TU Berlin

Technische Universität BerlinExzellenzstrategie

Inhalt des Dokuments

zur Navigation

Berlin University Alliance startet durch

Die TU Berlin beginnt ihre Initiative zum Verbundthema „Sozialer Zusammenhalt“

Lupe

„Sehr intensiv“, „anregend“, ungewöhnliches Format“, „Stoff zum Nachdenken“ – so oder so ähnlich lauteten die Reaktionen der rund 50 Teilnehmer*innen an dem TU-internen Wissenschafts-Speeddating-Event am 5. Dezember 2019. Jeweils zwei Minuten lang hatte eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler aus der soziologischen Richtung gemeinsam mit einer Person aus den Natur- oder Ingenieurwissenschaften Zeit, sich und ihre Forschung im Zweiergespräch zu pitchen. Danach wurde gewechselt, um innerhalb einer Stunde möglichst viele interdisziplinäre Begegnungen zu erzeugen und gegenseitiges Interesse zu wecken. Hintergrund der Veranstaltung ist das Thema „Social Cohesion“. Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist eine der sogenannten Grand Challenges aus dem Antrag der Berlin University Alliance (BUA), bei dem die Federführung bei der TU Berlin liegt. Im Rahmen des Speeddatings sollte ein erster Eindruck vermittelt werden, warum auch und gerade die Natur- und Ingenieurwissenschaften auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt rückwirken – aber gleichzeitig auch auf diesen sozialen Zusammenhalt angewiesen sind.

Mit einem Aufruf im Herbst 2019, Projektideen zum Thema „Social Cohesion“ einzureichen, waren Wissenschaftler*innen der BUA erstmals aufgefordert, sich zu vernetzen und gemeinsame Themen zu finden. 55 Projekte, davon 14 aus der TU Berlin, werden so aktuell gefördert. Im Februar 2020 wird es einen neuen „Call for Proposals“ geben, um konkrete inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekte im Bereich „Social Cohesion“ zu etablieren. Abgerundet wurde der eher ungewöhnliche wissenschaftliche Nachmittag mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion: „Vom Traum einer gelungenen Gesellschaft. Nachdenken über sozialen Zusammenhang“. Prof. Dr. Gesine Schwan von der Humboldt-Viadrina Governance Platform diskutierte mit Dr. Daniel Dahm, Unternehmer und Wissenschaftler, Dr. Daniela Dröscher, Autorin, und Christian Felber, Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie und Associate Scholar am IASS Potsdam, über aktuelle Herausforderungen gesellschaftlichen Zusammenhalts im Spannungsfeld von sozialer Herkunft, politischer Verantwortung und unternehmerischer Initiative.

Parallel zu den Grand Challenges ist die Internationalisierung ein weiteres Kernthema der Allianz. Als großer Forschungsverbund ist die BUA noch interessanter für internationale strategische Partnerschaften als jede der vier Partnerinnen einzeln. Solche Partnerschaften unterhält der Verbund aktuell mit der University of Melbourne, der National University of Singapore und mit der University of Oxford. 2019 gab es mit allen drei Partnerinnen je einen gemeinsamen „Call for Proposals“ mit dem Ziel, Workshops, Kurzzeit-Forschungsaufenthalte, Reisestipendien oder Ähnliches zu beantragen, um künftige größere gemeinsame Forschungsprojekte vorzubereiten. Insgesamt werden aktuell 118 Projekte im Rahmen des Verbunds gefördert.

Nachdenken über eine gelungene Gesellschaft: TU-Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Gesine Schwan sprach vor rund 600 Gästen an der TU Berlin über die Herausforderungen des sozialen Zusammenhalts.

