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Erfahrungsberichte

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An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige aktuelle Eindrücke über den persönlichen Austausch zwischen São Paulo und Berlin vermitteln und in kurzen Portraits Personen vorstellen, die bereits von diesem Austausch profitieren konnten. 

Christina, 29 - TU Praktikantin im FU Verbindungsbüro São Paulo

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Ende 2016 unterstützte Christina Vierdt als Praktikantin das Verbindungsbüro der Freien Universität Berlin in São Paulo. Christina, 29 Jahre, studiert im Masterstudiengang Bildungswissenschaften – Organisation und Beratung an der Technischen Universität Berlin. Während ihres Aufenthaltes in São Paulo interviewte sie per E-Mail brasilianische Studierende und Doktoranden beider Universitäten und befragte sie zu ihrer Motivation, Erwartungen, deutschen Lieblingswörtern und zu schönen und schwierigen Momenten in Berlin. Wir beginnen mit einem kleinen Bericht über São Paulo von der Interviewerin selbst:

Seit ich zum ersten Mal in Brasilien war, stand für mich fest, dass ich wiederkommen wollte – und zwar nicht nur privat um zu reisen, sondern um zu studieren oder zu arbeiten und somit das Land noch einmal von einer anderen Seite kennenzulernen.

Das Praktikum in São Paulo war für mich eine großartige Gelegenheit, die beeindruckende kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt Brasiliens zu erfahren, meine Sprachkenntnisse zu verbessern, einen Einblick in die akademische Kultur des Landes zu bekommen und berufliche Erfahrungen im Bereich der Hochschulinternationalisierung und des Hochschulmarketings zu sammeln – und vor allem den Alltag in der größten Stadt Brasiliens und Lateinamerikas zu erleben. Sowohl bei meiner Tätigkeit im FU-Verbindungsbüro als auch privat habe ich viele interessante und liebenswerte Menschen getroffen und eine Menge gelernt. São Paulo ist eine

faszinierende Stadt, bunt, aufregend, vielseitig und voller Leben und Energie. Meine Zeit dort war in jeder Hinsicht eine Bereicherung, nur leider viel zu kurz. Ich komme definitiv wieder, Sampa!

Mein Lieblingswort – ganz in diesem Sinne: saudade!

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Alexandre, 26 - brasilianischer Masterstudent an der TU Berlin

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Alexandre macht sein Masterstudium in Global Production Engineering an der TU Berlin.

1) Wie bist du auf die Idee gekommen in Deutschland zu studieren?

Ich hatte schon immer Lust im Ausland zu leben und ich war nicht zufrieden mit meinem Karriereweg. Ich beschloss, erneut zu studieren und entschied mich für Deutschland als eines der größten, wenn nicht sogar das größte Zentrum der Welt für Ingenieurwesen und Technologie.

2) Wie bist du auf die Idee gekommen an der FU/TU Berlin zu studieren?

Durch Onlinerecherchen. Die TU bot diesen internationalen Studiengang an und sogar auf Englisch. Neben meinem großen Interesse für das Fach ermöglichte mir die Tatsache, dass der Studiengang auf Englisch ist, zügig eine Entscheidung zu treffen und herzukommen, da ich bis dahin kein Deutsch konnte.

3) Was sind deine Erwartungen für die Zukunft nach deinem Studium an der FU/TU?

Ich habe ehrlich gesagt vor, nach Brasilien zurückzugehen und eine Beschäftigung in leitender Position zu finden, um die hier gelernten Konzepte anzuwenden.

4) Mit welchen Problemen oder Schwierigkeiten warst du konfrontiert und wie hast du sie gelöst?

Sprache – Grundkenntnisse erlernen und üben, um zu überleben.

Kultur – meine Denkweise ändern und mich umstellen.

Kälte und der Mangel an natürlichem Licht – Jacken! Was den Mangel an natürlichem Licht angeht, finde ich es bis heute schwer, mich daran zu gewöhnen.

Zwischenmenschliche Beziehungen – die Art Freunde zu finden und aufeinander zuzugehen ist ganz anders.

Ich habe gelernt – und Gefallen daran gefunden – mehr alleine zu sein.

5) Was gefällt dir am Leben in Deutschland besonders gut?

Die Gestaltung und Vorstellung des Alltags als ein Ablauf von Prozessen. Die Idee dabei ist, so produktiv wie möglich sein zu wollen.

