern.

Projektmanagement

Aus der Reflexion auf die Erfahrungen in jahrelanger inter- und transdisziplinärer Praxis sind am ZTG einige systematische Unterstützungsmethodiken entwickelt und als Werkzeugkästen systematisiert worden. Das umfasst

  • Methoden für das Management inter- und transdisziplinärer Projekte, gebündelt in Form von Leitfäden
  • Methoden des qualitativen Wissensmanagements, auch durch Entwicklung geeigneter Internet-Plattformen
  • Methoden für die Durchführung von formativer Evaluation, die nicht (nur) distanziert bewertet, sondern konstruktiv begleitet.

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Zentrum Technik und Gesellschaft
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