1 Einleitung

Die COVID-19 Pandemie hat auch die Studierenden im Sommersemester 2020 vor große Herausforderungen gestellt. Aktuell werden in den TU Gremien verschiedene Optionen für das Wintersemester diskutiert. Um diese Diskussionen mit Zahlenmaterial zu abzusichern, hat das Strategische Controlling im Auftrag der LSK vom 17.07.2020 bis 03.08.2020 eine Umfrage unter allen TU Studierenden durchgeführt.

1.1 Fragebogen

Der Fragebogen wurde von einer AG der LSK zusammen mit Mitarbeitern des Strategischen Controllings entwickelt. Der Aufbau des Fragebogens gliedert sich wie folgt:

  1. Zu den Themen Module, Freiversuche und Prüfungen,
  2. Zum Thema Lernorte,
  3. demographische Angaben.

Eine PDF Version des Fragebogens ist im Anhang des HTML Archivs verlinkt. Die Erhebung wurde mit der Evaluationssoftware EvaSys durchgeführt.

1.2 Stichprobe

Im Block 3 des Fragebogen gibt es verschiedene demographische Angaben bzw. Gruppierungsmerkmale, nach denen vertieft ausgewertet werden kann. Dieser Kurzbericht enthält Auswertungen zu folgenden Gruppierungsmerkmalen:

  • Studierende mit zusätzlichen Belastungen (Eltern, Pflegende, Job, beeinträchtigt Stud.),
  • Studierende nach Abschluss (Bachelor, Master).

Die in Klammern verwandten Farben stellen den Farbcode für die Teilstichproben in Diagrammen dar. Die Gesamtstichprobe wird in Diagrammen rot dargestellt.

Insgesamt haben N=3455 Studierende an der Befragung teilgenommen. Das ergibt einen Rücklauf von 10 %. Wie die Gruppierungsmerkmale sich in der Stichprobe verteilen, ist in folgender Tabelle dargestellt:

Gruppe N Prozent der Stichprobe
Gesamtstichprobe 3455 100 %
Eltern 126 3.65 %
Pflegende 175 5.07 %
jobbende Stud. 1611 46.63 %
beeinträchtigt Stud. 320 9.26 %
Bachelor 2493 72.16 %
Master 890 25.76 %

Der Anteil der Eltern unter den Befragten entspricht ungefähr dem Stand aus Vorgängerbefragungen (4-5 %).

Betrachtet man die Rückläufe der Teilstichproben, fällt im Vergleich zu vergangen Befragungen auf, dass die Gruppe der pflegenden Studierenden zugenommen hat. Dies kann unter Umständen auf die COVID-19 Pandemie zurückzuführen sein. In dem Sinn, dass Studierende häufiger ihre Angehörigen pflegen als vor der Pandemie. Zum Beispiel durch “Einkaufen gehen für Angehörige” oder ähnliche Hilfeleistungen. Ob dies eine Rolle spielt müssen Folgestudien zeigen.

Rund die Hälfte der Befragten gehen für ihren Lebensunterhalt arbeiten (jobbende Studierende).

Der Rücklauf der beeinträchtigt Studierenden liegt in etwa im Bundestrend.

Bachelorstudierende haben im Vergleich zu Masterstudierenden signifikant etwas häufiger teilgenommen.

2 Block 1 Auswertung zu Modulen

Am Anfang des Fragebogens wurde erfragt, wie viele Module die Studierenden im Sommersemester 2020 belegt hatten und wie viel sie ursprünglich geplant hatten. Im Anschluss wurde gefragt, inwiefern die Studierenden mehr Module belegen würden, wenn es eine Freiversuchsregelung an der TUB gäbe.

2.1 Ergebnis Gesamtstichprobe

Im Folgenden sind die Ergebnisse für die Gesamtstichprobe dargestellt.

Aussagen: In der Gesamtstichprobe gaben die Befragten an, rund vier Module im Sommersemester 2020 belegt zu haben, ursprünglich geplant waren fünf Module. Das heißt, es wurde ein Modul weniger belegt, als ursprünglich geplant. Wenn die Studierenden Freiversuche hätten, würden 35 % keine weiteren Module belegen, rund 45 % würde ein bis zwei Module zusätzlich belegen. Lediglich rund 20 % würden mehr als zwei Module belegen.

2.2 Auswertung nach belasteten Studierendengruppen

Aus Gründen der einfacheren Interpretation wird in der Tabelle auf den Median anstatt den Mittelwert zurückgegriffen. Der Median ist ein Lageparameter ähnlich dem Mittelwert.

Im Vergleich zum arithmetischen Mittel ist der Median robuster gegenüber Ausreißern (extrem abweichenden Werten) und lässt sich auch auf ordinal skalierte Variablen anwenden.

In der folgenden Tabelle sind die real belegten Module sowie die ursprünglich geplanten Module im SoSe 2020 pro Gruppe dargestellt. In den Klammern steht jeweils der Medianwert. Die Differenz zwischen geplanten und belegten Modulen ist in der fünften Spalte fettgedruckt. In der letzten Spalte steht die Absichtserklärung der zusätzlich belegten Module pro Gruppe, wenn es Freiversuche gäbe.

