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ExzellenzinitiativeBerlin Graduate School for Metropolitan Studies (MeS) - Facing the Urban Millenium

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Antragsskizzen, die nicht in die nächste Runde gelangt sind:

Graduiertenschule zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Berlin Graduate School for Metropolitan Studies (MeS) - Facing the Urban Millenium

Gemeinsamer Antrag von TU Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin

Megafaszinierend, megaherausfordernd

Oberbaumbrücke mit Fernsehturm
Land Berlin/Thie. Auch für die Millionenstadt Berlin ist Wasser ein wichtiges Gut
Lupe

Das Jahr 2007 wird eine historische Zäsur für die Menschheit markieren. Von den jetzt 6,6 Milliarden Männern, Frauen und Kindern wird erstmals die Hälfte in Städten leben. Anna Tibaijuka, geschäftsführende Direktorin von Habitat, dem Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen, spricht vom „Beginn eines neuen urbanen Millenniums“. 

Die Städte haben also auch nach 4000 Jahren nichts von ihrer Faszination verloren, sind Orte der Verheißung, von denen sich die Menschen Wohlstand und ein besseres Leben erhoffen. Ein entscheidendes Merkmal dieses urbanen Millenniums ist die weitere rasante Entwicklung der Megastädte, Metropolen mit mindestens – je nach Definition – fünf, acht, zehn und mehr Millionen Einwohnern. 

Vor dem Hintergrund dieser globalen Entwicklung haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Technischen Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin ein Konzept zur Einrichtung einer Berlin Graduate School for Metropolitan Studies (MeS) entwickelt, mit dem sich die beiden Berliner Hochschulen in der zweiten Staffel des Exzellenzwettbewerbs für die deutschen Universitäten bewerben. „Diese Graduate School verbindet die Kompetenzen der TU in den Planungswissenschaften mit der interdisziplinären Stadtforschung an der Humboldt-Universität“, sagt Harald Mieg, Geographie-Professor der Humboldt-Universität und einer der Initiatoren von MeS. "Berlin ist prädestiniert für internationale Metropolenforschung."

Das Leitthema der MeS sind der urbane Wandel in unserem Jahrhundert und die Chancen, ihn mit neuen Ideen und Konzepten zu bewältigen. „Denn die Herausforderungen, die mit dem enormen Wachstum solcher Städte wie Karatschi (Pakistan), Manila (Philippinen) oder Lagos (Nigeria) zu bewältigen sind, sind immens und berühren die politische und soziale Ebene genauso wie die ökonomische und ökologische“, erläutert Prof. Dr. Rudolf Schäfer, Dekan der Fakultät VI der TU Berlin und TU-Initiator von MeS. Einerseits entstehen hypermoderne Städte als globale Umschlagplätze für Wirtschaft und Finanzen mit faszinierenden Skylines, modernster Infrastruktur sowie Gesundheits- und Bildungseinrichtungen für Hunderttausende Menschen. 

Andererseits werden 2007 eine Milliarde Menschen in städtischen Slums leben – abgekoppelt von jeglicher menschenwürdiger Grundversorgung wie Wohnungen, sauberem Wasser, Strom, sanitären Einrichtungen, ohne Zugang zu Schulen und ärztlicher Fürsorge. „In der städtischen Wohnraumproblematik wird das Phänomen der sozialen Segregation, also der Ausgrenzung, das Auseinanderdriften von Gewinnern und Verlierern urbanen Wandels am deutlichsten“, sagt Schäfer, „auf der einen Seite haben wir eine in Slums lebende, stetig wachsende (Armuts)bevölkerung, auf der anderen Seite eine in abgeschotteten Vierteln lebende Mittel- und Oberschicht.“ 

Eine andere Herausforderung sind die ökologischen Probleme, die der urbane Wandel schafft: Verkehrslärm, hoher Ressourcenverbrauch von Energie und Wasser, Flächenversiegelung, Landverbrauch, Umweltverschmutzung. So liegt zum Beispiel die Kohlendioxid-Emission pro Kopf im Jahr bei etwa gleicher Bevölkerungszahl in Peking bei 253 Kilogramm, in Belgien bei 101 Kilogramm.
„Deshalb wird der Fokus der Forschung in der Graduiertenschule auf die Fragen von städtischer Umwelt und sozialem Wandel ausgerichtet sein und auf die Frage, inwiefern die städtischen Zivilgesellschaften über Potenziale verfügen, all diese Probleme für eine nachhaltige Stadtentwicklung lösen zu können. Innovative Lösungsansätze aufzuzeigen wird deshalb von essentieller Bedeutung sein, damit Politik und Wissenschaft nicht irgendwann den Offenbarungseid werden leisten müssen, dass die Städte unregierbar geworden sind“, beschreibt Schäfer die wissenschaftliche Herausforderung für die Doktoranden.

Die MeS ist Teil eines eng geknüpften nationalen wie internationalen Forschungsnetzes zu Metropolen und Megastädten. In Deutschland sind das unter anderem das Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Megastädte: Informelle Dynamik Globalen Wandels“, der Förderschwerpunkt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Forschung für die nachhaltige Entwicklung der Megastädte von morgen“ sowie der Förderfokus der Helmholtz-Gemeinschaft „Risk Habitat Megacity“. In den DFG- und BMBF-Programmen sind TU Berlin und Humboldt-Universität prominent involviert.

Den Doktoranden bieten sich in Berlin hervorragende Forschungsbedingungen. Aufgrund der Hauptstadtfunktion konzentrieren sich hier Steuerungskompetenzen sowie exzellente universitäre und außeruniversitäre Forschungskapazitäten zu allen relevanten Fragen der Stadtentwicklung. Auf universitärer Seite ist zum Beispiel das Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung der Humboldt-Universität und das DFG-Graduiertenkolleg „Geschichte und Kultur der Metropolen im 20. Jahrhundert“ an der TU Berlin zu nennen. Auf außeruniversitärer Seite sind es das Deutsche Institut für Urbanistik, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung oder das Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung. Schäfer und Mieg: „Berlin ist ein einzigartiges Laboratorium für Stadtforschung und Doktorarbeiten.“

Sybille Nitsche

Koordinatoren

Prof. Dr. Peter Herrle
Fachgebiet Entwerfen, Architektur im globalen Zusammenhang (Habitat Unit) der TU Berlin
Tel.: +49 (0)30 314-21909

www.habitat-unit.de
Prof. Dr. Harald A. Mieg
Hans-Sauer-Professur für Metropolen- und Innovationsforschung der Humboldt-Universität zu Berlin
Tel.: +49 (0)30 2093-6892

www.hu-berlin.de

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