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TU Berlin

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Ein Abend zu Moishe Postone

Am 19. März 2018 starb Moishe Postone. Obwohl er den größten Teil seines Lebens in den USA lebte, war es die deutsche Linke, in welcher „der letzte Frankfurter“ (FAZ) seine eigentliche Wirkung hatte. Das lag an zwei Schriften, zum einen an seinem umfangreichen Hauptwerk 'Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft', und zum anderen an dem kleinen Aufsatz 'Nationalsozialismus und Antisemitismus. Ein theoretischer Versuch'. Beide verbinden die Kritische Theorie in der Tradition von Adorno und Horkheimer mit der Marx’schen Kritik der politischen Ökonomie, besonders ihrer werttheoretischen Seite, und beide gehen auf Distanz zum klassischen Marxismus einerseits und zu post-strukturalen Theorien andererseits. 

Der rote Faden in seinem Werk aber war die Kritik der abstrakten Arbeit und der Lohnarbeit. Dem „traditionellen Marxismus“ warf er vor, mit einer affirmativen Kritik vom „Standpunkt der Arbeit“ die Befreiung der Arbeit vom Kapital zu verfolgen – statt die Befreiung von der Arbeit. Im Rückgriff auf Marx zielte Postone auf eine Emanzipation von der Lohnarbeit, wobei er auch eine Abkehr von der Negativität und vom Pessimismus der Kritischen Theorie vollzog, indem er sich auf den Fortschritt berief, den die Steigerung der Produktivkraft mit sich bringe – zumindest potenziell. Denn genau diese Möglichkeit der Befreiung entwickele sich im Widerspruch zur kapitalistischen Wirklichkeit: Durch die Steigerung der Produktivkraft wird Lohnarbeit zwar zunehmend überflüssig, aber die Arbeitsgesellschaft wird weiterhin aufrechterhalten. Das führt zu einer Krise der Lohnarbeit, die sich nicht nur ökonomisch, sondern auch ideologisch äußert, etwa im zunehmenden Antisemitismus oder in religiösen Fundamentalismen. 

Wir wollen am Vorabend seines zweiten Todestages über Postones Kritik sprechen. Den Abend im ://about blank eröffnen wird ein kurzer Film mit einem Interview, gefolgt von einer kleinen Einführung in Postones Gesellschaftskritik. Anschließend wollen wir in einer Gesprächsrunde mit Christine Achinger (Warwick), Timo Daum (Leipzig) und Frank Engster (Berlin) die Stärken und Schwächen seiner Kritik, ihre Diskussion in der (deutschen) Linken und Postones persönliches Verhältnis zu ihr diskutieren. 

Mittwoch, 18. März 2020, 19:00 - 21:00 //:about blank, Markgrafendamm 24c, 10245 Berlin

https://www.helle-panke.de/de/topic/3.termine.html?id=2813 [3] 

Veranstaltet von "Helle Panke" e.V. - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin in Kooperation mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin.

Öffentliche Erklärung des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA)

Angesichts der wiederholten Medienberichterstattung der letzten Monate im Zusammenhang mit Vorwürfen, die sich gegen das ZfA richten und eine angebliche „Relativierung von Antisemitismus“ oder gar eine angeblich „wissentliche Kooperation mit Antisemiten“ zum Gegenstand haben, erklären wir wie folgt:

Das ZfA hat zu keinem Zeitpunkt – und schon gar nicht wissentlich – mit antisemitischen und israelfeindlichen Organisationen „kooperiert“!

Dieser inakzeptable Vorwurf geht auf ein Islamophobie-Forschungsprojekt der EU aus dem Jahr 2018 zurück, an welchem das ZfA gar nicht, sondern acht Universitäten und/oder Forschungseinrichtungen aus der EU beteiligt waren. Erst nach Abschluss des genannten Projekts wurde der EU-Justiz-Generaldirektion bekannt, dass die am Projekt - neben also anderen allein von der EU ausgewählten Universitäten und/oder Forschungseinrichtungen - ebenfalls beteiligte „Islamic Human Rights Commission“ (IHRC) mit antisemitischen und israelfeindlichen Aktivitäten in einem Zusammenhang steht. Das ZfA hatte aus diesem Grund bereits zuvor die Vorstellung der Forschungsergebnisse aus diesem EU-Projekt durch eine IHRC-Vertreterin unverzüglich und noch vor öffentlichen Protesten abgesagt. Daraufhin fand die gesamte Veranstaltung nicht statt. Die Justizgeneraldirektion der EU distanzierte sich nach Kenntnis des Antisemitismus des IHCR von dem von ihr finanzierten Islamophobie-Projekt ebenfalls, wie bereits schon zuvor das ZfA. Im Rahmen einer durch das ZfA dazu eingeleiteten Untersuchung versicherte der mit der Organisation der Veranstaltung betraute Verantwortliche eidesstattlich, von antisemitischen und israelfeindlichen Aktivitäten des IHRC keine Kenntnis gehabt zu haben und insbesondere kein Mitarbeiter des IHRC zu sein. Er ist auch bereits seit Ende 2018 kein „Fellow“ mehr am ZfA.  

