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Menschen

Orientierung im Nebel

Mittwoch, 13. Mai 2015

Zum Tode von Professor Dr. Bernd Mahr

Prof. Dr. Bernd Mahr, 18. 6. 1945–12. 4. 2015
Lupe

Mit Professor Dr. Bernd Mahr verliert die Technische Universität Berlin einen herausragenden Wissenschaftler. Sein enormes Wissen und seine Kreativität haben die Universität und die Fakultät für Elektrotechnik und Informatik tief geprägt. Professor Mahr war ein hoch angesehener Experte in der Theoretischen Informatik, doch seine Arbeiten und sein breites Wissen reichten weit über sein Fachgebiet hinaus. Vor allem seine grenzüberschreitenden Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Informatik und Philosophie verschafften ihm hohe Anerkennung.

Sein Forschungsgebiet war in den ersten Jahren an der TU Berlin die Algebraische Spezifikation, wo er gemeinsam mit seinem Freund Hartmut Ehrig ein richtungsweisendes Standardwerk schrieb. Mit viel Weitblick hatte er dieses Gebiet gewählt: Die damit begründeten Konzepte finden wir noch heute als zentrale Elemente in der objektorientierten Programmierung und bei Software-Architekturen.

Bernd Mahr bewegte sich in vielen Bereichen der Informatik. Er leitete ein großes Projekt der Medizininformatik mit dem Deutschen Herzzentrum Berlin, ebenso wie er Pate stand bei der Entwicklung einer der ersten Suchmaschinen der Welt.

Später hat er intensive Studien der e-Theorie aufgenommen. Damit adressierte er nicht nur Informatikaspekte der Typtheorie und der Semantik, sondern stieß zu den fundamentalen Fragen der mathematischen Mengenlehre und der Philosophie vor. Sein umfassender Theoriebegriff ging weit über die Theoretische Informatik hinaus: „Theorien dienen der Erkenntnis als Werkzeug und dem Verständnis als Hintergrund … sie sind die Orientierung im Nebel, die Ordnung im Chaos und der feste Boden im Sumpf.“

In den letzten Jahren beschäftigte er sich vor allem mit dem Modellbegriff. Die zentralen Themen dieser Forschung charakterisierte er selbst als „das Modell der Auffassung und das Modell des Modellseins, die Ausgangspunkte mathematischer und wissenschaftstheoretischer Theoriebildung sind“. Diese Studien waren auch Anlass und Gegenstand seiner Arbeit im Exzellenzcluster „Bild Wissen Gestaltung“ an der Humboldt-Universität zu Berlin.

An der TU Berlin war er Dekan, Mitglied von Akademischem Senat und Konzil sowie Vorsitzender der Kommission für Lehre und Studium (LSK), Sprecher von Forschungsverbünden und Initiator von Graduiertenkollegs. Herauszuheben sind sein Engagement für die Gesellschaft von Freunden der TU Berlin, der er viele Jahre als Vorstand und Vizepräsident diente, und seine Bemühungen um die internationalen Kontakte der Universität, vor allem mit der Jiao-Tong-Universität in China, aber auch – zusammen mit dem DAAD – in Ländern wie Afghanistan, Syrien oder Pakistan. Auch sein Einsatz bei der Einwerbung und Vergabe von Deutschlandstipendien hat ihm in den letzten Jahren viel Freude und Erfolg gebracht.

Bernd Mahr hat große Spuren in dieser Universität hinterlassen. Seinen Kollegen und Mitarbeitern war er ein guter, verlässlicher Freund und stets ein Vorbild. Seine zahlreichen Verdienste für die Fakultät und die Universität, seine umfassende Bildung, seine Freundlichkeit, sein Humor und seine Loyalität und Integrität bleiben unvergessen!

Prof. Dr. Peter Pepper, Prof. Dr.-Ing. Stefan Jähnichen "TU intern" Mai 2015

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