Gruppe N belegte Module (Median) geplante Module (Median) Differenz geplant - belegt zusätzliche Module (Median)
Gesamtstichprobe 3455 4 Module (Md.5) 5 Module (Md.6) 1 Modul 1 Modul (Md.2)
Eltern 126 3 Module (Md.4) 4 Module (Md.5) 1 Modul 1 Modul (Md.2)
Pflegende 175 3 Module (Md.4) 5 Module (Md.6) 2 Module 2 Module (Md.3)
jobbende Stud. 1611 3 Module (Md.4) 4 Module (Md.5) 1 Modul 1 Modul (Md.2)
beeinträchtigt Stud. 320 3 Module (Md.4) 4 Module (Md.5) 1 Modul 2 Module (Md.3)

Aussagen: Im Vergleich zur Gesamtstichprobe belegten in der Gruppe der belasteten Studierenden die Befragten rund ein Modul weniger (3 Module). Das ist um so schwerwiegender für den Studienverlauf, da in diesen Gruppen auch generell ein Modul weniger geplant war. In der Gruppe der pflegenden Studierenden sind dies sogar 2 Module Differenz.

Gäbe es Freiversuche würden alle im Schnitt mindestens ein Modul mehr belegen. Pflegende und beeinträchtigt Studierende würden sogar rund zwei Module mehr belegen.

2.3 Auswertung nach Abschlüssen

Aus Gründen der einfacheren Interpretation wird in der Tabelle auf den Median anstatt den Mittelwert zurückgegriffen. Die Darstellung der Tabelle entspricht den Erläuterungen im vorherigen Kapitel.

Gruppe N belegte Module (Median) geplante Module (Median) Differenz geplant - belegt zusätzliche Module (Median)
Gesamtstichprobe 3455 4 Module (Md.5) 5 Module (Md.6) 1 Modul 1 Modul (Md.2)
Bachelor 2493 4 Module (Md.5) 5 Module (Md.6) 1 Modul 1 Modul (Md.2)
Master 890 3 Module (Md.4) 4 Module (Md.5) 1 Modul 1 Modul (Md.2)

Aussagen: Bachelorstudierende entsprechen im Schnitt der Verteilung der Gesamtstichprobe. Masterstudierende planten und belegten jeweils ein Modul weniger als in der Gesamtstichprobe. Beide Abschlussgruppen würden rund ein Modul mehr belegen, so fern es Freiversuche gäbe.

3 Block 1: Auswertung Gründe für Freiversuche

In diesem Block wurden die Studierenden nach den Gründen für mögliche Freiversuche gefragt. Dies erfolgte geschlossen mit einer Mehrfachantwortenfrage sowie durch ein offenes Kommentarfeld.

3.1 Ergebnis Gesamtstichprobe

Die folgende Tabelle stellt die abgefragten Gründe in der Gesamtstichprobe nach prozentualer Häufigkeit dar.

Grund N Prozent
Probeversuch 1544 45 %
Wdhlg. vermeiden 1107 32 %
Notenverbesserung 1070 31 %
Prüfung durchgefallen 1030 30 %

Aussagen: Rund 45 % der Befragten geben an als Grund ein Probeversuch. Weitere 32 % würden eine Prüfungswiederholung vermeiden, 31 % würden einen Freiversuch für die Notenbesuche Verbesserung für benutzen, ebenfalls 30 % geben an Freiversuche für die Wiederholung bei nicht bestandener Prüfung zu nutzen

3.2 Auswertung nach belasteten Studierendengruppen

In den folgenden Grafiken sind die Häufigkeiten in den Teilgruppen dargestellt.

Aussagen: Die Verteilung über die Antwortkategorien über die verschiedenen belasteten Studierendengruppen ähnelt denen in der Gesamtstichprobe.

Lediglich pflegende und beeinträchtigt Studierende geben etwas häufiger an, bei nicht bestandener Prüfung einen Freiversuch nutzen zu wollen.

3.3 Auswertung nach Abschlüssen

Die folgende Tabelle stellt die abgefragten Gründe in der Gruppe der Bachelor Studierenden nach prozentualer Häufigkeit dar.

Grund N Prozent
Probeversuch 1197 48 %
Prüfung durchgefallen 835 34 %
Wdhlg. vermeiden 783 31 %
Notenverbesserung 749 30 %

Die folgende Tabelle stellt die abgefragten Gründe in der Gruppe der Master Studierenden nach prozentualer Häufigkeit dar.

Grund N Prozent
Probeversuch 315 35 %
Wdhlg. vermeiden 306 34 %
Notenverbesserung 298 34 %
Prüfung durchgefallen 174 20 %

Aussagen: Die Verteilung über die Antwortkategorien über Bachelor und Masterstudierende weicht voneinander ab. Während die Verteilung bei den Bachelorstudierenden denen in der Gesamtstichprobe ähnelt, wurden Notenverbesserung und Wdhlg. vermeiden bei den Masterstudierenden fast ebenso häufig genannt, wie der Punkt Probeversuch.

3.4 Auswertung der Freitextkommentare

Die Befragten konnten auch offene Angaben zu weiteren Gründen für Freiversuche machen. In der folgenden Grafik sind die 803 offenen Kommentare als Wordcloud dargestellt