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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit

Projektleitung

  • Dr. Melanie Jaeger-Erben

Wissenschaftliche Mitarbeiter / Projektbearbeitung

Förderung durch

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Förderschwerpunkt Sozial-Ökologische Forschung

Laufzeit

Juli 2016 – Juni 2021

Kooperationspartner

  • Forschungsschwerpunkt Technologien der Mikroperipherik in der Fakultät Elektrotechnik und Informatik der TU Berlin (link)
  • Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM (link)

Projektbeschreibung

Viele Produkte des 21. Jahrhunderts verursachen sowohl bei der Produktion als auch bei der Entsorgung signifikante Umweltauswirkungen. Allein in Deutschland fallen jährlich etwa 1,9 Mio t Elektroschrott an, weltweit wird eine Steigerung des Elektroschrotts auf 50 Mio°t bis 2018 prognostiziert. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung ist, dass bei steigender Anzahl von Produkten in Haushalten deren Nutzungsdauern zunehmend kürzer werden. Im öffentlichen Diskurs wird als Begründung für die kurzen Nutzungsdauern oft der Begriff „Obsoleszenz“ genannt. Vermutet wird dabei, dass ein Produkt, verglichen mit einem technisch möglichen Idealzustand, frühzeitig veraltet und nicht mehr gebrauchsfähig ist oder als nicht mehr funktional und brauchbar betrachtet wird. Die Nachwuchsforschungsgruppe hat zum Ziel, die Gründe für obsolet werdende Elektronikprodukte und verkürzte Nutzungsdauern zu erforschen und Strategien für einen nachhaltigeren Produktkonsum auf technischer, sozialer, gesellschaftspolitischer und ökonomischer Ebene zu entwickeln und zu bewerten. Obsoleszenz wird dabei als ein Oberbegriff für eine Bandbreite unterschiedlicher sozio-technischer Phänomene betrachtet, die jeweils unter der Berücksichtigung der Handlungslogiken und Praktiken von Akteuren in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen – Wirtschaft, Produktion, Handel, Konsum, Politik –  und ihrer Interaktionen rekonstruiert werden müssen.

Mit einem inter- und transdisziplinären Ansatz werden zunächst die Treiber von Obsoleszenz (wie Konsumpraktiken, Wirtschaftslogiken, Zuverlässigkeit von Produkten) im Bereich Elektronikprodukte identifiziert und in ihrer Interaktion beschrieben. Dies bildet die Ausgangsbasis für die Entwicklung von Szenarien, Transformationspfaden und konkreten Maßnahmen, die lange Nutzungsdauern von Elektronikprodukten technisch, wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich ermöglichen. Die sieben Mitglieder der Nachwuchsgruppe vertreten komplementäre Disziplinen (Wirtschafts-, Rechts- und Ingenieurwissenschaften, Soziologie und Psychologie), die sowohl für die Untersuchung von Treibern als auch für die Ableitung von Veränderungsstrategien eine integrative Sichtweise ergeben. Gleichzeitig sollen durch eine enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern aus Wirtschaft, Politik, Verbraucherschutz und Zivilgesellschaft diejenigen Akteure und Zielgruppen identifiziert und aktiviert werden, von denen Veränderungsprozesse ausgehen können.

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