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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Handlungsfähigkeit in der bundesdeutschen Flüchtlingsunterbringung

Projektleitung

Förderung durch

Laufzeit

09/2016-09/2018

Projektbeschreibung

Langtitel: Zwischen Verwaltungsobjekt und handlungsfähigem Subjekt. Raumkonstituierung, Subjektivierungsprozesse und Handlungsfähigkeit in der bundesdeutschen Flüchtlingsunterbringung

Während ihres Asylverfahrens wird den in Deutschland Schutz suchenden Menschen eine Unterbringung zur Verfügung gestellt. In der Realität reicht die Spannweite von Notunterkünften in Turnhallen oder ausgedienten Kasernen, über Gemeinschaftsunterkünfte in Containern, neu errichteten, sogenannten „Tempohomes“, ehemaligen Schulen oder eigens für die Flüchtlingsunterbringung konzipierten Wohngebäuden bis hin zu einzelnen Wohnungen in konventionellen Mietshäusern. Aufgrund der stark gestiegenen Antragszahlen kam es spätestens 2015 vielerorts zu Versorgungs- und Unterbringungsengpässen. Wurden infolge der Flüchtlingsprotestbewegung von 2012/2013 die Unterbringungsbedingungen und die Perspektive der Geflüchteten noch im öffentlichen Diskurs thematisiert, rückten sie mit der Infrastruktur- und Verwaltungskrise 2015 kontinuierlich in den Hintergrund.

Die Frage, wie die Unterbringung, Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe der Geflüchteten gestaltet wird, ist für ein demokratisches Gemeinwesen jedoch von zentraler Bedeutung. In den Flüchtlingsunterkünften entsteht ein spezifischer Sozialraum, der die Identitäten und die Handlungsfähigkeit der BewohnerInnen maßgeblich beeinflusst. Aus diesem Grund steht in diesem Forschungsprojekt die Innenperspektive der Geflüchteten auf ihre Unterbringung im Vordergrund. Ziel des Projekts ist es, aus einer (1) raumsoziologischen, (2) subjekttheoretischen und (3) handlungstheoretischen Perspektive ein umfassendes, systematisches und differenziertes Bild des Sozialraums Flüchtlingsunterkunft in Deutschland zu erstellen.

Das Projekt umfasst folgende zentralen Fragekomplexe:

I. Raumkonstituierung

  • Welche spezifischen Räume werden im Kontext der Flüchtlingsunterbringung erzeugt?

II. Produktion von Subjektivitäten

  • Welche Typen der Subjektivierung werden durch die spezifische Art der Raumkonstituierung produziert?

III. Generierung von Handlungsfähigkeit

  • Wie wirken sich Raumkonstituierung und Subjektivierungsprozesse auf die Handlungsfähigkeit der Geflüchteten aus?
  • Welche Strategien wenden die Geflüchteten, das Heimpersonal, die Lokalbevölkerung und zivilgesellschaftliche AkteurInnen an, um Handlungsfähigkeit auf individueller und kollektiver Ebene zu erweitern?

Das methodische Design zeichnet sich durch ein multimethodisches Vorgehen aus:

  • halbstandardisierte Einzel- und Gruppeninterviews und -gespräche mit BewohnerInnen, Heimpersonal, BehördenmitarbeiterInnen, Initiativen in der Lokalbevölkerung und überregionalen UnterstützerInnengruppen,
  • teilnehmende Beobachtung in den Unterkünften,
  • partizipative, akteurInnenzentrierte Erhebungsmethoden,
  • ExpertInneninterviews
  • Analyse von Dokumenten

Bei Fragen oder Interesse melden Sie sich bitte bei Dr. Judith Vey, oder unter 030-31426066.

 

Projektbeschreibung in weiteren Sprachen:

 

 

Publikationen

  • Vey, Judith (mit Madeleine Sauer, Expertise im Auftrag des DJI). 2016 ( i.E.). Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte: Entstehungs- und Eskalationsbedingungen. Zum Stand der Forschung und Einschätzungen zentraler beteiligter Akteure in ausgewählten Regionen. Halle (Saale): DJI
  • Vey, Judith (mit Madeleine Sauer, 2016). Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in Brandenburg. Kurzstudie im Auftrag des Aktionsbündnisses Brandenburg. (Online abrufbar)
  • Vey, Judith (Laura Sasse, Franziska Scholl und Heike Walk). 2014. Ein Kampf gegen Windmühlen? Die Flüchtlingsbewegung zwischen Residenzpflicht, Protestcamp und RechtspopulistInnen. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, 1, S. 104-107.

 

 

Zusatzinformationen / Extras

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Kontakt

Judith Vey
Tel.: +49 (0)30 314-26066
vey(at)ztg.tu-berlin.de
Raum 4.14

Sekretariat

Zentrum Technik und Gesellschaft
Sekr. HBS 1
Hardenbergstr. 16-18
D - 10623 Berlin
Tel.: +49 (0)30 314-23665
Fax: +49 (0)30 314-26917