Die Rede im Wortlaut

Aktuelle Projekte mit der TU Berlin

Globaler Dialog zu Restitution
Die Anschubfinanzierung für das Projekt „Understanding Colonial Collecting in Africa: Histories and Futures“ wird dafür eingesetzt, Grundlagen für neue transnationale und interdisziplinäre Verbundforschung zu schaffen, bei der die Stimmen aus dem Globalen Süden im Vordergrund stehen. Mit einer Reihe von Workshops und Treffen sollen Beziehungen zu Forschungspartnern aus ganz Afrika und Europa ausgebaut und etabliert werden. Langfristiges Ziel des Projektes ist es, die Vielfalt der afrikanischen Positionen in den Vordergrund der Debatte zu stellen und einen Schwerpunkt auf den Austausch zum Thema innerhalb des afrikanischen Kontinents zu legen.
Mit der Kunsthistorikerin Prof. Dr. Bénédicte Savoy von der TU Berlin und dem Anthropologen und Archäologen Prof. Dr. Dan Hicks vom Pitt Rivers Museum der Oxford University verbindet das Projekt zwei führende Persönlichkeiten im globalen Dialog über Restitution infolge kolonialer Sammlungstätigkeiten (inklusive Raub) und verknüpft die Forschungen der Teams. Das Projekt wird im Rahmen der Oxford-Berlin-Partnerschaft mit einer Anschubfinanzierung von 18 000 Euro gefördert. Katharina Jung


Privatheit im Netz
In Zeiten von Big Data wird permanent eine Fülle hochdimensionaler und multimodaler Daten generiert und an verschiedenen Stellen ausgewertet. Diese werden unter anderem genutzt, um mit cloudbasierten Anwendungen Autos zu steuern oder Gesundheits-Apps zu bedienen. Aus diesen großen und teilweise unorganisierten Datensätzen statistisch relevante Schlussfolgerungen zu ziehen, ist für diese Anwendungen unerlässlich. Doch diese Allgegenwart von Daten hat erhebliche Folgekosten für die Gesellschaft, in Form von mangelndem Datenschutz und fehlender Privatsphäre in der Kommunikation. In einem gemeinsamen Projekt der National University of Singapore und der TU Berlin wollen Prof. Dr.-Ing Rafael Schaefer, Juniorprofessor im Fachgebiet Informationstheorie und deren Anwendungen an der TU Berlin, und Professor Vincent Y. F. Tan von der National University of Singapore theoretisch abgesicherte Algorithmen entwickeln, die nachweislich die Privatsphäre gewährleisten. Mit der Anschubförderung von rund 20 000 Euro soll die Entwicklung einer einigenden Theorie verschiedener unterschiedlicher mathematischer Begriffe der Privatsphäre vorangetrieben und die Entwicklung eines informationstheoretischen Rahmens etabliert werden. Katharina Jung


Gelenk auf dem Chip
Entzündliche Gelenkerkrankungen wie Arthritis oder rheumatoide Arthritis führen allein in Deutschland und England zu jährlichen Kosten im Gesundheitssystem von über 20 Milliarden Euro pro Jahr. Neue Behandlungsmethoden lassen auf sich warten, da sie meistens am Tiermodell erprobt werden und in der klinischen Prüfung nicht auf den Menschen übertragen werden können. Die medizinische Biotechnologie der Technischen Universität Berlin verfügt über einzigartige Expertise im Bioengineering von Knochen- und Knorpelorganmodellen, und die Universität Oxford und Charité – Universitätsmedizin verfügen über die entsprechende Schlüsselexpertise zu der Krankheit Arthritis. Mit der Förderung von 12 000 Euro im Rahmen der Oxford-Berlin-Partnerschaft (Seed Grants) wollen die Partner*innen gemeinsam die Möglichkeiten für die Etablierung einer Plattform zur Entwicklung eines neuartigen biotechnologischen menschlichen Arthritis-Modell eruieren. Langfristiges Ziel ist eine Art Gelenk-on-a-Chip-Modell – vergleichbar den Organ-on-a-Chip-Modellen –, das neue Ansätze in der präklinischen Forschung ermöglicht. Katharina Jung


Navigationssysteme der Zukunft
Navigationssysteme reagieren inzwischen routinemäßig auf Staus. Dies geschieht typischerweise, indem die Navigationssysteme selbst ihre Geschwindigkeit an eine zentrale Instanz melden („Vehicle-to-Infrastructure“), jene sammelt und aggregiert die Informationen, und es ist auch die zentrale Instanz, die Routenanfragen beantwortet und dabei Stauinformationen berücksichtigt. Das gemeinsame Projekt von Prof. Dr. Kai Nagel, Fachgebiet Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Prof. Dr. Agnès Voisard, FU Berlin, und Prof. Dr. Stephan Winter von der University of Melbourne soll der Frage nachgehen, wie ein selbstlernendes Navigationssystem mit kurzen, vorübergehenden Zuständen umgeht. Kann das System zum Beispiel lernen, dass eine Behinderung durch Stau meistens weniger lange dauert als eine durch einen umgefallenen Baum? Und wie detektiert ein solches System, dass ein Hindernis beseitigt ist, wenn alle Routen das vermeintliche Hindernis umfahren? Weiterhin soll der Frage nachgegangen werden, ob und wie ein solches System funktioniert, wenn es keine zentrale Instanz gibt, sondern die Information von einem Fahrzeug zum nächsten weitergegeben wird. Katharina Jung