6) Welchen Tipp würdest Du BrasilianerInnen geben, die sich für ein Studium in Deutschland interessieren?

Stellt euch auf die kulturellen und klimatischen Veränderungen ein. Und kommt mit einer offenen Einstellung her, nehmt jeden neuen Einblick durch das Leben hier auf. Es lohnt sich.

7) Was ist dein Lieblingswort auf Deutsch?

Natürlich (ich weiß nicht warum, es hört sich für mich extrem gut an).

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Bruno, 28 - brasilianischer Masterstudent an der TU Berlin

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Bruno macht sein Masterstudium in Urban Management an der TU Berlin.

1) Wie bist du auf die Idee gekommen in Deutschland zu studieren?

Ich habe nach weiterführenden Studiengängen im Bereich von Architektur und Urbanismus gesucht, als ich in Deutschland Urlaub gemacht habe. Ich habe beschlossen, dass ich hierher zurückkommen wollte, um hier zu studieren.

2) Wie bist du auf die Idee gekommen an der FU/TU Berlin zu studieren?

Ich habe den Kurs, der mich am meisten fesselte, an der TU Berlin gefunden. Also habe ich mich im nächsten Durchlauf auf einen Studienplatz beworben.

3) Was sind deine Erwartungen für die Zukunft nach deinem Studium an der FU/TU?

Super gute Erwartungen, da die Zeit des Studiums in Berlin mir zahlreiche berufliche Möglichkeiten eröffnet hat, indem ich viele Institutionen und Fachkräfte kennengelernt habe, die sicherlich zu meinem weiteren Karriereweg als Stadtplaner beitragen werden.

4) Mit welchen Problemen oder Schwierigkeiten warst du konfrontiert und wie hast du sie gelöst?

Die Abwesenheit der Menschen, zu denen man bisher eine konstante Beziehung hatte, wie Familienangehörige und Freunde, ist anfangs schwierig. Aber man kommt damit zurecht, sobald sich ein Bekanntenkreis bildet aus den Leuten, die man hier kennenlernt. Weil es an der TU viele Studierende aus dem Ausland gibt, ergab sich problemlos ein interessantes sozio-kulturelles Miteinander.

5) Was gefällt dir am Leben in Deutschland besonders gut?

Die Freiheit und die Sicherheit, die Mobilität. Grundsätzlich diejenigen Aspekte, die das Leben in Deutschland einfach machen (beziehungsweise das Nicht-Vorhandensein von Problemen, die ich hier im Vergleich zu Brasilien wahrnehme). Und das kalte Klima, mir gefällt der Winter hier sehr!

6) Welchen Tipp würdest Du BrasilianerInnen geben, die sich für ein Studium in Deutschland interessieren?

Fang so bald wie möglich mit dem Deutschlernen an und komm leben, studieren und arbeiten in einem Land, das es dir ermöglicht, jeden Moment zu genießen.

7) Was ist dein Lieblingswort auf Deutsch?

Der Katzenjammer.

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Marcelo, 23 - brasilianischer Masterstudent im Rahmen eines Dual Degree Program

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Marcelo macht sein Masterstudium in Informatik/Computer Science an der TU Berlin im Rahmen eines Doppelabschluss-Austauschprogramms.

1) Wie bist du auf die Idee gekommen in Deutschland zu studieren?

Meine Universität in Brasilien hat zwei Austauschprogramme mit Doppelabschluss angeboten: eins in Berlin und eins in Grenoble. Da ich einen Austausch machen wollte und das Doppeldiplom ziemlich interessant war, hatte ich die Wahl zwischen Frankreich und Deutschland. In diesem Punkt war meine Entscheidung eher willkürlich, aber ich assoziiere die Naturwissenschaften und Informatik eher mit Deutschland als mit Frankreich, und da ich Computerwissenschaften studiere, hab ich mich letztendlich für Deutschland entschieden.

2) Wie bist du auf die Idee gekommen an der FU/TU Berlin zu studieren?

Das einzige Doppelabschluss-Austauschprogramm in Deutschland, das ich machen konnte, war das mit der TU, also gab es nicht wirklich etwas auszuwählen.

3) Was sind deine Erwartungen für die Zukunft nach deinem Studium an der FU/TU?

Ich plane, meine Promotion an der TU zu beginnen.

4) Mit welchen Problemen oder Schwierigkeiten warst du konfrontiert und wie hast du sie gelöst?

Das erste Problem war, eine Unterkunft zu finden. Ich habe zuerst keinen Platz im Studentenwohnheim bekommen, deswegen stand ich vor der gleichen Schwierigkeit wie viele Berliner auch: eine nicht allzu teure Wohnung finden. Das mit den Unterlagen war anfangs auch ein bisschen problematisch, da wir keinen Einkommensnachweis oder etwas Ähnliches bekommen konnten für eine Immobilienagentur. Außerdem ist es nicht einmal möglich das Visum zu erhalten, ohne vorher eine Meldeadresse zu haben. Nach einem Monat Suchen haben wir (wir waren drei Studenten) eine Wohnung gefunden.

Ein weiteres Problem war die Sprache. Die Austauschkoordinatoren in Brasilien hatten uns halbwegs davon überzeugt, dass Englisch ausreichen würde für einen Bachelor, aber das tut es ganz sicher nicht. Die Lösung in diesem Fall ist zu akzeptieren, dass man eine Sprache nur lernt, indem man sie praktiziert und anfängt auf Deutsch zu leben. Auch wenn es einfacher ist mit den anderen Englisch zu sprechen – man lernt kein Deutsch, wenn man Englisch spricht.

5) Was gefällt dir am Leben in Deutschland besonders gut?

Im Vergleich zu Brasilien? Sicherheit. Nach 18 Uhr nach Hause kommen zu können ohne Angst haben zu müssen, überfallen zu werden oder Schlimmeres, das macht einen großen Unterschied. Auch dass es so viele Parks in der Stadt gibt, ist schön, besonders im Sommer.

Die Deutschen wirken auch toleranter gegenüber anderen Kulturen und Lebensstilen.

6) Welchen Tipp würdest Du BrasilianerInnen geben, die sich für ein Studium in Deutschland interessieren?

Zuallererst: lernt Deutsch. Auch wenn man sich mit der Mehrheit der Leute in der Universität auf Englisch unterhalten kann, ist es sehr viel einfacher Anschluss zu finden, wenn man deren Muttersprache spricht.

7) Was ist dein Lieblingswort auf Deutsch?

Doch. Diese Art einer Verneinung zu widersprechen, gibt es in anderen Sprachen so einfach nicht.

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Theo, 32 - promoviert an der TU Berlin

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Theo promoviert in Philosophie an der TU Berlin

1) Wie bist du auf die Idee gekommen in Deutschland zu promovieren?

Schon während meines Masterstudiums hegte ich den Wunsch, meinen Doktor in Deutschland zu machen, vor allem aufgrund der Tatsache, dass ich mich fast ausschließlich mit deutscher Philosophie beschäftigte. Nachdem ich von der Universität des Bundesstaates Amazonas (UFAM) als wissenschaftlicher Assistent angestellt worden bin, ergab sich die Möglichkeit einer vergüteten Beurlaubung, um meine Promotion zu realisieren. Vor diesem Hintergrund beschloss ich, in die Chance zu investieren nach Deutschland zu kommen.

2) Wie bist du auf die Idee gekommen an der FU/TU Berlin zu promovieren?

Als ich mich dafür entschied, nach Deutschland zu kommen, habe ich mich bei KommilitonInnen aus dem Fachgebiet, die bereits hier studiert hatten, über potenzielle Doktorväter erkundigt. Zu einigen habe ich dann Kontakt aufgenommen. Professor Christoph Asmuth von der TU Berlin gab mir die beste Rückmeldung und zeigte das meiste Interesse an meinem Vorhaben. Die Tatsache, dass die Universität in Berlin ist, also einer Stadt, die ich schon kannte und in der ich große Lust hatte zu wohnen, bestärkte mich zusätzlich in meiner Entscheidung.

3) Was sind deine Erwartungen für die Zukunft nach deiner Promotion an der FU/TU?

Aufgrund meiner Beurlaubung muss ich wieder auf meine Stelle an der UFAM zurückkehren. Aber auch wenn das nicht der Fall wäre, würde ich wohl so oder so nach Brasilien zurückgehen, um meine akademische Karriere dort weiter zu verfolgen.

4) Mit welchen Problemen oder Schwierigkeiten warst du konfrontiert und wie hast du sie gelöst?