In den letzten Wochen protestierten zahlreiche namhafte nationale und internationale WissenschafterInnen wie Prof. David Feldman (Birkbeck), Prof. Atina Grossmann (Cooper Union), Prof. Wolf Gruner (University of Southern California), PD. Kirsten Heinsohn (Forschungsstelle für Zeitgeschichte), Prof. Susannah Heschel (Dartmouth), Prof. Marion Kaplan (New York University), Dr. Karen Körber (IGDJ), Prof. Miriam Rürup (IGDJ), Prof. Ulrike Weckel (Universität Gießen) und Prof. Diane Wolf (University of California) gegen die eingangs erwähnten Diffamierungen, die sich gegen das ZfA richteten. Auch dies verdeutlicht einmal mehr: Vom ZfA geht selbstverständlich keine „Bewegung aus, die eine Trivialisierung des Antisemitismus“ einleitete, auch keine, welche sich „heute in scharfer Form gegen die Existenz des Staates Israel und in der Konsequenz gegen das Lebensrecht der dort lebenden Juden richtet“. 

Das zu behaupten, stellt die eigentliche Trivialisierung von Antisemitismus dar. Wir verwahren uns entschieden gegen Versuche, die Meinungs- und Pressefreiheit zu missbrauchen. Sie sind vielmehr als konstruierter Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit zu verstehen.

- Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) –

im Januar 2020

Leserbriefe [4]

Der ZfA-Tätigkeitsbericht der Jahre 2017-2018 ist erschienen! [5]

 

 

Der 28. Band des Jahrbuchs für Antisemitismusforschung ist erschienen!

[6]
Jahrbuch Band 28
Lupe [7]

Das diesjährige Jahrbuch dokumentiert unter anderem zwei wissenschaftliche, öffentlichkeitswirksame Kooperationen des Zentrums für Antisemitismusforschung: mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand veranstaltete das ZfA zum 70. Jahrestag eine Tagung zur Flüchtlingskonferenz von Évian im Juli 1938. Diese begleitete eine Ausstellung, die vom 27. Juli bis 5. Oktober 2018 im Bendlerblock gezeigt wurde und von der mittlerweile auch eine online-Version vorliegt (www.evian1938.de).

Dass das rechtspopulistische Lager mit dem Thema „Flüchtlinge“ reiche Ernte einfahren kann, ist allgemein bekannt. Weniger offensichtlich sind dagegen die langjährigen, oftmals subterranen Verbindungslinien, die manche bundesrepublikanischen Intellektuellen mit dem gegenwärtigen Rechtsradikalismus verbinden. So stammen zwei Beiträge dieses Jahrbuchs von  einem Workshop zu Leben und Werk des 2016 verstorbenen Historikers Rolf Peter Sieferle, der im September 2018 am ZfA stattfand. Im Mittelpunkt der Diskussion stand das 1994 entstandene Werk Finis Germania und dessen offen rechtes Weltbild.

Weitere Beiträge des Jahrbuchs diskutieren die 1968 aufbrechende Kontroverse zwischen dem nach Frankfurt zurückgekehrten Institut für Sozialforschung und der in New York verbliebenen Hannah Arendt um den Tod Walter Benjamins, die Darstellung des Nationalsozialismus in der feministischen Zeitung Courage, den deutschen Volksbegriff und dessen Verstrickung mit rassistischen Vorstellungen sowie einen aktuellen Fall aus der Hamburger Bürgerschaft, in dem  die AfD 2018 in einem eigenen Antrag  die Einrichtung einer/s Antisemitismusbeauftragten forderte.