Innovatives Datenmanagement
Die Digitalisierung erfasst zunehmend auch die Art und Weise, wie Wissenschaft stattfindet. Dabei bietet sie große Chancen für eine Modernisierung und Öffnung der Wissenschaft. Erfolgreiches Datenmanagement gilt dabei als eine der zentralen Herausforderungen. In dem gemeinsamen Projekt „Open Science by Design“ wollen Wissenschaftler*innen der University of Oxford und der TU Berlin neue und innovative Methoden zum (halb-) automatischen Forschungsdatenmanagement entwickeln. Das Projekt wird von Prof. Sir Nigel Shadbolt (University of Oxford), Prof. Dr. Manfred Hauswirth (TU Berlin, Fraunhofer FOKUS & Weizenbaum-Institut) und Dr. Sonja Schimmler (Fraunhofer FOKUS & Weizenbaum-Institut) geleitet.
Projektziel ist es, die wissenschaftliche Praxis positiv zu beeinflussen und Forscherinnen und Forscher in allen Phasen des Lebenszyklus von Forschungsdaten bestmöglich zu unterstützen. Hierfür werden neue und innovative Methoden für das (halb-)automatische Datenmanagement entwickelt und in Feldtests evaluiert. Als Experimentierplattform dient die Open-Science-Infrastruktur des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft. Die gewonnenen Erkenntnisse werden an der University of Oxford weiter validiert.

 

 

Offizieller Startschuss für die Berlin University Alliance

Am 1. November begann die Förderung des Berliner Exzellenzverbundes

Lupe

Im Juli wurde der Antrag der Berlin University Alliance bewilligt – am 1. November beginnt nun die Förderung in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder. Außerdem erhalten die am Verbund beteiligten Einrichtungen zusätzliche Mittel vom Berliner Senat. Im Interview sprechen die Präsidentin der Humboldt-Universität, Professorin Sabine Kunst, der Präsident der Freien Universität und derzeit Sprecher des Universitätsverbundes, Professor Günter M. Ziegler, der Präsident der Technischen Universität Berlin, Professor Christian Thomsen, sowie der Vorstandsvorsitzende der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Professor Heyo K. Kroemer, darüber, wie der Verbund nun weiter aufgebaut wird.

Das gesamte Interview mit den Leitungen der beteiligten Einrichtungen lesen Sie hier.

Wir betreten Neuland

Lupe

Interview mit TU-Präsident Christian Thomsen zur Berlin University Alliance

Die Technische Universität Berlin gehört erstmals in ihrer Geschichte zum Kreis der exzellenten Universitäten in Deutschland. Sie bekam die begehrte Auszeichnung in dem milliardenschweren und international stark beachteten Exzellenzwettbewerb gemeinsam mit ihren Berliner Schwesteruniversitäten FU Berlin und HU Berlin sowie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sie alle bilden die Berlin University Alliance.


Herr Thomsen, im Juni wurde nach der Bekanntgabe der Gewinnerinnen – elf Exzellenzuniversitäten und ein exzellenter Verbund – gefeiert. Wie ging es danach weiter? Was sind die aktuellen Themen?
Zunächst hatten wir uns im Sommer eine Urlaubspause gegönnt. Jetzt arbeiten wir kräftig im Hintergrund. Das Board of Directors der Alliance, bestehend aus den Präsident*innen der drei Berliner Universitäten und dem Vorstandsvorsitzenden der Charité, trifft sich regelmäßig und in kurzen Abständen. Es wird an Konzepten gefeilt, Stellenausschreibungen werden vorbereitet, und wir überlegen im Detail, welche Governance wir wie umsetzen können. Das hat viel mit rechtlichen Fragen zu tun. Wir müssen harte Nüsse knacken. So ein Verbund, wie wir ihn konzipiert haben, ist bisher einmalig in der deutschen Landschaft. Wir betreten Neuland.

Worauf will man sich inhaltlich konzentrieren?