Ich denke, die größten Schwierigkeiten waren mit der Sprache und der Bürokratie verbunden.  Als ich ankam, erlegte mir mein Deutschniveau noch viele Hürden auf, so war es mühsam, bestimmte Aufgaben zu erledigen, wie ein Visum zu bekommen, eine Krankenversicherung, eine Wohnung etc. Es scheint zwar halbwegs offensichtlich, aber die Lösung war: Ruhe bewahren und Geduld haben. Bei jeder Schwierigkeit, der ich mich stellen musste, versuchte ich immer, mich an die Gründe zu erinnern, die mich hergebracht hatten, und an den Nutzen zu denken, den mir diese Erfahrung bringen würde. Es ist wichtig hervorzuheben, dass die Begleitung meiner Frau, die mit mir in Berlin ist, für mich unverzichtbar war. Ich weiß nicht, ob ich es weit geschafft hätte, wenn ich alleine hergekommen wäre.

5) Was gefällt dir am Leben in Deutschland besonders gut?

An Berlin fasziniert mich vor allem das kulturelle Leben. Die Möglichkeit in Museen zu gehen, Konzerte und Theaterstücke zu sehen und so viele andere Optionen auf hohem Niveau, die wir in Brasilien nicht haben, ist etwas, was ich aus meinem Aufenthalt hier mitnehmen werde. Die Struktur im akademischen Bereich, die wir hier zur Verfügung haben, ist ebenfalls nicht zu vergleichen. Die Leichtigkeit, mit der wir Zugang zum Bibliotheksbestand haben, die exzellenten Räume zum Studieren, das alles macht einen großen Unterschied für jeden Forscher bzw. jede Forscherin.

6) Welchen Tipp würdest Du BrasilianerInnen geben, die sich für eine Promotion in Deutschland interessieren?

Wie Hamlet sagte, bereit sein ist alles. Ich empfehle, jeden Schritt abzuwägen, von der Wahl der Institution bis hin zum Beschaffen des Visums, Lebenshaltungskosten und die Kultur vor Ort mit einkalkuliert. Da ich das selber nicht korrekt gemacht habe, musste ich eine Zeitlang mit der Ungewissheit leben, nicht zu wissen, ob ich meine Pläne voranbringen können würde. Böse Überraschungen zu vermeiden – selbst wenn das nie zu 100% möglich ist – ist immer der beste Rat.

7) Was ist dein Lieblingswort in Deutsch?

Vergessen. Einfach nur des Klanges wegen, es hat nichts mit der Bedeutung an sich zu tun. Schon bevor ich angefangen hatte, Deutsch zu lernen, war mir dieses Wort begegnet, und ich fand den Klang bezaubernd. Ich weiß, es ist etwas ungewöhnlich, aber bis heute hat es kein anderes Wort geschafft, diese Vorliebe zu ändern.

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Victor, 24 - promoviert an der TU Berlin

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Victor promoviert im Bereich Luftfahrtturbinen (Maschinenbau) an der TU Berlin.

1) Wie bist du auf die Idee gekommen in Deutschland zu promovieren?

Nachdem ich einen Austausch in den USA gemacht hatte, und mir bewusst geworden ist, wie sehr man professionell und vor allem persönlich reift, wenn man im Ausland studiert und andere Kulturen kennenlernt.

2) Wie bist du auf die Idee gekommen an der FU/TU Berlin zu promovieren?

Ich habe auf Internetseiten gesucht, die Promotionsstellen bekanntgeben. Eine Stelle wurde angezeigt, ich habe Kontakt aufgenommen mit einem potenziellen Betreuer, und nach dem Vorstellungsgespräch – gute Neuigkeiten!

3) Was sind deine Erwartungen für die Zukunft nach deiner Promotion an der FU/TU?

Wie man so sagt: ein Schritt nach dem anderen!

4) Mit welchen Problemen oder Schwierigkeiten warst du konfrontiert und wie hast du sie gelöst?

Die Sprache, an erster Stelle.

5) Was gefällt dir am Leben in Deutschland besonders gut?

Es ist total einfach eine vegane Diät zu machen, die öffentlichen Verkehrsmittel sind effizient.

6) Welchen Tipp würdest Du BrasilianerInnen geben, die sich für eine Promotion in Deutschland interessieren?

Einigermaßen gut Deutsch sprechen hilft sehr.

7) Was ist dein Lieblingswort auf Deutsch?

Ausgezeichnet!

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