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Ein rotes Dreieck, darunter drei orangen senkrechten Balken als Symbol für Fakultät 3. Das Symbol befindet sich innerhalb  des kreisförmigen Schriftzuges: Prozesswissenschaften.

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Die Fakultät III trauert um Prof. Dr. Ulf Stahl

Lupe

10.01.1944 -  18.08.2019


Die Fakultät III trauert um Prof. Dr. rer. nat. Ulf Stahl, der am 18. August 2019 nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren in Berlin verstorben ist. Sein Name wird auch künftig unvergessen bleiben.

Unser Andenken gilt dem langjährigen Leiter des Fachgebiets Mikrobiologie und Genetik und einem Pionier der modernen Getränketechologie, dem Mitgründer des Instituts für Biotechnologie und dem ehemaligen Dekan der Fakultät.

 
Der gebürtige Wiener absolvierte ein Studium zum Diplom-Ingenieur der Gärungstechnik und Lebensmitteltechnologie an der Universität für Bodenkultur Wien. 1971 wechselte er an das Botanische Institut der Ruhr-Universität Bochum, wo er beim Pilzgenetiker Karl Esser über Genetische Regulation der Fruchtkörper-Bildung bei höheren Basidiomyceten promovierte und über Molekulargenetik der Schlauchpilze habilitierte.

1983 nahm er einen Ruf an die TU Berlin auf die Professur für Mikrobiologie im damaligen Fachbereich 13 für Lebensmitteltechnologie an, der später mit dem an der HU angesiedelten Fachbereich für Verfahrenstechnik und technischen Umweltschutz zusammengelegt wurde.  An der daraus gebildeten Fakultät III für Prozesswissenschaften der TU Berlin leitete das Fachgebiet Angewandte und Molekulare Mikrobiologie am Institut für Biotechnologie. Sein Engagement in Forschung und Lehre spiegelt sich unter anderem in zahlreichen Vorträgen und Publikationen wider und zeigt sich auch in seiner Betreuung von sieben Habilitationen und weit mehr als 100 Promotionen. Darüber hinaus  war er vier Jahre Dekan der Fakultät III Prozesswissenschaften. Auch nach seiner Emeritierung 2012 blieb er der Fakultät als Professor im Freien Dienstvertrag bis Ende 2014 erhalten.

Ulf Stahl hat sich auch außerhalb der TU Berlin in vielfältiger Weise engagiert. Über ein gemeinsames Forschungsprojekt über Meeresalgen mit einem Koreanischen Forschungsinstitut erhielt er eine Gast- und Ehrenprofessor an der Dongseo Universität in Busan, die er auch nach seiner Emeritierung fortgesetzt hat. Zudem war er Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Beiräte sowie vieler in- und ausländischer Kommissionen. Daneben war er beteiligt an der Gründung des Biotechnologie-Centrum an der TU Berlin, des Biotechnologieverbunds Berlin-Brandenburg e.V. sowie der Fachgemeinschaft Biotechnologie der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. Zudem war er Abteilungsleiter des Forschungsinstituts für Mikrobiologie am Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie Berlin (IfGB) sowie Berater der  Versuchs- und Lehranstalten für Brauerei (VLB) und für Spiritusfabrikation und Fermentationstechnologie (VLSF) in Berlin. Außerdem  war Stahl Mitbegründer einer Diagnostik-Firma und der Organobalance GmbH (heute Belano Medical AG), die unter anderem Probiotika zur Hautpflege, gegen Karies oder zur Bekämpfung des Magenkeims Helicobacter pylori entwickelt.

2005 übernahm Ulf Stahl zusammen mit dem Diplom-Hotelier Gerald Schroff die Marke Adler Spirituosen und entwickelte dort unter dem Namen „Preussische Spirituosen Manufaktur“ besondere Spirituosen, die nach traditionellen Rezepten mit historischem Equipment hergestellt werden.

 
Wir werden ihn und sein Wirken nie vergessen.

Unser Mitgefühl gehört seinen Angehörigen.

 

Nachruf: Prof. Dr. Hubert Olbrich (1924-2019)

Geboren am 15.4.1924, gestorben am 16.7.2019

Nach einem durch den 2. Weltkrieg abgebrochenen Studium der Medizin kam Hubert Olbrich mit Umwegen über eine Vielzahl von Stationen schließlich in der Mitte der 1960er Jahre an das Institut für Zuckerindustrie, das damals der Technischen Universität Berlin angegliedert war. Hier war er im Laufe der Zeit als Wissenschaftlicher Rat, Wissenschaftlicher Oberrat und schließlich Wissenschaftlicher Direktor tätig. Im Jahr 1969 habilitierte er sich im Fachbereich Lebensmitteltechnologie über die Geschichte der Melasse und war Privatdozent und ab 1973 außerplanmäßiger Professor an der Technischen Universität Berlin. Mit der Integration des Landesinstituts für Zuckerindustrie in die Technische Universität Berlin im Jahr 1978 wurde er kurzfristig Universitätsdirektor, und war danach bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1989 planmäßiger Professor für das Fachgebiet Technologie der Nebenprodukte der Zuckerindustrie: Melassetechnologie/Bagassetechnologie.

Ein besonderer Schwerpunkt im Wirken von Prof. Olbrich war die von ihm im Jahr 1972 übernommene Leitung des 1904 gegründeten Zucker-Museums, das er ausbaute und für die Öffentlichkeit zugänglich machte, und dessen Leiter er über seine Pensionierung hinaus noch bis 1994 blieb. Er ist Verfasser von mehr als 700 Publikationen und wurde zweimal mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Prof. Dr. agr. Hubert Olbrich verstarb am 16. Juli 2019 im Alter von 95 Jahren. Er wurde am 20. August auf dem Schmargendorfer Friedhof beigesetzt.

Die Fakultät III der Technischen Universität Berlin wird Hubert Olbrich ein ehrendes Andenken bewahren.

Nachruf: Prof. Dr.-Ing. Klaus Rubach (1935-2018)

Am 17. September 2018 verstarb Prof. Dr.-Ing. Klaus Rubach im Alter von 83 Jahren in Berlin. Er wurde am 10.Oktober auf dem Evangelischen Luther- und Kreuzfriedhof in Berlin-Lankwitz beigesetzt.

Klaus Rubach wurde am 29. Januar 1935 in Berlin-Wedding geboren. Nach seiner schulischen Ausbildung, die er im März 1955 sin Berlin mit der Erlangung des Abiturs abschloss, begann er an der Technischen Universität Berlin Chemie zu studieren. Sein Studium schloss er Ende 1962 erfolgreich als Diplom-Chemiker ab.1963 begann er unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Josef Schormüller mit der Anfertigung seiner Doktorarbeit zum Thema „Beitrag zur Analytik der Hydroxyzimtsäureester des Kaffees“ am Institut für Lebensmittelchemie und -technologie an der Technischen Universität Berlin. Am 19. Februar 1969 promovierte er zum „Doktor-Ingenieur“.

Bereits im Dezember 1964 wurde Klaus Rubach an der Technischen Universität Berlin zum Wissenschaftlichen Assistenten ernannt. Er begründete damit seine akademische Karriere in der Lebensmittelchemie. Dabei entdeckte er in der Zeit der Zusammenarbeit mit Prof. Schormüller seine Neigung und Leidenschaft zu diesem Fach. Er absolvierte deshalb im Anschluss an seine Promotion ein Praktikum an der Landesanstalt für Lebensmittel-, Arzneimittel- und gerichtliche Chemie in Berlin, die er mit dem Staatsexamen am 13. April 1970 erfolgreich abschloss.

Danach setzte er seinen akademischen Werdegang an der Technischen Universität Berlin fort. 1970 wurde er dort erst zum Oberingenieur und dann 1972 zum Professor ernannt. Der Ernennung zum Professor folgte 1973 die Ernennung zum „Beamten auf Lebenszeit“. In demselben Jahr legte Prof. Rubach schließlich die staatliche Hauptprüfung für Lebensmittelchemiker ab. Damit durfte er dann die Berufsbezeichnung „Lebensmittelchemiker“ führen. Das war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass ihm das Sachgebiet „Lebensmittelchemie“ an der Technischen Universität Berlin übertragen wurde und er später 1981 als Sachverständiger für die lebensmittelchemische Untersuchungen von Gegen- und Zweitproben im Sinne von § 42 LMBG im Land Berlin zugelassen werden konnte.