Unsere wichtigen Aktionsfelder liegen in den Bereichen der Forschungsinitiativen, der Ressourcen- und Infrastrukturnutzung, des Wissenstransfers und der Digitalisierung, der Berufungsstrategie und der Nachwuchsförderung. Internationalisierung, Diversität und Gleichstellung sowie forschungsbasierte Lehr- und Lernprozesse sind unsere Querschnittsthemen. Wir wollen strategische Prozesse zusammenführen und uns wechselseitig bei der Gewinnung der besten Köpfe für den Wissenschaftsstandort Berlin unterstützen. Mit einem gemeinsamen Aufbau von Ressourcen möchten wir ideale Rahmenbedingungen für die Forschung – und damit auch für die Lehre – schaffen. Unser Motto dabei lautet: So viel interner Wettbewerb wie nötig, so viel Kooperation wie möglich. Wir überlegen bei jeder Maßnahme, ob sie eine neue Qualität der Zusammenarbeit und damit einen Mehrwert für alle Beteiligten schaffen kann.

Was wurde bis dato konkret umgesetzt?

Zum zweiten Mal haben unser Verbund und unsere Partnerin, die University of Oxford, gemeinsame Forschungsprojekte bewilligt. Diesmal wurden 24 Anträge ausgewählt. Insgesamt standen 300 000 Euro zur Verfügung. Zusätzlich konnten weitere 150 000 Euro vom Berlin Institute of Health, der Medical Sciences Division und weiteren Einrichtungen der University of Oxford eingeworben werden. Die Projekte starten am 1. November 2019. Die erste Ausschreibung fand im Sommer 2018 statt. Damals kamen 29 Projekte aus den Geistes-, Natur- und Lebenswissenschaften zum Zuge. Mit unseren weiteren strategischen Partnerinnen, der University of Melbourne und der National University of Singapore, gab es ebenfalls insgesamt 400 000 Euro für Projekte innerhalb des Verbundes. Weitere gemeinsame Aktivitäten mit unseren strategischen Partnern sind im Aufbau. Am 15. Oktober haben wir den Aufruf zum Thema Social Cohe­sion geschlossen. Uns liegen 68 Anträge von Wissenschaftler*innen der Berlin University Alliance vor. Diese Aktion gehört zu der Grand Challenge Initiative, die eine von acht übergeordneten Maßnahmen in unserem Exzellenzantrag ist und von der TU Berlin betreut wird. Einen Folgeaufruf wird es im Frühjahr geben. Außerdem hat sich die Berlin University Alliance mit dem Konzept „EXIST Startup Berlin“ um eine Förderung im Rahmen des Programms EXIST-Gründungskultur des Bundeswirtschaftsministeriums beworben. Unsere gemeinsame Vision ist es, die Start-Up-Metropole Berlin bis zum Jahr 2030 zu einem in Europa führenden und weltweit sichtbaren Ökosystem für forschungs- und wissenschaftsbasierte Gründungen zu machen.

Wer organisiert das alles?

Letzteres haben die Mitarbeitenden in den universitären Gründungszentren auf die Beine gestellt. Für die Verbundplanung treffen wir uns regelmäßig im Board of Directors. Für jede übergeordnete Maßnahme gibt es ein Steering Committee. In diesen acht Arbeitsgruppen sitzen jeweils vier Wissenschaftler*innen und treiben das Thema voran. Über die Stellenausschreibungen, die in Kürze veröffentlicht werden, suchen wir qualifizierte und motivierte Personen, die dann die konkreten Projekte innerhalb dieser Maßnahmen betreuen und umsetzen. Daraus entsteht dann eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten für unsere Wissenschaftler*innen, über die wir kontinuierlich berichten werden. Ein weiterer wichtiger Schritt wird die Einrichtung und Besetzung der Geschäftsstelle des Verbundes sein. Auch hierfür suchen wir Personen und geeignete Büroflächen in Berlin. Später wird es noch Beratungsgremien geben, in die wir international ausgewiesene Kolleg*innen bitten. Sie sollen uns auf unserem neuen Weg begleiten. Dafür, dass die Förderung des Verbundes am 1. November beginnt, haben wir bereits einige Projekte anschieben können. Das freut mich.

