TU Berlin

Fakultät IIIMind the Fungi

Ein rotes Dreieck, darunter drei orangen senkrechten Balken als Symbol für Fakultät 3. Das Symbol befindet sich innerhalb  des kreisförmigen Schriftzuges: Prozesswissenschaften.

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Das Citizen Science Projekt „Mind the Fungi!“ vom Institut für Biotechnologie ist im Futurium präsent

Die Pilzbiotechnologie des 21. Jahrhunderts liefert Lösungsansätze, wie unsere Gesellschaft den Übergang von einer erdölbasierten zu einer nachhaltigen, auf nachwachsenden Rohstoffen basierten Welt schaffen kann. Schimmelpilze und Baumpilze werden genetisch zu Zellfabriken umprogrammiert, die Medikamente, Enzyme, Verpackungsmaterialen, Baustoffe und sogar Leder produzieren.
Die aktuellen Möglichkeiten in der Pilzbiotechnologie haben daher das Potential, sich zu einer disruptiven Technologie zu entwickeln.

In dem im Oktober 2018 gestarteten 2-jährigen Citizen Science Projekt „Mind the Fungi!“ – eine Zusammenarbeit des Institutes für Biotechnologie der TU Berlin (Fachbiet Angewandte und Molekulare Mikrobiologie, Prof. Vera Meyer, und Fachgebiet Bioverfahrenstechnik, Prof. Peter Neubauer) und dem Art Laboratory Berlin – wird erstmals die inspirierende und katalysierende Kraft der Kunst genutzt, um durch eine Zusammenarbeit der Forscher und Forscherinnen mit Artists/Designer-in-Residences neue Ideen für die Pilzbiotechnologie der Zukunft zu diskutieren und gemeinsam umzusetzen. Kunst ist hierbei auch wichtiger und kritischer Beschleuniger, der die Themen an die Öffentlichkeit kommuniziert.

Die Basis für das Projekt bildet die Biodiversität der Region Berlin-Brandenburg. So wurde gemeinsam mit Citizen Scientists eine große Vielfalt holzabbauender Pilze gesammelt und damit eine neue Stammsammlung am Institut für Biotechnologie aufgebaut. Neben der Erzeugung von Verbundstoffen basierend auf diesen lokalen Pilzen und landwirtschaftlichen Reststoffen aus der Region werden nun Materialproben zur Testung der Eigenschaften und möglicher Anwendungen hergestellt als auch erste Schritte zum Scale-up mithilfe innovativer Bioreaktortechnik unternommen. Darüber hinaus finden nun gemeinsam organisierte öffentliche Vortragsreihen, Gesprächsrunden und Workshops zwischen Wissenschaftlern und Künstlern aus den Berlinern Do-It-Yourself, Bio Art und Citizen Science Communities statt.

Die Ergebnisse nach einem Jahr gemeinsamer Arbeit sind nun im Futurium zu sehen, im neu eröffneten „Haus der Zukünfte“ in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs. Das Projekt wird interaktiv präsentiert und ist bis Dezember 2020 mit wechselnden
Exponaten zu sehen.

Der interdisziplinäre Ansatz des Projektes findet auch Eingang in neue Lehrkonzepte. Als erster Schritt in Richtung der Entwicklung von hochschulübergreifenden und transdisziplinären Lehrveranstaltungen wurde im Sommersemester 2019 in Kooperation mit der Kunsthochschule Weißensee ein „Peer-to-peer teaching“ Kurs am Fachgebiet für Angewandte und Molekulare Mikrobiologie (Prof. Vera Meyer) durchgeführt, in dem gemischte Teams von Biotechnologie- und Kunst/Design-Studierenden beider Hochschulen an selbstgewählten Aufgaben arbeiteten. So wurden beispielsweise Methoden zur Färbung von Textilien mithilfe von Mikroorganismen oder die Erzeugung von Werkstoffen aus Pilzen und Textilreststoffen erprobt. Da diese Themen biotechnologische wie auch ästhetisch-gestalterische Fragestellungen beinhalten, war das gegenseitige Lehren und Lernen zwischen Studierenden der KHW und TUB ein voller Erfolg. Auch aus dieser studentischen Zusammenarbeit sind Exponate entstanden, die im Futurium präsentiert werden. Ein Besuch lohnt sich also!

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