 Die Studien in der letzten Sektion beschäftigen sich mit neueren Untersuchungen aus einigen europäischen Nachbarstaaten. Hier werden die Ergebnisse einer norwegischen Umfrage vorgestellt, die erstmals jüdische und muslimische Bürgerinnen und Bürger zu ihren Einstellungen zueinander befragte, die Antisemitismusvorwürfe gegen die britische Labour Party rekonstruiert sowie die antisemitischen Inhalte einer vom staatlichen türkischen Fernsehen produzierten Serie untersucht.

Inhaltsverzeichnis [8]

Relationen zwischen Antisemitismus und Rassismus

Kürzlich erschienen: Die neue Ausgabe der Online-Zeitschrift ‚Lernen aus der Geschichte‘ [9] zum Thema ‚Relationen zwischen Antisemitismus und Rassismus‘. Die Ausgabe ist im Rahmen einer Kooperation zwischen der Agentur für Bildung und dem Zentrum für Antisemitismusforschung entstanden. Viel Spaß beim Lesen.

Arbeitsdefinition Antisemitismus

Im Oktober 2019 erschien ein Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA), das der Soziologe Peter Ullrich für die Rosa-Luxemburg-Stiftung und medico international erstellt hat. Ullrich arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum Technik und Gesellschaft und ist Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin.

Die langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung Juliane Wetzel, die den Entstehungsprozess der Arbeitsdefinition begleitet hat, nimmt hier Stellung zu diesem Gutachten:
Stellungnahme Juliane Wetzel [10]

Ringvorlesung "Ideologie, Hass, Ressentiment: Diskurse des Antisemitismus"

Lupe [11]

Wir laden Sie zur öffentlichen Ringvorlesung im Selma Stern Zentrum ein. Die Ringvorlesung findet donnerstags von 18:00 bis 20:00 in der Sophienstraße 22a statt. Nähere Angaben zum Programm finden Sie hier [12].

ZfA-Forschungskolloquium Wintersemester 2019/20

Einschluss/Ausschluss. Zur Bedeutung visueller Medien für die Erforschung von Antisemitismus und Rassismus

Antisemitismus und Rassismus sind „visuelle Ideologien“ (George L. Mosse). Ob somatische Faktoren wie Hautfarbe oder Nasenform oder Kleidung, etwa Abzeichen wie der rote Winkel oder der gelbe Stern – das äußerlich Sichtbare war (und ist) ein konstitutiver Bestandteil der Markierung und Kontrastierung von Selbst- und Fremdbildern. Zugleich waren visuelle Medien spätestens seit der massenhaften Verbreitung von Fotografien Mitte des 19. Jahrhunderts entscheidend für die Herstellung und Perpetuierung solcher Bilder. Das Forschungskolloquium widmet sich in diesem Semester der Bedeutung visueller Medien sowohl hinsichtlich der Genese von Antisemitismus und Rassismus als auch für deren Erforschung. Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen werden jeweils spezifische mediale Visualisierungsstrategien und -praxen sowie verschiedene visuelle Arenen von Ein- und Ausschluss thematisieren. Den Abschluss bildet ein Gespräch u. a. über die ethischen Implikationen des Umgangs mit antisemitischen und rassistischen Bildern im Rahmen von Ausstellungen. 

Die Veranstaltung steht ohne Anmeldung allen wissenschaftlich Interessierten offen, auch zum Besuch einzelner Termine. Bitte beachten Sie wegen eventueller Änderungen, v.a. bzgl. des Raumes in der zweiten Hälfte des Semesters, die Homepage sowie die Facebook-Seite des ZfA:

http://www.tu-berlin.de/fakultaet_i/zentrum_fuer_antisemitismusforschung/ [13] | https://www.facebook.com/Antisemitismusforschung/ [14]

Wann: Mittwochs, 18.00 bis 20.00 Uhr
Wo: Ernst-Reuter-Platz 7, Telefunken-Hochhaus, 10587 Berlin, 8. Etage, Raum TEL 811

Programm [15]

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Veranstaltung: In Erinnerung an Prof. Dr. Reinhard Rürup (27. Mai 1934 – 6. April 2018)