Das Interview führte Stefanie Terp

Juli 2019: Berlin University Alliance holt Exzellenztitel

Großer Erfolg für die TU Berlin, HU Berlin, FU Berlin und die Charité im Exzellenzwettbewerb

Lupe

Ausgezeichnete Berliner Wissenschaft: Die Berlin University Alliance wird als Exzellenzverbund im Exzellenzstrategie-Wettbewerb des Bundes und der Länder gefördert. Das hat der Wissenschaftsrat am 19. Juli 2019 in Bonn mitgeteilt. Die vier Berliner Partnerinnen – die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin und die Charité – Universitätsmedizin Berlin – konnten mit ihrem Antrag „Crossing Boundaries toward an Integrated Research Environment“ in dem hoch kompetitiven Verfahren überzeugen. Ab dem 1. November 2019 erhalten sie dafür bis zu 196 Millionen Euro für zunächst sieben Jahre. Vom Berliner Senat kommen zusätzlich 6 Millionen Euro jährlich über die Einstein Stiftung Berlin zur Unterstützung von Spitzenberufungen und Forschungsprojekten.

Mehr Informationen: https://exzellenz.tu-berlin.de

Gesellschaftliche Fragen vielschichtig bearbeiten

Ein Gespräch mit TU Präsident Christian Thomsen nach der Entscheidung

Professor Thomsen, was bedeutet diese Entscheidung für die TU Berlin?

Für die TU Berlin bedeutet sie den Zugewinn eines großen Renommees. Insbesondere ist wichtig, dass wir hier zeigen konnten, dass wir in diesem Wettbewerb bestanden haben. Für die einzelnen Wissenschaftler*innen heißt das: mehr Chancen bei der Einwerbung von weiteren Drittmitteln, bei der Beteiligung an anderen Projekten, die wir gemeinsam mit den Partnerinnen machen. Und für die Studierenden bedeutet das, dass moderne, stärker gesellschaftsorientierte Inhalte in viele Studiengänge hineinkommen.

Welche weiteren Möglichkeiten eröffnen sich? Für die TU Berlin, für die Zusammenarbeit mit den anderen Universitäten und für den Wissenschaftsstandort Berlin?

Für die Zusammenarbeit haben wir damit einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht, insbesondere unsere technischen, ingenieurwissenschaftlichen Fächer mit gesellschafts- und politikwissenschaftlichen Fragestellungen stärker zu verzahnen. Diese können nun in der Summe viel moderner, viel eleganter und viel umfänglicher beziehungsweise vielschichtiger bearbeitet werden. Die Ergebnisse werden immer wieder ein Schlaglicht auf den Wissenschaftsstandort Berlin und seine Möglichkeiten werfen und ihn international ins Gespräch bringen.

Das gesamte Interview lesen Sie hier.

Antrag eingereicht

Lupe

Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Erfolg in der Exzellenzstrategie ist getan. Im Februar 2018 hatten FU Berlin, HU Berlin und TU Berlin zusammen mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin, nach zweijährigen Vorarbeiten, die Berlin University Alliance gegründet, um Berlin in einer gemeinsamen Anstrengung zu einem von Europas führenden Wissenschaftsstandorten zu machen. Nirgendwo sonst in Deutschland ist die Dichte von Universitäten und anderen Forschungsinstituten, wissenschaftlichen Sammlungen, Museen, kulturellen und politischen Institutionen und Start-ups höher als in Berlin.

Nachdem im Dezember 2018 der gemeinsame Antrag „Berlin University Alliance: Crossing Boundaries toward an Integrated Research Environment“ der Berliner Universitäten und der Charité eingereicht worden war, besuchte eine international zusammengesetzte Gruppe aus 14 unabhängigen Gutachter*innen sowie vier Vertreter*innen des Expertengremiums für die Exzellenzstrategie der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz die beteiligten Häuser und Einrichtungen, um sich ein Bild von den Umsetzungsmöglichkeiten der im Antrag formulierten Ziele zu machen.

Jetzt heißt es für alle: Abwarten und Daumen drücken. Die Förderentscheidung über die Anträge zu Exzellenzuniversitäten fällt am 19. Juli 2019.

Engagiert, kompetent und harmonisch

Lupe

Der Berliner Verbund stellte sich im Februar dem internationalen Gutachtergremium. TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen schildert seine persönlichen Eindrücke von dem wichtigen Besuch.

Unterschiede als starke Grundlage

Lupe

Die Vizepräsidentin für Forschung, Berufungsstrategie & Transfer, Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend hat sich in dem Verbund-Antrag vor allem für die Spitzenforschung und einen Ausbau des Knowledge Exchange eingesetzt.

