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TU Berlin

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Hinweise zu Portfolioprüfungen

Eine Portfolioprüfung ist eine besondere Prüfungsform. Deshalb entstehen dazu sehr oft viele Fragen. Die folgenden Anmerkungen sollen dabei helfen, die Regelungen zu Portfolioprüfung bei der Einführung und Durchführung besser zu verstehen und anzuwenden.

Die wesentlichen Regelungen sind in der AllgStuPO in § 45, § 47 (2) und grundsätzlich zu Prüfungen in § 39 festgelegt.

1. Kompensierbarkeit in einer Portfolioprüfung (§ 45 (1))

Geregelt in § 45 (1); Zitat:

"Die Portfolioprüfung bildet eine einheitliche Prüfungsform, in der Studierende bestimmte Leistungen im Rahmen von Lehrveranstaltungen eines Moduls kontinuierlich und auf verschiedene Art und Weise erbringen können."

Die Kompensierbarkeit folgt direkt aus der Festlegung, dass die Portfolioprüfung eine einheitliche Prüfung ist. Dies ist eine Vorgabe aus dem Berliner Hochschulgesetz für Modulprüfungen gemäß BerlHG § 30 (3). Eine Portfolioprüfung besteht aus mehreren Leistungen (Portfolioelemente). Weil die Portfolioprüfung insgesamt eine "einheitliche Prüfung" ist, müssen die einzelnen Prüfungselemente gegeneinander "kompensierbar" sein. Es darf deshalb kein einzelnes Prüfungselement geben, das "bestanden" sein muss. 

Hinweis der LSK
Da die Portfolioprüfung eine "einheitliche Prüfung" ist, wird die Kompensierbarkeit in der AllgStuPO nicht extra angegeben. In der AllgPO von 2008 wurde eine Ausnahme der Kompensierbarkeit unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Diese Regelung wurde mit der Überarbeitung des BerlHG im Jahr 2011 als unzulässig gestrichen. In der AllgPO von 2012 wurde ein Hinweis zur Kompensierbarkeit aufgenommen, um den Unterschied zwischen der Fassung von 2008 und 2012 explizit aufzuzeigen. In der AllgStuPO von 2014 wurde auf diesen Hinweis verzichtet.

2. Eine Portfolioprüfung besteht aus Prüfungselementen (§ 45 (2))

Geregelt in § 45 (2); Zitat:
(2) "Eine Portfolioprüfung setzt sich aus mehreren studienbegleitenden Prüfungselementen unter-schiedlicher Form zusammen."

Eine Portfolioprüfung muss immer aus mehreren Prüfungselementen in verschiedenen Formen bestehen. Dadurch ist eindeutig, dass in einer Portfolioprüfung immer mindestens 2 verschiedene Prüfungselemente vorkommen müssen. 

Hinweis der LSK
Mehrere Prüfungselemente einer Form sind eine Ausnahme! Die Verwendung ist nur zulässig, wenn es insgesamt verschiedene Formen gibt. Ausnahmen von einer Regel müssen begründet werden.

3. Beschreibung der Prüfungselemente (§ 45 (2), (3))

Geregelt in § 45 (2) und (3); Zitate:
(2) "Es kommen hierbei [gemeint sind die Portfolioelemente] insbesondere die schriftliche Ausarbeitung, der Multiple-Choice-Test, das Referat, die protokollierte praktische Leistung, der Entwurf, die künstlerische Arbeit, die Rücksprache oder das Poster in Betracht."
(3) "Art, Umfang und Gewichtung der einzelnen Prüfungselemente sind Bestandteil der Modulbeschreibung."

In (2) wird eine nicht abschließende Auflistung von Prüfungselementen angegeben. Diese Formen und/oder andere Formen können als Portfolioelement angewandt werden. 
In (3) wird festgelegt, dass "Art", "Umfang" und "Gewichtung" für jedes einzelne Prüfungselement in der Modulbeschreibung angegeben werden muss.