Reinhard Rürup, 1934 in Rehme/Westfalen geboren, schlug nach einem Lehramtsstudium der Geschichte und Germanistik in Freiburg und Göttingen eine Hochschullaufbahn ein. Ab 1970 wirkte er als Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin, von 1975 bis 1999 an der Technischen Universität Berlin. Gastprofessuren führten ihn an die Universitäten von Berkeley, Harvard, Sydney, Jerusalem, Stanford und Oxford. Als Projektleiter ab 1985 und von 1992 bis 2004 als Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Topographie des Terrors war er Leiter publikumswirksamer Ausstellungen und hatte erheblichen Anteil an der Entwicklung der Erinnerungskultur in Deutschland. Daneben war er u.a. Vorsitzender der Wissenschaft- lichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts und Vorsitzender der Präsidentenkommission »Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus«. Zu seinen Veröffentlichungen gehö- ren Emanzipation und Antisemitismus. Studien zur »Judenfrage« der bürgerlichen Gesellschaft (1975, 1987),Schicksale und Karrieren. Gedenkbuch für die von den Nationalsozialisten aus der Kaiser-Wilhelm-Gesell- schaft vertriebenen Forscherinnen und Forscher (2008) und Der lange Schatten des Nationalsozialismus. Geschichte, Geschichtspolitik und Erinnerungskultur (2014). Demächst erscheint das noch von Reinhard Rürup zusammengestellte und durchgesehene Werk Revolution und Demokratiegründung 1918/19. Am 6. April 2018 ist Reinhard Rürup gestorben.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Topographie des Terrors, des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin und der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts in der Bundesrepublik Deutschland.

Wo: Dokumentationszentrum Topographie des Terrors, Auditorium, Niederkirchnerstraße 8 in Berlin-Kreuzberg

Wann: Dienstag, 28. Mai 2019 um 18 Uhr

Anmeldung bis zum 21. Mai unter: veranstaltungen@topographie.de
oder 030 254509-0

Zum Programm [16]

Buchpräsentation "Deutsche Arbeit. Kritische Perspektiven auf ein ideologisches Selbstbild" von Felix Axster und Nikolas Lelle

Lupe [17]

"Deutsche Arbeit", ein Topos der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand und Vorstellungen von Arbeitsmoral und nationalem Charakter verband. Während des NS-Regimes wurde er in besonderer Weise wirkmächtig: als konstitutiver Bestandteil des Konzepts der "Volksgemeinschaft".
Das gleichnamige Buch geht der Genese dieses ideologischen Selbstbildes nach. In den Beiträgen wird u. a. untersucht, in welcher Weise Arbeit nationalistisch aufgeladen und im Gegenzug die Ideologie des Nationalen durch den Arbeitsbegriff konturiert wurde. Ebenso wird nach dem Potenzial der Ausgrenzung gefragt, das im Antisemitismus und der Vernichtungspolitik des "Dritten Reiches" kulminierte.

Dr. Felix Axster, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, und sein Mitherausgeber, Nikolas Lelle von der HU Berlin, werden zwei Aufsätze des Buches vorstellen und dann die Frage nach der Aktualität des Topos "Deutsche Arbeit" zur Diskussion stellen. Dabei wird es auch darum gehen, die gegenwärtig in Deutschland geführten Debatten über Arbeit historisch zu kontextualisieren und auf Bruchstellen und Kontinuitätslinien hin zu deuten.

Programm [18]

Pflichtbesuche für Lehrer*innen in KZ-Gedenkstätten?

Stefanie Fischer im Interview zur Frage, ob der Besuch von KZ-Gedenkstätten für Lehrer*innen zur Pflicht werden sollte.

Zum Interview [19]

Unabhängige Kommission Antiziganismus nimmt ihre Arbeit auf

Am 27. März hat die Unabhängige Kommission Antiziganismus, angesiedelt am Bundesministerium des Innern und untermauert durch einen Entschließungsantrag des Deutschen Bundestages, ihre Arbeit aufgenommen. Dr. Markus End, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung, ist eines der elf Mitglieder.

Weitere Informationen zur Unabhängigen Kommission Antiziganismus [20]

 

In der Frankfurter Rundschau äußert er sich anlässlich der Einsetzung der Kommission zur gegenwärtigen Ausprägung des Antiziganismus in der deutschen Gesellschaft.

