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TU Berlin

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Jewish Pimps, Prostitutes and Campaigners in a Transnational German and British Context, 1875-1940

(In Kooperation mit der Queen Mary University, London)

Das bi-nationale Forschungsprojekt „Jewish Pimps, Prostitutes and Campaigners in a Transnational German and British Context, 1875-1940“ rückt die Geschichte von Jüdinnen und Juden im Bereich von Menschenhandel, Sexarbeit und Migration in den Mittelpunkt des Interesses. Das Forschungsprojekt, das Dr. Stefanie Fischer und Dr. Daniel Lee an der Technischen Universität Berlin und der Queen Mary University of London leiten, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem britischen Arts und Humanities Research Council gefördert. In ihren Teilprojekten erforschen Dr. Elisabeth Janik-Freis (Technische Universität Berlin) und Dr. Paola Zichi (Queen Mary University London) die Globalgeschichte einer „sexual economy“, um die vielschichtigen Verbindungen zwischen Sexarbeit, Migration und Menschenhandel aufzuzeigen.

Im Teilprojekt „Menschenhandel und Prostitution zwischen realer Praxis und diskursivem Schreckbild: Kriminelle Netzwerke, Staat und Öffentlichkeit 1918–1939“ legt Dr. Elisabeth Janik-Freis, den Fokus auf die polnisch-jüdische Geschichte des Menschenhandels zwischen 1918 und 1939. Am Beispiel der Freien Stadt Danzig werden Wissensbestände, Interessen und Handlungsspielräume staatlicher und nicht-staatlicher Akteursgruppen, die sich diesem gesellschaftlichen Phänomen näherten und nach Lösungsansätze suchten, untersucht. Dabei kommt insbesondere den Bestrebungen des Völkerbunds, der als internationaler Akteur neuen Typs nach dem Ersten Weltkrieg die Bildfläche betrat und dabei auch neue Ansätze zur Bekämpfung des Menschenhandels als Form internationaler Kriminalität entwarf, eine prominente Rolle zu. Menschenhandel wird im Rahmen des Teilprojekts ebenso als historisch reale Form internationaler Kriminalität in den Blick genommen wie auch als Gegenstand zeitgenössischer Imaginationen von Sexualität, Geschlecht und normativer Ordnung sowie als Projektionsfläche antisemitischer Ressentiments gegenüber jüdischen Akteur:innen.

Die von lokalen, nationalen und internationalen Akteur:innen betriebenen Diskussionen und Bemühungen zur Bekämpfung des Menschenhandels werden im Kontext von zeitgenössischen Diskursen über Hygiene, Gesundheit, Mobilität und die gesellschaftliche und rechtliche Stellung von Frauen und Minderheiten in Danzig und Polen in der Zwischenkriegszeit betrachtet.

Dr. Paola Zichi untersucht in ihrem Teilprojekt die Lebenswelten jüdisch-italienischer Frauen und geht dabei auf ihre Rolle im Umgang mit Prostitution, weiblicher Emanzipation und Menschenrechten ein. Die Akteur:innen, die von Anbeginn an Teil einer abolitionistischen und feministischen Bewegung waren und der demokratischen mazzinischen Linken (benannt nach Guiseppe Mazzini) nahe standen, werden unter zwei Aspekten untersucht. Zum einen fragt Zichi nach deren Bezug zur Geschichte von internationalen Übereinkommen zur Bekämpfung des Menschenhandels. Dabei untersucht Zichi auch, wie feministische Gruppen, sich in ihrer Lobbyarbeit gegen „weiße Sklaverei“ einsetzten. Ganz konkret fragt Zichi, wie jüdisch-philanthropischer Organisationen auf eine vom Völkerbund geförderte Gesetzgebung zur Bekämpfung des Menschenhandels einwirkten. Zum anderen betrachtet Zichi rechtliche Regulierungen von Sexarbeit und Ehe, Antisemitismus sowie die Mobilisierung „rassischer“ und geschlechterspezifischer Hierarchien in Bezug auf öffentliche Moral- und Hygienevorstellungen. Zichi nimmt auch die Betätigung von jüdischen Frauenrechtlerinnen in Italien in der International Abolitionist Federation in den Blick. Dabei beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich italienische Frauenrechtlerinnen an zeitgenössischen Debatten um Emanzipation, Prostitution und Menschenrechten in einem (inter-)nationalen Kontext zwischen 1904 und 1933 beteiligten.

Das bi-nationale Kooperationsprojekt bietet, dank seiner interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit, neue Sichtweisen auf bislang unerforschte Berührungspunkte zwischen jüdischer Geschichte und Geschlechterforschung an.

 

Projektleitung TU Berlin: Dr. Stefanie Fischer

Projektbearbeitung TU Berlin: Dr. Elisabeth Janik-Freis

Studentische Hilfskraft TU Berlin: Lasse Meyerink

Praktikantin TU Berlin: Clara Leo (Februar bis Mai 2022)

 

Projektleitung Queen Mary University London: Dr. Daniel Lee

Projektbearbeitung Queen Mary University London: Dr. Paola Zichi

 

Finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem britischen Arts und Humanities Research Council (2020 bis 2023)

 

 

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