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Soziale Bewegung, Technik und Konflikte

Auf den Schäferhund gekommen?

Dienstag, 11. Oktober 2016

Ein Workshop am 28.10.2016 zum „Schäferhund-Hoax“, kritischer Geschichtswissenschaft und akademischem Trendsurfing

Termin: Freitag, 28. Oktober 2016, 10-18 Uhr
Ort: Technische Universität Berlin, Hardenbergstr. 16-18, 10623 Berlin
Räume:
HBS 002 oder HBS 005

Der „deutsch-deutsche Schäferhund“ geistert seit dem Frühjahr durch
Online-Medien und die deutsche Presse. Während die Wissenschaftsparodie
von Alan Sokal vor 20 Jahren jedoch ausführliche Debatten nach sich zog,
hat der Hunde-Hoax, mit dem eine Gruppe anonymer Satiriker*innen auf
einer Berliner Nachwuchstagung zu Human-Animal-Studies und in der
Hauszeitschrift des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts reüssierte,
innerhalb der Geschichtswissenschaft bislang auffällig wenig Resonanz
gefunden. Das ist erstaunlich, fordert die frei erfundene Studie über
Schäferhunde in NS-Konzentrationslagern, sowjetischen Speziallagern und
an der innerdeutschen Grenze Historiker*innen und
Geisteswissenschaftler*innen doch gleich in mehrfacher Hinsicht heraus:
Auf dem Prüfstand stehen neben wissenschaftlichen Qualitätsstandards und
kritischer Urteilskraft auch das Verhältnis der Geschichtswissenschaft
zu ideologisierten Deutungen der Vergangenheit und die innerfachliche
Debattenkultur.


Dieser Workshop nimmt den „Schäferhund-Hoax“ zum Anlass für eine
kritische Selbstbefragung auf epistemischer, wissenssoziologischer und
inhaltlicher Ebene. Er möchte kein Tribunal inszenieren, sondern den
Raum für eine offene und kontroverse Debatte öffnen. Anstatt altbekannte
Antworten wiederzukäuen, zielt er darauf ab, (selbst)kritische Fragen
zu entwickeln und zur Diskussion zu stellen: Welche Bedeutung haben
Relevanz und Plausibilität in einem Fachdiskurs, der zunehmend auf
Innovativität, Anschlussfähigkeit und Exzellenz in der Selbstdarstellung
ausgerichtet ist? Was heißt wissenschaftliche Kritik, wie geht kritische
Wissenschaft in einem projektförmig organisierten und zunehmend
prekarisierten akademischen Feld? Welche Chancen und Risiken sind mit
neuen Zugängen wie den Human-Animal-Studies verbunden, und in welchem
Verhältnis stehen diese zur Persistenz des Totalitarismusparadigmas?
Kurzum: Was ist aus dem „Schäferhund-Hoax“ aus geisteswissenschaftlicher
Sicht zu lernen?


Vorgesehen sind drei jeweils 90-minütige Diskussionen, die nach kurzen
Impulsvorträgen ein niedrigschwelliges Forum für einen diskursiven
Austausch bieten sollen.


Organisiert von Enrico Heitzer, Sven Schultze sowie Peter Ullrich und
dem Zentrum Technik und Gesellschaft/Bereich „Soziale Bewegungen,
Technik, Konflikte“

Um Anmeldung bis 25.10. wird gebeten.

 

Das Programm und weitere Informationen finden Sie hier.


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