Zum Artikel [21] in der Frankfurter Rundschau

Der belgische Sammler Arthur Langerman hat seine einzigartige Sammlung antisemitischer visueller Artefakte dem Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) übergeben

Lupe [22]

Der belgische Sammler Arthur Langerman hat am 20.03.2019 seine einzigartige Sammlung antisemitischer visueller Artefakte dem Zentrum für Antisemitismusforschung der Technische Universität Berlin übergeben. Das Arthur-Langerman-Archiv für die Erforschung des visuellen Antisemitismus (ALAVA) wird als Teil des ZfA zukünftig an einem neuen Standort in der Kaiserin-Augusta-Allee in Berlin untergebracht sein. Bestehend aus nahezu 8000 Einzelstücken, darunter mehr als 5000 Postkarten, über Tausend handgezeichnete Skizzen, mehrere Hundert Plakate sowie zahllose Druckwerke und Gemälde, zeichnet sich die Sammlung nicht nur durch ihren Umfang, sondern auch durch ihre historische und regionale Vielfalt aus.

3sat Kulturzeit hat den Sammler in seinem Archiv besucht und zeigt, wo in Zukunft die Bestände in Berlin erforscht werden.

Zum Beitrag [23]

Ausstellung zur Flüchtlingskonferenz von Évian geht online

Lupe [24]

Sonderausstellung „Geschlossene Grenzen“ des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand ab 4. März 2019 online abrufbar

Die neue Website www.evian1938.de zur erfolgreichen Sonderausstellung „Geschlossene Grenzen: Die internationale Flüchtlingskonferenz von Èvian 1938“ richtet sich besonders an Einrichtungen der schulischen und außerschulischen sowie universitären Bildung, lädt aber auch alle politisch und historisch Interessierten herzlich zur Nutzung ein.

Im Juli 1938 trafen sich die Vertreter von 32 Staaten im mondänen Badeort Évian-les-Bains am französischen Ufer des Genfer Sees, um für den vom nationalsozialistischen Deutschland verursachten Massenexodus europäischer Juden eine Lösung zu finden. Die meisten Staaten lehnten mit unterschiedlichen Begründungen die Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge ab, nachdem sie teilweise ihre Einreisebestimmungen noch vor oder sogar während der Konferenz verschärft hatten.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsthematik seit Sommer 2015 beabsichtigt das Team unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum und Dr. Winfried Meyer vom ZfA mit der neuen Website www.evian1938.de vor allem, die Öffentlichkeit über Vorgeschichte, Verlauf, Ergebnisse und Folgen der Konferenz in Évian vor 80 Jahren zu informieren und aufzuklären. 

In zehn Videos werden Ausschnitte aus Interviews mit jüdischen Flüchtlingen und seltene Amateur- und Wochenschauaufnahmen vom antijüdischen Terror in Wien 1938, von der Konferenz und dem daraus hervorgegangenen Zwischenstaatlichen Komitee für Flüchtlinge, von der Irrfahrt der „St. Louis“ sowie aus dem amerikanischen Dokumentarfilm von 1941 „Sosúa – Haven in the Caribbean“ gezeigt. 

Dossiers zu den 32 Teilnehmerstaaten der Flüchtlingskonferenz enthalten neben Angaben zu Demographie und Wirtschaft des Landes im Jahre 1938 Informationen zur jeweiligen Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik, Kurzbiographien der Angehörigen der Delegationen in Évian sowie die öffentlichen und nichtöffentlichen Beiträge der Staaten zur Flüchtlingskonferenz.

Ein Personenregister ermöglicht zudem den biographisch interessierten Nutzern die Auffindung personenbezogener Informationen vor allem zu den Angehörigen der Delegationen in Évian. Nicht nur bei der Rekonstruktion der Biographien dieser Delegierten ist bei der Erarbeitung der Ausstellung wissenschaftliches Neuland beschritten worden.

Abrufbar ist die Website unter: https://www.evian1938.de/ [25]

 

Zur Ausstellung

Die Sonderausstellung „Geschlossene Grenzen. Die Internationale Flüchtlingskonferenz von Évian 1938“ wurde vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (GDW) erarbeitet. Vom 27. Juli bis 5. Oktober 2018 war die Ausstellung in der GDW zu sehen. Nachdem sie zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2019 von der Stadt Plettenberg gezeigt worden ist, wird sie ab dem 14. März 2019 im Dokumentationszentrum Prora auf Rügen zu sehen sein. Gefördert wurde das gesamte Projekt von der Kulturstiftung des Bundes, dem Auswärtigen Amt, der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft sowie der Friede Springer Stiftung. Zur Ausstellung ist ein ausführlicher Katalog, herausgegeben von Frédéric Bonnesoeur, Christine Kausch, Thomas Lindner, Winfried Meyer und Julia Pietsch (400 Seiten), erschienen, der über die GDW bestellt werden kann.