Interpretation der LSK
Mit "Art" ist die jeweilige Form der Prüfungselemente gemeint.
Der "Umfang" muss in Modulbeschreibungen mindestens indirekt im Feld "Arbeitsaufwand und Leistungspunkte" berücksichtigt werden (z.B. muss bei Hausarbeiten eine entsprechende Zeit eingplant sein) sowie bei Prüfungselementen, die der mündlichen oder schriftlichen Prüfung ähnlich sind, explizit durch die Angabe der Dauer in Minuten.
Die "Gewichtung" der einzelnen Prüfungselemente ist direkt durch die maximal erreichbaren Punkte ersichtlich, wenn nichts anderes angegeben wird. Abweichend davon kann aber auch noch zusätzlich individuell für jedes einzelne Prüfungselement eine eigene Gewichtung für die Berechnung der Gesamtpunktzahl angegeben werden.
Beispiele der LSK für Prüfungselemente in Portfolioprüfungen
Prüfungselement
Punkte
1.schriftliche Ausarbeitung (20.000 Zeichen)
10
2. Multiple-Choice-Test (60 min)
2
3. Referat (45 min)
18
4. Protokoll (3 Seiten)
4
5. Entwurf (20 Seiten)
16
6. künstlerische Arbeit (90 h)
15
7. mündliche Rücksprache (ca. 15 min)
5
8. Hausarbeit (5.000 Wörter)
15
9. schriftlicher Test (20 min)
5
10. ...
10

4. Einschränkungen für die Prüfungselemente (§ 45 (2))

Geregelt in § 45 (2); Zitat:
"Im Rahmen der Portfolioprüfung können bis zu drei schriftliche Tests verlangt werden. Als Bestandteile der Portfolioprüfung sind Prüfungsleistungen, die dem inhaltlichen und/oder zeitlichen Umfang einer mündlichen Prüfung (§ 43) oder einer schriftlichen Prüfung (§ 44) entsprechen oder diese überschreiten, unzulässig."

Es gibt 3 Einschränkungen für Prüfungselemente in bestimmten Formen:

  1. Es darf maximal 3 schriftliche Tests geben.
  2. Prüfungselemente dürfen NICHT dem inhaltlichen oder zeitlichen Umfang einer mündlichen Prüfung (gemäß AllgStuPO §43) entsprechen oder diesen überschreiten.
  3. Prüfungselemente dürfen NICHT dem inhaltlichen oder zeitlichen Umfang einer schriftlichen Prüfung (AllgStuPO §44) entsprechen oder diesen überschreiten.

Es dürfen nicht nur schriftliche Tests Bestandteil der Portfolioprüfung sein. Es muss auch weitere Prüfungselemente in anderer Form geben (siehe auch Anmerkung 2).

Der inhaltliche Umfang der mündlichen und schriftlichen Prüfung muss auf die Lernziele ausgerichtet sein, um nachzuweisen, dass die Lernergebnisse des gesamten Moduls erreicht wurden (AllgStuPO § 39 (1)). Deshalb dürfen einzelne Prüfungselemente NICHT diesen inhaltlichen Gesamtumfang einer mündlichen oder schriftlichen Modulprüfung umfassen, bzw. darüber hinaus gehen. Hier kommt es im Wesentlichen auf die Formulierung der Lernergebnisse in den Modulbeschreibungen an.

Der zeitliche Umfang bei der mündlichen Prüfung beträgt mindestens 20 min und höchstens 60 min (AllgStuPO § 43 (5)). Ein einzelnes Prüfungselement, das einer mündlichen Prüfung ähnlich ist (z.B: eine mündliche Rücksprache), muss weniger als 60 min umfassen. Werden mehrere Prüfungselemente angewandt, die zu einer mündlichen Prüfung ähnlich sind, muss auch die Summe für alle diese Prüfungselemente weniger als 60 min umfassen.
Der zeitliche Umfang bei der schriftlichen Prüfung beträgt mindestens 90 min und höchstens 4 h (AllgStuPO § 44 (1)). Ein einzelnes Prüfungselement, das einer schriftlichen Prüfung ähnlich ist (z.B. ein schriftlicher Test), muss weniger als 4 h umfassen. Werden mehrere Prüfungselemente angewandt (z.B. max. 3 schriftliche Tests), die zu einer schriftlichen Prüfung ähnlich sind, muss auch die Summe für alle diese Prüfungselemente weniger als 4 h umfassen.

Der zeitliche Umfang der einzelnen Prüfungselemente sowie der Aufwand für die Vorbereitung muss bei der Festlegung der Prüfungselemente und der Berechnung des Arbeitsaufwands in Leistungspunkten berücksichtigt werden. Der zeitliche Aufwand für eine gesamte Portfolioprüfung sollte gegenüber einer mündlichen oder schriftlichen Prüfung nicht signifikant höher sein. 

