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TU Berlin

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Soziale Bewegung, Technik und Konflikte

NEUES PROJEKT: Bilder der Empörung. Amateurpraktiken der Visualisierung von Protest

Mittwoch, 12. Juli 2017

Kooperationsprojekt des Lehrstuhls Mediengeschichte/visuelle Kultur an der Universität Siegen mit dem Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin

Seit Mai 2017 läuft das neue Projekt "Bilder der Empörung".

Das Projekt versteht Visualisierungen als einen wesentlichen Ausdruck von Protestbewegungen und als Ergebnis von amateurischen Medienpraktiken. Exemplarisch werden drei Protestbewegungen mit ihren Visualisierungen verglichen (1970 bis Gegenwart): die Anti-AKW-Bewegung, die Homosexuellen-Bewegung und die völkisch-nationalen Bewegungen (Pegida für die Gegenart). Erforscht werden soll, wie Empörung in verschiedenen Kontexten und mit unterschiedlichen emotionalen Motiven (Sorge, Liebe, Hass) ins Bild gesetzt und als Element der Mobilisierung genutzt wird. Ausgangspunkt ist die Doppelrolle von Bildern in Darstellung und Auslösung von Emotionen. In diesem Sinne werden (1.) Protestäußerungen auf Plakaten, Fotos und anderen Medien als Teil einer visuellen Kultur untersucht. (2.) Wird die Produktion und Verbreitung von Bildern als eine Medienpraxis von Amateuren verstanden, die darauf zielt, Empörung zu erregen und Menschen zum Protest zu mobilisieren. Dabei werden Methoden der empirischen Kultur- und Bildforschung und der sozialwissenschaftlichen Protestforschung kombiniert. Auf der Basis umfangreicher Bildarchive werden zentrale Bildmotive ikonographisch untersucht und in eine visuelle Diskursanalyse eingebettet. Leitfadengestützte Interviews und Fotoerhebungen mit Medienamateuren werden genutzt, um konkrete Bildpraxen und strategische Erwägungen im Umgang mit Emotionen zu identifizieren. Durch das thematisch vergleichende Forschungsdesign zielt das Projekt auf Erkenntnisse zur kulturellen Einbettung und visuellen Übersetzung von Protest, zur Bedeutung von Medienumbrüchen für die Herstellung und Verbreitung von Empörungsbildern sowie zur gesellschaftspolitischen Einflussnahme von Medienamateuren. Das Projekt versteht sich als ein Beitrag zu einer Medienkulturgeschichte von Protest und Empörung.

Laufzeit: 5/2017-4/2020

Methoden: Visuelle Diskursanalyse, Leitfadeninterviews

Projektleitung: Dr. Simon Teune; Prof. Dr. Susanne Regener


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