 

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: 

Dr. Winfried Meyer

TU Berlin

Zentrum für Antisemitismusforschung

Tel.: 030 314-29096

E-Mail: w.meyer@campus.tu-berlin.de

Ausstellungseröffnung: „Angezettelt“ im Jüdischen Museum Rendsburg

Lupe [26]

Klein, teilweise unscheinbar, aber keineswegs harmlos: Aufkleber, Marken und Sticker, die Judenfeindlichkeit, Rassismus und Hass gegen Minderheiten propagieren. Die Ausstellung „Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute“ zeigt historische und aktuelle Beispiele und regt dazu an, sich mit den Erscheinungsformen von Antisemitismus und anderen menschenfeindlichen Ressentiments auseinanderzusetzen. Am 21.02.19 wird „Angezettelt“ im Jüdischen Museum Rendsburg eröffnet.

Zur Website des Jüdischen Museum Rendsburg [27]

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Dr. Stefanie Fischer über Holocaust-Gedenken in „ZDF heute plus“

Dr. Stefanie Fischer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung, im Gespräch mit „ZDF heute plus“ über Bedeutungen, Wandlungen und Schwierigkeiten des Holocaust-Gedenkens in der Gegenwart. Dr. Stefanie Fischer arbeitet zur Zeit über die Möglichkeiten einer Graphic History des Holocausts und seiner Nachgeschichte.

Zum Gespräch [28]

 

Stefanie Schüler-Springorum über Vorurteile in der Erinnerungskultur

Stefanie Schüler-Springorum spricht sich im Interview anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar dafür aus allen einzelnen Opfergruppen zu gedenken. Eine Petition, die unter anderem auch von Frau Schüler-Springorum unterzeichnet wurde, fordert jetzt erstmals eine eigene Gedenkstunde für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus im Bundestag.

Zum Interview [29]

Marcus Funck zum Verhalten der AfD während der Gedenkstunde im Bayerischen Landtag

Marcus Funck äußert sich in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk zum Verhalten der AfD im Bayerischen Landtag während der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus am 23. Januar 2019.

Zum Interview [30]

Antisemitismus in der Schule: Erste bundesweite Bestandsaufnahme

Prof. Dr. Samuel Salzborn vom Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin und Dr. Alexandra Kurth vom Institut für Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen haben eine erste bundesweit vergleichende Bestandsaufnahme zum Themenfeld „Antisemitismus in der Schule“ vorgelegt. Ausgehend von antisemitischen Vorfällen an deutschen Schulen in den vergangenen Monaten wird in dem Gutachten der bisherige Wissensstand zusammengetragen und auf Herausforderungen für Forschung und Politik hingewiesen.

Mehr zur Medieninformation [31] der Technischen Universität Berlin
Wissenschaftliches Gutachten [32]

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Stellungnahme des Zentrums für Antisemitismusforschung zu „Christian Peter Wilhelm Beuth, ein Antisemit?“

Das Zentrum für Antisemitismusforschung hat in der Debatte um die Umbenennung der Beuth-Hochschule Stellung bezogen. Die Stellungnahme soll auf die geschichtswissenschaftlichen Erkenntnisse zu Christian Peter Beuth, zu seiner Mitgliedschaft in der Tischgesellschaft und zu seiner entschiedenen Gegnerschaft der Judenemanzipation aufmerksam machen. Wir halten daher das Urteil, dass Beuth ein entschiedener Judenfeind auch im Horizont des 19. Jahrhunderts war, für gerechtfertigt.