Beispiel der LSK für eine Portfolioprüfung mit 2 schriftlichen Tests
Prüfungselement
Punkte
1. schriftlicher Test (40 min)
30
2. schriftlicher Test (40 min)
30
3. Referat (30 min)
40
Interpretation der LSK
Die LSK empfiehlt die Regelungen in AllgStuPO § 45 (2) zum zeitlichen Umfang eines schriftlichen Tests als Prüfungselement so anzuwenden, dass die Summe der Dauer der maximal 3 schriftlichen Tests unterhalb der Mindestdauer einer schriftlichen Prüfung (90 min) liegt. Damit wird klar, dass der zeitliche Aufwand nicht signifikant größer ist, als bei der schriftlichen Prüfung. So ist es in diesem Beispiel absichtlich dargestellt.

5. Punktesystem der Portfolioprüfung (§ 47 (2))

Geregelt in § 47 (2); Zitat:
"Bei Modulprüfungen in Form von Portfolioprüfungen ergibt sich die Modulnote aus einem Punktesystem, das für die einzelnen Prüfungselemente Punktzahlen nach dem Grad der Erfüllung festlegt und die Gesamtpunktzahl in eine Note nach der Tabelle in [§ 47] Absatz 1 umrechnet. Die Einzelheiten zur Portfolioprüfung werden in der jeweiligen Modulbeschreibung festgelegt."

Für jedes einzelne Prüfungselement müssen Punkte nach dem Grad der Erfüllung des jeweiligen Prüfungselements vergeben werden. Die erreichte Gesamtpunktzahl aus allen Prüfungselementen wird durch ein festzulegendes Punktesystem in eine Note überführt. Dadurch ist das Kompensationsprinzip der Prüfungselemente untereinander klar (siehe auch Anmerkung 1). Die Einzelheiten zu einer Portfolioprüfung müssen in der jeweiligen Modulbeschreibung festgelegt werden.

Interpretation der LSK
Für jedes Prüfungselement muss die maximal erreichbare Punktzahl in der Modulbeschreibung angegeben werden.
Als Punktesystem muss mindestens eine Bestehensgrenze in der Modulbeschreibung angegeben werden, besser jedoch ist ein Notenschlüssel, nach dem die erreichte Gesamtpunktzahl in eine Note umgerechnet wird.

Einige Fakultäten (zum Beispiel Fakultät IV) haben sich zur Transparenz und Vereinfachung feste Notenschlüssel gegeben und verweisen dann in der Modulbeschreibung nur noch auf den entsprechenden "Notenschlüssel 3".  

Beispiel aus der Fakultät IV für einen Notenschlüssel (max. Punktzahl: 100)
Punkte
Note
Mehr oder gleich 85
1,0
Mehr oder gleich 80
1,3
Mehr oder gleich 75
1,7
Mehr oder gleich 70
2,0
Mehr oder gleich 65
2,3
Mehr oder gleich 60
2,7
Mehr oder gleich 55
3,0
Mehr oder gleich 50
3,3
Mehr oder gleich 45
3,7
Mehr oder gleich 40
4,0
Weniger als 40
5,0
Hinweis der LSK
Ein Prüfungselement selbst ist keine Prüfung im Sinne der AllgStuPO (§39 ff.)! Die Regelungen für Prüfungen (z.B. zu Fristen, Benotung und Wiederholungen) treffen auf die Prüfungselemente deshalb NICHT zu. Die Modulverantwortlichen/Prüfenden sollen sich aber daran orientieren.

6. Ende der Anmeldung für eine Portfolioprüfung (§ 39 (3))

Geregelt in § 39 (3); Zitat:
"Die Anmeldefrist zu einer Prüfung beginnt in der Regel im Sommersemester frühestens ab dem 15. April des Jahres, im Wintersemester frühestens ab dem 15. Oktober und endet [...] bei Portfolioprüfungen in der Regel bis zum 31. Mai für das Sommersemester und bis zum 30. November für das Wintersemester.
Der Anmeldezeitraum wird zu Beginn der Lehrveranstaltungen des jeweiligen Moduls bekanntgegeben."

Das Enddatum der Anmeldung zu einer Portfolioprüfung ist standardmäßig für das Wintersemester auf den 30.11. und für das Sommersemester auf den 31.05. festgelegt. Die Prüfenden können wegen der Formulierung "in der Regel" auch ein anderes Enddatum für die Prüfungsanmeldung festlegen (früher oder später). Wichtig für die Festlegung des Enddatums ist dabei auch, dass es vor Erbringen des ersten Prüfungselements liegen muss. Der Anmeldezeitraum muss zu Beginn der Lehrveranstaltungen des Moduls bekannt gegeben werden.

