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TU Berlin

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Kunststoffkreisläufe in Zeiten des Klimaschutzes – Warum weniger mehr ist (23.11.20)

Prof. Dr. Vera Susanne Rotter (FG Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnik)
Moderation: Ulf Schrader

 

Kurzbeschreibung des Vortrags

Kreislaufwirtschaft gilt heute als Patentrezept gegen Rohstoffknappheiten und gleichzeitig als Motor für Jobs und Wohlstand in Europa und Deutschland. In der Praxis aber nehmen Rohstoffverbräuche und die damit verbundenen Umwelt- und Klimaschäden zu. Untersuchungen zeigen, dass der Rohstoffbedarf durch Sekundärrohstoffe nur begrenzt gedeckt wird. Grundlegende Veränderungen müssen am Beginn der Wertschöpfung ansetzen. Eine Steigerung des hochwertigen Recyclings liegt als Lösungsansatz nahe, um die Nachfrage nach Primärrohstoffen zu reduzieren. Dies allein reicht jedoch kaum aus, um die Ziele einer langfristig tragfähigen Rohstoffnachfrage zu erreichen, wie das Beispiel des Stoffstroms Kunststoffe verdeutlicht. Schätzungen gehen davon aus, dass die globalen Emissionen mit 56GT CO2 bis 2050 ca. 10-13% des globalen Kohlenstoffbudgets beanspruchen könnten, wenn sich der Verbrauch und der Umgang mit Kunststoff nicht nachhaltig ändern. Eine Abfallvermeidung, die zu einer echten Reduktion der Stoffströme führt, ist notwendig, um einen angemessenen Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten und die Erfüllung der Bedürfnisse anderer Gesellschaften und Generationen zu ermöglichen. Hochwertiges Recycling und Vermeidung können sich nicht gegenseitig ersetzen, sondern müssen sich ergänzen.

 

Zur Person

Prof. Dr. Rotter, ist seit 2003 Professorin und Leiterin des Fachgebietes ‚Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologie‘ (vormals ‘Abfallwirtschaft‘) an die Technische Universität Berlin.

Prof. Rotters Hauptforschungsfelder sind Recycling und Kreislaufwirtschaft, produktbezogenes Recycling und Herstellerverantwortung sowie Integration von Sekundärrohstoffen in den Wertschöpfungsketten. Mit ihrem Team arbeitet sie in verschiedenen nationalen und internationalen Projektkonsortia zu Technologien und Informationsmanagement für Rückgewinnung wirtschaftsstrategischer Metalle aus komplexen Produkten und Infrastrukturen wie Elektroaltgeräte, Batterien, Photovoltaikanlagen und Altfahrzeuge. Weitere Projekte adressieren nachhaltiges Management und Kreislaufstrategien von Biomassereststoffen im Nexus Energie und Landwirtschaft, Klimaschutz und Bodenschutz im internationalen Kontext, u.a. Vietnam und China. Prof Rotter war in der Ratsperiode 2016-2020 Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung.

 

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