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TU Berlin

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Vermischtes

Wissenschaft in der Apotheke

Freitag, 15. November 2013

Martin Heinrich Klaproth gehörte zu den ersten Analytikern in der Chemie

Die Erinnerungstafel (1993) und die Stele (gestaltet vom Bildhauer Ralf Sander) wurden von der „Gesellschaft von Freunden der TU Berlin“ beauftragt und finanziert
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Sein Leben gleicht einem Märchen der Gebrüder Grimm. Als Kind armer Leute geboren, beginnt er mit sechzehn eine Apothekerlehre, wandert als fleißiger Geselle durch die Welt, kommt nach Berlin, wo er einen guten Meister findet, der ihm eine Apotheke verschafft. Dort kann er endlich eigene wissenschaftliche Experimente machen. Er heiratet ein begütertes Mädchen und wird – obwohl Autodidakt – der erste Ordinarius für Chemie an der Berliner Universität. Unglaublich? Doch so verlief tatsächlich das Leben des Martin Heinrich Klaproth, dessen Geburtstag sich am 1. Dezember zum 270. Mal jährt. Auf dem TU-Campus befindet sich seit 1996 eine Stele, die an ihn, seine wissenschaftliche Leistung, seine Lehrtätigkeit an der Bergakademie, einer Vorgängerin der TU Berlin, erinnern soll.

1743 in Wernigerode als Sohn eines Schneiders geboren, besuchte er die Bürgerschule, begann anschließend seine fünfjährige Lehre an der Ratsapotheke in Quedlinburg, der 1766 eine fünfjährige Wanderschaft folgte. Diese führte ihn nach Hannover, Danzig und Berlin und weckte seinen Sinn für die Wissenschaft, denn im 18. Jahrhundert waren die Apotheken auch Orte pharmazeutischen und chemischen Forschens. 1771 wurde Klaproth Provisor der Apotheke „Zum Weißen Schwan“ unweit des Hackeschen Marktes. Ihr Eigentümer, Valentin Rose, führte ihn in die Metallurgie ein und beauftragte ihn mit der Erziehung seiner Söhne. Jetzt konnte sich der junge Klaproth auch ein Laboratorium für selbstständige Forschungen einrichten. Diese Arbeiten waren so erfolgreich, dass er 1782 Mitglied des Sanitätscollegiums und 1788 Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin wurde. Er bekam Lehraufträge und hielt auch Vorlesungen an Bergakademie und Artillerieschule. Obwohl er ohne Universitätsstudium war, wurde er 1787 zum Professor für Chemie an der Berliner Universität ernannt. 1780 heiratete er die Kaufmannstochter Christiane Sophie Lehmann und erwarb die „Bären-Apotheke“ am Berliner Rathaus, die er bis 1800 betrieb, als er zum besoldeten Akademiechemiker ernannt wurde.

Zu dieser Zeit vollzog sich eine Revolution in der Chemie. Die Entdeckung des Sauerstoffs durch Joseph Priestley verbannte einige Mythen über den Stoffwechsel. Die Oxydation wurde wissenschaftlich geklärt und der beteiligte Stoff „Oxygenium“, Sauerstoff, genannt: die Geburtsstunde der modernen Chemie. Als Grundlagen aller chemischen Erkenntnis galten Experiment und Analyse. Klaproth gehörte zu den ersten exakt-methodisch arbeitenden Analytikern. Er führte die präzise Gewichtsanalyse in die Chemie ein. Im Labor seiner „Bären-Apotheke“ gab es große, bahnbrechende Entdeckungen. Zwischen 1789 und 1804 entdeckte er neue Elemente wie Uran, Zirkonium oder Chrom und verifizierte die Entdeckung von Tellur, Strontium und Titan. Die Bestimmung des zuerst „Uranit“, dann „Uranium“ benannten Elements gelang ihm bei der Analyse von „Pechblende“, einem schwarzen Mineral, das er aus dem Erzgebirge bekam. Später würde Marie Curie ebenfalls mit „Pechblende“ experimentieren und die „Radioaktivät“ entdecken. Auf Vorschlag Alexander von Humboldts wurde Klaproth 1810 der erste Ordinarius für Chemie an der neuen Berliner Universität. Klaproth starb am 1. 1. 1817 in Berlin. Sein Grab befand sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof an der Chausseestraße. Heute erinnert nur eine Tafel an den verlorenen Ort.

Die Serie „Orte der Erinnerung“ im Netz: www.tu-berlin.de/?id=1577

Hans Christian Förster "TU intern" November 2013

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