Seine wissenschaftliche Tätigkeit entfaltete Prof. Rubach insbesondere im Bereich der Anwendung der Isotachophorese zur Analytik von Lebensmitteln. Spezielle Arbeitsbereiche waren außerdem die Charakterisierung der Lipoxygenase sowie die Analytik der Lipide. Zahlreiche Publikationen auf diesen Gebieten zeichneten ihn als Wissenschaftler von nationalem und internationalem Rang aus.

In seiner langjährigen Tätigkeit als Professor für Lebensmittelchemie an der Technischen Universität Berlin hat er viele Studierende in ihrer akademischen Ausbildung betreut und wohlwollend begleitet. 1990 feierte er sein 25-jähriges Dienstjubiläum und am 31. Dezember 1997 ging er in den Ruhestand. Zu diesem Zeitpunkt konnte er auf einen erfüllten akademischen Lebensweg zurückblicken, in dem er es bis zum Dekan der Fakultät gebracht hatte.

Prof. Dr.-Ing. Klaus Rubach hat sich immer für die Interessen seiner Studierenden, Doktoranden und Mitarbeiter eingesetzt. Er hat uns alle gefordert, aber auch gefördert. Wir alle werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.


Dr. Hans-Ulrich Melchert und Dr. Erhard Kirchhoff

Die Fakultät III trauert um o. Prof. Dr. Helmut Käufer

Lupe


* 20. September 1924          
† 20. Mai 2014

 

o. Prof. Dr. Helmut Käufer leitete von 1973 bis zu seiner Emeritierung 1992 das Fachgebiet "Polymertechnik/Kunststofftechnikum" am Institut für Werkstoffwissenschaften der Technischen Universität Berlin.

Helmut Käufer wurde in München geboren. Er studierte von 1946-1951 an der Technischen Hochschule München Maschinenbau/Physikalische Chemie und promovierte dort im Jahre 1952 über die Physik der Hochpolymere.

Nach der Promotion arbeitete Helmut Käufer über 20 Jahre lang in leitenden Positionen in der Kunststoffindustrie, bevor er 1973 einen Ruf an die TU Berlin annahm. Dort übernahm er einen neu eingerichteten Lehrstuhl auf dem Gebiet der Kunststoffe, zusammen mit der Leitung des ebenfalls neu eingerichteten Kunststofftechnikums. An dessen Aufbau war Helmut Käufer maßgeblich beteiligt, und dessen Forschungsarbeiten hat er entscheidend geprägt. So entwickelten Prof. Käufer und seine Mitarbeiter im Kunststofftechnikum in Zusammenarbeit mit Industriepartnern eine neuartige Steuerung für Spritzgießmaschinen, die sich selbsttätig auf das jeweilige Werkzeug und das zu fertigende Werkteil einstellt. Darüber hinaus leistete Prof. Käufer wichtige Beiträge zum Thema "selbstverstärkte Kunststoffe". Wohl als erster hat er erkannt, dass die Kombination von thermoplastischen und duroplastischen Kunststoffen in gewissen Formteilen praktische Vorteile hat. Helmut Käufer hat sich schon früh mit der Thematik des Kunststoffrecycling auseinandergesetzt. Unter seiner Leitung wurden Methoden entwickelt, die es ermöglichen, durch Lösen der Materialien Polymere in hoher Reinheit nahezu vollständig zurückzugewinnen. Von seinem unerschöpflichen Erfindergeist zeugen zahlreiche Patente und Schutzrechte. Den Einsatz Käufers in der Lehre dokumentieren die über 200 von ihm betreuten Absolventen und 60 Promotionen. Er war Autor von wissenschaftlich-technischen Büchern (15 Bände), Herausgeber der Schriftenreihen Kunststofftechnik (20 Bände), Recycling (14 Bände) und Kunststoff-Forschung (70 Bände).   

Prof. Käufer war ein außerordentlich vielseitig und praktisch denkender Wissenschaftler und weitsichtiger akademischer Lehrer, mit hohem Ansehen bei Kollegen, Mitarbeitern und Studierenden. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1992 übernahm er noch für weitere sieben Jahre bis zur Wiederbesetzung des Fachgebiets das volle Lehrdeputat als Zeichen seiner großen Verbundenheit mit der Universität und den Studierenden.