Beispiel der LSK für Enddaten der Prüfungsanmeldung
Enddatum für die Anmeldung
Erbringen des ersten Portfolioelements
30.11.
10.12.
31.10.
15.11.
31.12.
15.01.

7. Rücktritt von einer Portfolioprüfung (§ 50 (1) und (3))

Geregelt in § 50 (1) und (3); Zitate:
(1) "Ein Rücktritt von einer angemeldeten Prüfung ist der Prüferin oder dem Prüfer sowie der zuständigen Stelle der Zentralen Universitätsverwaltung spätestens am letzten Tag vor dem Prüfungstag schriftlich anzuzeigen. Ein Rücktritt von einer Portfolioprüfung ist bis zum Ablauf der Anmeldefrist gemäß § 39 Abs. 3 möglich, es sei denn der spätere Termin der Erbringung der ersten bewertungsrelevanten Leistung wird nachgewiesen."
(3) "Rücktritts- oder Versäumnisgründe nach [§ 50] Absatz 2 müssen unverzüglich nach ihrem Auftreten, spätestens innerhalb von fünf Tagen nach dem Termin, bei der zuständigen Stelle der zentralen Universitätsverwaltung geltend gemacht und nachgewiesen werden. [...] Bereits vorliegende Prüfungsergebnisse (auch Teilleistungen gem. § 45 Abs. 2) sind anzurechnen."

Nach Ende der Anmeldefrist für eine Portfolioprüfung ist die Abmeldung nicht mehr möglich. In diesem Fall (z.B. wegen Krankheit) muss ein Rücktritt von der Prüfung bei der zuständigen Stelle der zentralen Universitätsverwaltung (Referat Prüfungen) beantragt werden. Auch die Prüfenden sind zu informieren. Dieser Rücktritt gilt immer für den aktuellen Prüfungszeitraum.
Gemäß § 50 kann ein Rücktritt nur von der gesamten Portfolioprüfung erfolgen, nicht von einem einzelnen Prüfungselement. Alle bereits abgeschlossenen Prüfungselemente müssen bei der Wiederaufnahme der Prüfung anerkannt werden, soweit die Prüfungselemente zu diesem Zeitpunkt noch vergleichbar sind (das ist der Regelfall). Die Vergleichbarkeit ist ggf. nicht möglich, wenn bei der Wiederaufnahme der Prüfung im nächsten Prüfungszeitraum z.B. die bereits erbrachten Portfolioelemente nicht mehr enthalten sind oder die Prüfungsform gewechselt wurde (das ist die Ausnahme).
Der Rücktritt von einzelnen Prüfungselementen ist nicht geregelt und muss deshalb immer dezentral mit den Modulverantwortlichen/Prüfenden geklärt werden. Eine Klärung im Sinne eines zeitnahen Abschlusses des Studiums ist dabei anzustreben. Die Prüfenden können Alternativen anbieten, sie müssen es aber nicht.

Beispiele der LSK zu Rücktritten in einer Portfolioprüfung
Enddatum für die Anmeldung
Rücktrittsdatum von der
Portfolioprüfung

Form der bereits erbrachten
Portfolioelemente

Folgen des
Rücktritts gemäß § 50 (3)

Rücktritt von einem
Prüfungselement

30.11.
11.12.
schriftlicher Test
Wiederaufnahme der Prüfung in einem späteren Prüfungszeitraum: Anerkennung des schriftlichen Tests, der bis einschließlich 10.12. erbracht wurde
dezentrale Absprache direkt mit den Prüfenden über einen mögl. neuen Zeitpunkt für den schriftlichen Test oder eine alternative Form im gleichen Prüfungszeitraum
30.11.
31.12.
Protokoll und Referat
Wiederaufnahme der Prüfung in einem späteren Prüfungszeitraum: Anerkennung von Protokoll und Referat, die bis 30.12. erbracht wurden
dezentrale Absprache direkt mit den Prüfenden über über einen mögl. Zeitpunkt z.B. für das Referat im gleichen Prüfungszeitraum
31.12.
14.1.
noch keine
Wiederaufnahme der Prüfung in einem späteren Prüfungszeitraum: keine Anerkennung möglich, da noch kein Portfolioelement erbracht wurde
dezentrale Absprache direkt mit den Prüfenden über einen mögl. neuen Zeitpunkt für das Portfolioelement im gleichen Prüfungszeitraum
31.12.
20.12.
Nur Abmeldung und kein Rücktritt, da das Enddatum der Prüfungsanmeldung noch nicht erreicht wurde
nicht nötig

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