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TU Berlin

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Gemeinsame Berufungen - Definition

Gemeinsame Berufungen von staatlichen Universitäten und staatlich finanzierten Einrichtungen der außeruniversitären Forschung, d.h. Instituten der Leibniz-Gemeinschaft und Helmholtz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft sowie Groß- und Ressortforschungseinrichtungen erfolgen bundesweit nach ähnlichen Bedingungen. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (ehemals Bund-Länderkommission) hat entsprechende Empfehlungen bzw. Vorgaben erarbeitet. Drei Berufungsmodelle (s.u.) finden überwiegend Anwendung, aber auch Mischformen der Modelle werden je nach den Bedingungen des Einzelfalls praktiziert. Das in der TU Berlin vorherrschende Modell der Gemeinsamen Berufung ist das Erstattungsmodell. In wenigen Fällen wird das Nebentätigkeits- (Personalunion-)modell mit Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft praktiziert, das Beurlaubungsmodell kommt nur in besonders gelagerten Fällen zur Anwendung.
 
Das „Erstattungsmodell" (Berliner Modell) beinhaltet die Berufung an eine Universität mit Zuweisung an die Forschungseinrichtung zur Wahrnehmung von Forschungsaufgaben und Übernahme von Leitungsfunktionen in der Einrichtung. Die Berufung erfolgt entsprechend der Ruferteilung i.d.R. im Beamtenverhältnis und entweder auf Lebenszeit oder auf Zeit (für zunächst fünf Jahre), je nach vertraglicher Vereinbarung. Die originären Dienstherrenbefugnisse der TU Berlin bleiben erhalten. Beim Erstattungsmodell legt die Universität die Dienstpflichten sowie die Besoldung einschließlich der (Leistungs-)Zulagen des/der zu Berufenen fest, zu denen auch die Tätigkeit in der Forschungseinrichtung gehört. Er/Sie hat an der Universität die gleichen Rechte und Pflichten wie die anderen Professoren/Professorinnen. Leitungsfunktionen in der Forschungseinrichtung werden in gleicher Weise berücksichtigt wie vergleichbare Funktionen in der Universität, d.h. der/die Berufene kann auf seinen/ihren Wunsch in entsprechendem Umfang von den Pflichten zur Mitwirkung in der akademischen Selbstverwaltung der Universität befreit werden, sofern dem nicht gesetzliche Hinderungsgründe entgegenstehen. Die Verpflichtung des/der Berufenen zur Forschung wird auch der Universität gegenüber durch seine/ihre Forschungstätigkeit in der Forschungseinrichtung erfüllt, d.h. er/sie kann, muss aber nicht in der Universität forschen. Seine/Ihre Lehrverpflichtung wird i.d.R. auf 2 SWS reduziert. Die Universität garantiert diejenige Ausstattung, die zur Erfüllung der übertragenen Verpflichtungen in den Räumen der Universität notwendig ist. Die Besoldung sowie die sonstigen Leistungen (z.B. Beihilfe, beamtenrechtliche Unfallfürsorge usw.) erfolgt aus dem Hauptamt durch die TU Berlin. Das „Erstattungsmodell" bedeutet, dass die Forschungseinrichtung der Universität die Besoldung einschließlich der Zulagen sowie der sonstigen Personalaufwendungen des/der Berufenen abzüglich eines Ausgleichs für die zu erbringende Lehrtätigkeit, soweit sie 2 SWS übersteigt, und ggf. weitere Verpflichtungen erstattet. Darüber hinaus zahlt die Forschungseinrichtung eine gesetzlich festgelegte Versorgungspauschale (zzt. 30%) zur späteren Finanzierung der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge.

Das „Beurlaubungsmodell" (Jülicher Modell) beinhaltet die Berufung an eine Universität bei umgehender Beurlaubung zur Wahrnehmung der Tätigkeit in der Forschungseinrichtung. Die Berufung in das Amt eines Professors/einer Professorin erfolgt entweder auf Lebenszeit oder auf Zeit (für zunächst fünf Jahre) an die betreffende Universität und die Beurlaubung ohne Bezüge. Seine/ihre Rechte in der Universität sind reduziert; er/sie bleibt aber während der gesamten Dauer der Beurlaubung wahlberechtigt. Zwischen Universität und Forschungseinrichtung wird vereinbart, dass der/die Beurlaubte im Umfang von i.d.R. 2 SWS Lehre übernimmt. Mit der Beurlaubung an die Forschungseinrichtung übernimmt diese die von der Universität verhandelten Bezüge. Die Anwartschaft auf lebenslängliche Versorgung und Hinterbliebenenversorgung nach den beamtenrechtlichen Vorschriften wird - bei Beamten auf Lebenszeit - dadurch nicht berührt und bleibt für den/die zu Berufene/n erhalten. Die Beteiligung der Forschungseinrichtung an den Versorgungsleistungen entspricht denjenigen des Erstattungsmodells. Die Forschungseinrichtung schließt mit dem/der zu Berufenen einen Dienstvertrag zu den dortigen Bedingungen ab.

Das „Nebentätigkeitsmodell" (Karlsruher Modell) setzt die Berufung auf eine im Stellenplan der Fakultät vorhandene Strukturprofessur voraus. Der/Die Berufene übt seine/ihre Leitungs- und Forschungsaufgaben in der Forschungseinrichtung ausschließlich in Nebentätigkeit aus und schließt mit dieser einen entsprechenden Vertrag. Er/Sie nimmt alle Rechte und Pflichten in der Universität uneingeschränkt wahr. Ein finanzieller Ausgleich zwischen der Universität und der Forschungseinrichtung kann je nach den individuellen Gegebenheiten vereinbart werden. Die notwendige Ausstattung des Fachgebiets an der Universität stellt die Universität zur Verfügung; für die Ausstattung in der Forschungseinrichtung sorgt diese wie bei den anderen Berufungsmodellen selbst.

Für die Berufungsverfahren in allen drei Berufungsmodellen gelten vergleichbare Bedingungen (siehe die Leitsätze für Gemeinsame Berufungen). I.d.R werden paritätisch besetzte gemeinsame Berufungskommissionen von außeruniversitärer Forschungseinrichtung und Universität eingesetzt. Es besteht auch die Möglichkeit formal getrennter, aber i.d.R. gemeinsam tagender Berufungskommissionen der beiden Kooperationspartner.

Im bisherigen Sprachgebrauch der Universität wurden Berufungen im gemeinsamen Verfahren mit einer außeruniversitären Einrichtung auch als „S-Professuren“ bezeichnet. „S“ steht hierbei ursprünglich für „Sektion“ (für die seinerzeit in manchen Einrichtungen übliche organisatorische Untergliederung in Sektionen).
Eine Übersicht über die aktuell in der TU Berlin bestehenden Vereinbarungen über Gemeinsame Berufungen finden Sie hier.

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Sabine Daguenet
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