Wir verlieren einen engagierten und geschätzten Hochschullehrer. Im Gefühl großer Dankbarkeit wird die Technische Universität Berlin ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

 

 

Die Fakultät III trauert um Prof. Dr.-Ing. Hans-Hermann Franzke

Lupe

*18. März 1927         
† 6. Oktober 2013

 

Prof. Dr.-Ing. Hans-Hermann Franzke leitete von 1977 bis zu seiner Emeritierung 1995 das Fachgebiet "Maschinen- und Energieanlagentechnik" am Institut für Energietechnik der Technischen Universität Berlin.


Hans-Hermann Franzke wurde in Clausthal im Harz als Sohn eines Berginspektors geboren; Bergbau und Energietechnik spielten so wohl in der Familie schon immer eine große Rolle. Er studierte an der Technischen Universität Clausthal und war danach als Assistent bereits mit der Lehre derjenigen Themen befasst, die er auch an der TU Berlin vertrat: Thermodynamik, Strömungsmaschinen, Energietechnik.


Nach der Promotion zum Dr.-Ing. arbeitete Hans-Hermann Franzke in der Kraftwerksindustrie und in der Kraftwerksplanung; besonders Gasturbinenanlagen waren sein Thema. Aus diesen Erfahrungen rührt die große Praxisnähe seiner Lehrveranstaltungen für die Wirtschaftsingenieure an der TU Berlin her, die auch das zugehörige zweibändige Werk "Einführung in die Maschinen- und Anlagentechnik" prägt. Die Verbindungen zur Industrie hielt Prof. Franzke nicht zuletzt durch die ausgedehnten Exkursionen aufrecht. Die vielen teilnehmenden Studierenden lernten hierbei sehr direkt und persönlich seine wissbegierige und offene, freundschaftliche, aber niemals anbiedernde Art kennen, und die Berichte der Studierenden bezeugen, wie diese meist eine Woche dauernden Reisen kreuz und quer durch Deutschland die Bindung an das Fach stärkten, Industriekontakte zu knüpfen erlaubten und das Verständnis für den Stoff vertieften. Die Lehrveranstaltungen von Prof. Franzke waren oft die wichtigsten technischen Schwerpunkte im Studium und immer wieder berichten Absolventen, dass Elemente aus diesen Veranstaltungen die "Türöffner" zur Karriere waren.


Prof. Franzke war ein überzeugter Techniker, der vielleicht gerade deshalb die Kritik an der Technik sehr ernst nahm. Überzeugt von der Kraft des Arguments und der Diskussion rief er ein Seminar "Mensch - Umwelt -Technik" ins Leben, aus der auch eine Schriftenreihe (7 Bände) entstand. Persönlichkeiten mit philosophischem, politischem und natürlich auch technischem Hintergrund diskutierten über Sinn oder Unsinn, Gefahr oder Hoffnung, Problemverursachung oder Problemlösung moderner Technik.


Die von Prof. Franzke ebenfalls gegründete "Franzke'sche Stiftung" lobt alle zwei Jahre einen Preis aus "für eine herausragende Dissertation, die das technik- und naturwissenschaftliche Denken mit dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Denken verknüpft. Im Hinblick auf eine geistige Durchdringung technischer Gegenwartsprobleme sollen die Sichtweisen, Methoden und Resultate der einen Seite in kritischer und problemlösender Absicht auf die andere Seite bezogen werden." Mit Seminar und Stiftung reagierte Prof. Franzke früher als Andere auf die Herausforderung, die Ingenieurwissenschaften stärker in den gesellschaftlichen Kontext einzubinden - setzt aber bewusst die Problemlösung gleichwertig neben die Kritik. Mit dieser Einstellung wirkte er auf die Studierenden stets in ungewöhnlich herausfordernder Weise ein und förderte die Selbstständigkeit des Denkens und des Urteils.


Prof. Franzke war so ein außerordentlich vielseitig und praktisch denkender Wissenschaftler und weitsichtiger akademischer Lehrer, mit hohem Ansehen bei Kollegen, Mitarbeitern und Studierenden. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1995 übernahm er noch sechs weitere Jahre bis zur Wiederbesetzung des Fachgebiets das volle Lehrdeputat als Zeichen seiner großen Verbundenheit mit der Universität und den Studierenden.

Wir verlieren einen engagierten und geschätzten Hochschullehrer. Im Gefühl großer Dankbarkeit wird die Technische Universität Berlin ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren.  

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