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FAQ für Schwerbehinderte

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FAQ für Schwerbehinderte

Gemeinsam mit der Personalabteilung und der Schwerbehindertenvertretung haben wir ein FAQ entwickelt, das euch als schwerbehinderte Person an eurem Arbeitsplatz unterstützen soll. Bei weiteren Fragen wendet euch natürlich gern an uns!

 

 

Zusatzurlaub: Muss dieser immer gewährt werden? Was ist, wenn währenddessen meine Tutorien stattfinden oder andere wichtige Aufgaben anstehen?

Der rechtliche Anspruch besteht und der Sonderurlaub muss gewährt werden. Die betrieblichen Abläufe müssen vorab so geplant werden, dass diese nicht gestört sind, z.B. durch andere Personen kompensiert werden. Tutor*innen sollen de Sonderurlaub wie auch den normalen Erholungsurlaub möglichst in der vorlesungsfreien Zeit nehmen. Wenn es Probleme dabei gibt, zeigt das bei der SBV an.

 

Zusatzurlaub: wenn ein*e andere studentische*r Beschäftigte*r die entfallene Arbeitsleistung kompensieren kann, können Überstunden angeordnet werden?

Zusatzurlaub ist planbar, daher besteht nicht automatisch die Möglichkeit einer Überstundenanordnung, da dies nur bei unvorhergesehenen Bedarfen geschehen kann. Die Arbeit muss vorher organisiert werden. Sprich mit deiner Führungskraft, wie die Arbeit anders verteilt werden kann.

 

Wohin kann ich mich wenden bei speziellem Bürobedarf? Was passiert in der Zwischenzeit, wenn die Arbeit an dem bisherigen Platz nicht ausgeführt werden kann, bis die Lieferung angekommen ist?

Siehe Hilfsmittel. Der Arbeitgeber muss die ergonomische Ausstattung sicherstellen. Man kann einen Termin beim BÄD (Betriebsärztlichen Dienst) zur Probe für z.B. Bürostühle vereinbaren. Wenn die Arbeit nicht geleistet werden kann, kann z.B. mit der Führungskraft besprochen werden, wie die Übergangszeit gestaltet wird, z.B. dass die Arbeitszeit reduziert wird oder andere Aufgaben erledigt werden unter Berücksichtigung des Leidens.

 

Wer muss/darf Kenntnis von der Schwerbehinderung haben? Wann (muss) ich das sagen?

Im Bewerbungsverfahren ist die Frage nach einer Schwerbehinderung unzulässig, wenn diese Frage keinen Bezug zur Tätigkeit hat, und muss daher auch nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden. Liegen aber triftige Gründe vor, um diese Frage zu rechtfertigen, z.B: um die gesundheitliche Eignung zur Ausübung der Tätigkeit festzustellen, darf die Frage gestellt werden und muss wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Wenn die Schwerbehinderung nicht gemeldet ist, kann man sich später nicht darauf berufen; spätestens bei Vertragsabschluss im Bewerbungsverfahren kann es also sinnvoll sein, diese anzugeben. Bei Aussprechen einer Kündigung durch den Arbeitgeber hat er Beschäftigte 3 Wochen Zeit, den Arbeitgeber über seine Schwerbehinderung aufzuklären, um vom Sonderkündigungsschutz zu profitieren. Nach der Probezeit (im TVStudIII nach 3 Monaten) darf der Arbeitgeber nach der Schwerbehinderung fragen. Wenn dann wahrheitswidrig das Vorliegen einer Schwerbehinderung verneint wurde, kann im weiteren Verlauf, z.B. Kündigungsverfahren, auch nicht vom Sonderkündigungsschutz für Schwerbehinderte Gebrauch gemacht werden. Die Schwerbehinderung sollte beim Personalteam bekannt gegeben werden, auch schon im schwebenden Verfahren (wenn der Antrag gestellt, aber noch nicht bearbeitet ist). Wenn die Schwerbehinderung bekannt ist, dann kann die SBV hinzugezogen werden, z.B. auch schon beim Auswahlverfahren. Die direkte Führungskraft muss nicht unbedingt von der Schwerbehinderung wissen, je nach Verhältnis ist es aber durchaus ratsam dies mitzuteilen. Am wichtigsten ist jedoch, dass das Personalteam Bescheid weiß.

 

Welche Hilfsmittel bei entsprechender Schwerbehinderung sind zu stellen/zu erwarten?

Ergonomische Arbeitsplätze müssen vom Beschäftigungsbereich gestellt werden; wenn andere Hilfsmittel gebraucht werden, müssen diese über das Integrationsamt oder die Rentenversicherung beantragt werden à  die Anträge müssen von dir selbst gestellt werden. Die SBV unterstützt gerne dabei.

Folgende genauere Regelungen gelten dabei:

Für Beschäftigte mit 15 Jahren Wartezeit oder die eine Rente wegen (teilweise) verminderter Erwerbsfähigkeit beziehen, sind die Träger der Rentenversicherung zuständig (siehe § 16 SGB VI i. V. m. § 49 SGB IX). Die Träger der Rentenversicherung gewähren auch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, wenn ohne diese Leistungen eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit zu leisten wäre oder wenn sie für die erfolgreiche Sicherung einer medizinischen Rehabilitation unmittelbar im Anschluss erforderlich sind.

Da die Rehabilitation in der Rentenversicherung u. a. das Ziel hat, Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit abzuwenden oder hinauszuzögern ("Reha vor Rente"), können auch jüngere Versicherte ohne Erfüllung der 15 Jahre Wartezeit Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten (§ 11 Absatz 2a SGB VI).

Das Integrationsamt / Inklusionsamt leistet als Behörde immer nachrangig zu den Rehabilitationsträgern und auch nur bei einer anerkannten Schwerbehinderung oder Gleichstellung.
Welcher Leistungsträger zuständig ist, hängt letztlich von den Sozialgesetzen, der Behinderungsursache (z. B. Arbeitsunfall) oder den individuellen Versicherungszeiten ab.

tl;dr: kurz zusammengefasst:

  • Die Renten-Versicherung bezahlt, wenn Sie mehr als 15 Jahre gearbeitet haben.
  • Die Arbeitsagentur zahlt für alle, die weniger als 15 Jahre gearbeitet haben.
  • Das Integrationsamt bezahlt Geld an Arbeitgeber, die einen Arbeitsplatz für einen Mitarbeiter mit Schwerbehinderung barrierefrei einrichten.
  • Die Gesetzliche Unfall-Versicherung ist zuständig, wenn Sie nach einem Unfall oder wegen einer Berufskrankheit ein Hilfsmittel brauchen.
  • Das Sozialamt kann Kosten übernehmen, wenn keine andere Stelle zuständig ist.

 

Gibt es Sonderregeln für schwerbehinderte Beschäftigte in der jetzigen Corona-Situation, in der im Home Office gearbeitet wird? Z.B. wenn im Home Office nicht die entsprechenden Hilfsmittel zur Verfügung stehen?

Nach den geltenden Bestimmungen kann dann in Absprache mit der Führungskraft eine Arbeitszeitreduktion oder Freistellung unter Lohnfortzahlung gewährt werden. Die Aufgaben, die erledigt werden können, sollten auch erledigt werden (z.B. wenn Telefonkonferenzen möglich sind etc.).

 

Weitere Infos gibt es bei der Schwerbehindertenvertretung oder natürlich bei uns!

 

 

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