Attraktive neue Optionen

Lupe

Der Vizepräsident für Lehre, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß hat sich unter anderem für das verbundweite Lehr-Angebot der Projektwerkstätten eingesetzt.

Global sichtbarer werden

Lupe

Die Vizepräsidentin für Strategische Entwicklung, Nachwuchs und Lehrkräftebildung, Prof. Dr. Angela Ittel hat ihre Expertise aus der Nachwuchsarbeit in den Verbundantrag eingebracht.

Vorbild für Verwaltung

Lupe

Der Kanzler und Leiter der zentralen Universitätsverwaltung, Dr. Mathias Neukirchen, sieht in dem Verbund auch neue Chancen und Impulse für das administrative Wissenschaftsmanagement.

Drei Cluster für die TU Berlin

Am 27. September 2018 hat die gemeinsame Wissenschaftskommission der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder entschieden: Dabei ist es der Technischen Universität Berlin gelungen, drei Cluster einzuwerben, bei denen die TU Berlin alleine oder im Konsortium antragsstellende Hochschule ist. Die drei interdisziplinären Forschungsvorhaben „Unifying Systems in Catalysis“, „Science of Intelligence“ und „MATH+“ werden von 2019 an für sieben Jahre jeweils mit jährlich bis zu zehn Millionen Euro gefördert. Nach den sieben Jahren wird auf der Basis eines Fortsetzungsantrages entschieden, ob die Förderung um weitere sieben Jahre verlängert wird.

Mit der Exzellenzstrategie führen der Bund und die Länder die im Rahmen der 2005 initiierten Exzellenzinitiative erfolgreich begonnene Profilbildung der deutschen Universitäten sowie die Förderungwissenschaftlicher Spitzenleistungen und Kooperationen im Wissenschaftssystem fort.

Insgesamt sieben Cluster für Berlin

Parallel zu den drei erfolgreichen Clustern der TU Berlin konnten sich weitere vier Exzellenzcluster der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Charité Universitätsmedizin in dem Wettbewerb durchsetzen. Insgesamt konnte Berlin sieben Cluster einwerben. Damit bestehen sehr gute Ausgangsbedingungen für den geplanten gemeinsamen Verbundantrag in der Exzellenzstrategie, den die vier Berliner Einrichtungen im Dezember 2018 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einreichen wollen.

Die Projekte im Einzelnen:

UniSysCat: Nachhaltigkeit braucht Katalyse

Lupe

Eine der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Schlüsseltechnologien für nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften ist die Katalyse. Einzelne katalytische Prozesse sinnvoll zu einem Gesamtsystem zu koppeln, ist das Ziel des Cluster-Projektes UniSysCat. Methodisch und inhaltlich baut UniSysCat auf dem sehr erfolgreichen Cluster der Exzellenzinitiative UniCat auf.

Science of Intelligence: Intelligenz verstehen lernen

Lupe

Die Gesetze und Prinzipien unterschiedlicher Formen von Intelligenz zu erforschen ist zentraler Forschungsgegenstand des Cluster-Projekts Science of Intelligence. Ziel ist es, unterschiedlichen Methoden, Erkenntnisse, Theorien und Konzepte der Intelligenzforschung in einer Sprache zusammenzuführen und dadurch das Verständnis von Intelligenz grundlegend voranzutreiben.

Math+: Mathematik gestaltet die Zukunft

Lupe

Mathematik ist die Kunst der Problemlösung auf der mächtigen Grundlage der Abstraktion. Daher spielt sie eine Schlüsselrolle dabei, die zahllosen Chancen der digitalen Revolution zu nutzen, die viele Lebens- und Forschungsbereiche dramatisch verändern wird. Das Cluster-Projekt Math+ baut dazu ein disziplin- und institutionenübergreifendes Forschungszentrum auf.

Cluster mit TU-Beteiligung:

Matters of Activity: Image Space Material

Der Cluster Matters of Activity der Humboldt-Universität zu Berlin hat das Ziel, Grundlagen für eine neue Kultur des Materialen zu schaffen. Die zentrale Vision des Projekts ist es, Bilder, Räume und Materialien als aktive Bauformen einer neuen symbolischen und physischen Realität zu entwickeln, in der sich Natur und Kultur in neuartiger Weise verschränken.

Lesen Sie auch:

Navigation

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe