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Zentrum für AntisemitismusforschungÜber den Sammler

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Über den Sammler

Arthur Langerman
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Arthur Langerman wurde 1942 in Antwerpen als Sohn polnisch-jüdischer Einwanderer geboren. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht wurde er 1944 im Alter von zwei Jahren in ein Waisenhaus gegeben, während seine Eltern nach Auschwitz deportiert wurden. Nur seine Mutter kehrte zurück, sprach jedoch nie mit ihrem Sohn über das Erlebte.

Der Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem 1961 entfachte bei Arthur Langerman das Bedürfnis, mehr über den nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Juden und die Geschichte des Antisemitismus im Allgemeinen zu erfahren. Er begann mit dem Sammeln antisemitischer Objekte, in denen er Beweismittel und eine potenzielle Erklärung für das Geschehene sah. Bedingt durch das Bestreben, den Platz für seine Sammlung so gering wie möglich zu halten, konzentrierte er seine Sammelambitionen schon bald nahezu ausschließlich auf Zeichnungen und grafische Propagandamaterialien. Das Sammeln wurde für ihn über die folgenden Jahrzehnte zur Passion.  Heute ist er im Besitz der wahrscheinlich größten Sammlung von antisemitischen Zeichnungen und Darstellungen weltweit.

Nachdem er seine Sammlung lange Zeit privat betrieb und nur mit wenigen Vertrauten darüber sprach, entschied sich Arthur Langerman angesichts der Zunahme antisemitischer Akte und Äußerungen in den letzten Jahren zu einem Kurswechsel. Er begann, nach Möglichkeiten zu suchen, die Sammlung der Bildungs- und Aufklärungsarbeit sowie der wissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen. 2016 wurden erstmals zwölf Plakate seiner Sammlung im belgischen Holocaust-Gedenkzentrum Kazerne Dossin in Mechelen ausgestellt. Zwischen März 2017 und April 2018 waren zudem 150 Plakate, Postkarten und Gemälde im Mémorial de Caen in der Normandie zu sehen.


Näheres zur Ausstellung im Mémorial de Caen:

www.memorial-caen.fr

www.theguardian.com

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