Stellungnahme [33]

Jahrbuch für Antisemitismusforschung 27 (2018) herausgegeben von Stefanie Schüler-Springorum

Lupe [34]

Das Jahrbuch für Antisemitismusforschung 27 (2018) ist erschienen! Es vereinigt Beiträge zur Geistesgeschichte und politischen Geschichte des 19. Jahrhunderts mit solchen zur ungebrochenen Persistenz eines über Jahrzehnte in die Kommunikationslatenz verschobenen Antisemitismus in Deutschland und Österreich. Außerdem wird der Blick auf einen „postmodernen Antisemitismus“ gerichtet, der sowohl kosmopolitisch-individualistische Vorstellungen in sich aufnehmen kann, als auch auf seit Jahrzehnten tradierte und bis heute virulente Verschwörungstheorien in Chile und der Türkei.

Mit der bewussten Grenzverschiebung bzw. intendierten Neuakzentuierung in Bezug auf die deutsche Vergangenheit hatten wir es auch hierzulande in den vergangenen Monaten immer wieder zu tun, wobei jedoch antijüdische Ressentiments wohlweislich nicht offen bedient, sondern eher indirekt über Begriffe wie „Denkmal unserer Schande“ oder „Vogelschiss“ transportiert werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich uns allen immer wieder die Frage, ob, wo und mit wem genau man sich über rechtspopulistische Inhalte auseinandersetzen soll. Der das Jahrbuch abschließende Debatten-Teil nimmt dieses Thema auf und stellt vier unterschiedliche Positionen vor.

Thematische Schwerpunkte dieser Ausgabe sind: Antisemitismus in Literatur und Musik | Antisemitismus in Europa in Geschichte und Gegenwart | Verschwörungstheorien | Debatte: Mit Rechten reden

Liste aller Beiträge: Inhaltsverzeichnis [35]

Weitere Informationen unter: Metropol Verlag [36]

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ZfA-Forschungskolloquium Wintersemester 2018/19

Lupe [37]

Die Veranstaltung steht ohne Anmeldung allen wissenschaftlich Interessierten unabhängig von einer Hochschulzugehörigkeit offen, auch zum Besuch einzelner Termine.

Wann: Mittwochs, 18.00 bis 20.00 Uhr
Wo: Ernst-Reuter-Platz 7, Telefunken-Hochhaus, 10587 Berlin, 8. Etage, Raum TEL 811

Programm [38]

 

 

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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis (KVV) Wintersemester 2018/19

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis WiSe_2018/19 [39]

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Studiengangplan „Interdisziplinäre Antisemitismusforschung“ Wintersemester 2018/19

Studiengangplan "Interdisziplinäre Antisemitismusforschung"_WiSe_2018/19 [40]

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Mitschnitt der Podiumsdiskussion des Symposiums zum Thema „Geschlossene Grenzen. Die internationale Flüchtlingskonferenz von Évian 1938“

Im Rahmen der Sonderausstellung „Geschlossene Grenzen. Die internationale Flüchtlingskonferenz von Évian 1938“ haben die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin im September 2018 ein internationales wissenschaftliches Symposium zum Thema „Flüchtlingskrise 1938 und heute? Zur Aktualität der Internationalen Flüchtlingskonferenz von Évian 1938“ veranstaltet.

Ein Mitschnitt der Podiumsdiskussion des Symposiums ist nun unter folgendem Link abrufbar: www.mediathek.rbb-online.de [41]

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Forschungskolloquium: Diaspora, Exil, Migration

Lupe [42]

Programm des Forschungskolloquiums von Prof. Dr. Kerstin Schoor, Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder)

Wann: Dienstags, 14.15 – 15.45 Uhr (Postgebäude, Raum 265) und 16.15 – 17.45 Uhr (Stephanssaal)

Anmeldungen unter:
elange@europa-uni.de

Programm [43]

 

 

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Zentrum für Antisemitismusforschung
Fakultät 1
Sekr. TEL 9-1
Telefunken-Hochhaus
Raum 904
Ernst-Reuter-Platz 7
10587 Berlin
Tel: 030-314-25851
Tel: 030-314-25676
Fax: 030-314-21136
sekretariat@asf.tu-berlin.de [44]

Öffnungszeiten Sekretariat
Raum 908
Mo-Mi: 9.30-10.30 Uhr
Mo-Mi: 13.00-14.00 Uhr
Raum 904
Mo-Fr: 10.00-12.00 Uhr
Mo-Fr: 14.00-16.00 Uhr

Öffnungszeiten Bibliothek
stehen unter "Bibliothek"
roschmann-steltenkamp@tu-berlin.de [45]
Webseite [46]
Tel: 030-314-23908

[47]
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