TU Berlin

Qualität in Studium & LehreKurzzusammenfassung Ergebnisse TUB Sonar 2014

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ZITATIONSHINWEIS

Für die auf dieser Seite berichteten Daten und Grafiken ist bei Weiterverwendung als Quelle etwa folgender Text anzugeben:

"S. Kubath, J. Andersen und S. Paschke (2014) Dokumenteninternetseite. Hrsg. TU Berlin: TUB Sonar 2014 ; URL: www.tu-berlin.de/?id=169311"

0. Einleitung

Factsheet zur Stichprobe
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Im Sommersemester 2014 wurden ca. 26.500 Studierende der TUB gebeten, sich in einem Online-Fragebogen zu ihren Studien- und Lehrbedingungen zu äußern. Der TUB Sonar fand zum zweiten Mal statt. Die Studierenden wurden per E-Mail über das Ziel der Befragung und den Zugang zur Online-Umfrage informiert.
Insgesamt waren die Aussagen von 1.395 Studierenden auswertbar. Das entspricht einer Rücklaufquote von ca. 5 %. Trotz dieser geringen Rücklaufquote sind repräsentative Aussagen auf Ebene der Gesamtuniversität und teilweise auch auf Studiengangsebene möglich.

1. Studienentscheidung

Bei der Entscheidung für ein Studium an der TU Berlin sind den Befragten insbesondere die Attraktivität der Stadt/Region, der fachliche Schwerpunkt sowie das Profil des Studiengangs wichtig. Niedrige Zulassungsbeschränkungen und gute Ranking-Ergebnisse der TU Berlin (z.B. CHE-Ranking bei ZEIT-Online) sind hingegen eher unwichtig.

2. Vom Bachelor zum Master

Schwierigkeiten beim Übergang Bachelor Master
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53% der befragten Master-Studierenden haben ihren Bachelorabschluss an der TU Berlin erworben, 43% an einer anderen deutschen Hochschule und 4% an einer ausländischen Hochschule.
Beim Übergang in den Master hatten 55% aller Befragten keine Probleme. Schwierigkeiten bestanden für TU-Absolventen insbesondere darin, dass sie noch Module im Bachelor abschließen mussten oder Prüfungsergebnisse nicht rechtzeitig vorlagen. Absolventen anderer deutscher Hochschulen mussten Zusatzleistungen erbringen oder hatten Probleme mit der Anerkennung ihrer Leistungen.

3. Lehrbedingungen

Cockpitdarstellung der Ergebnisse zur Lehre an der TU Berlin
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In der Cockpitdarstellung sind die Kernergebnisse zur Lehre zusammengefasst. Die Farbe Grün bedeutet gute Werte im jeweiligen Bereich, Gelb entspricht mittelmäßigen Werten und Bereiche mit der Farbe Rot weisen Optimierungspotential auf.

3.1 Zufriedenheit mit dem Lehrpersonal

Zufriedenheit mit dem Lehrpersonal insgesamt
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Insgesamt ist die Mehrheit der befragten Studierenden (58%) mit dem Lehrpersonal zufrieden. Damit bleibt die Zufriedenheit gegenüber dem Vorjahr (61%) stabil. Das Lehrpersonal wird hinsichtlich eines respektvollen Umgangs mit den Studierenden und einer guten Erreichbarkeit zu den angegebenen Sprechzeiten positiv bewertet. Die Möglichkeit eines individuellen Feedbacks zu erbrachten Prüfungsleistungen sowie die inhaltliche Prüfungsvorbereitung sind nur bedingt zufriedenstellend. Die Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluationen werden nur selten mit den Studierenden besprochen.

3.2 Motivation und Qualität der Lehre

Zufriedenheit mit der fachlichen und didaktischen Qualität der Lehre
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Wie im Vorjahr studiert die Mehrheit der Befragten (70%) ihr Studium an der TU Berlin mit gleichbleibender oder sogar gestiegener Motivation.
Die Zufriedenheit mit der fachlichen und didaktischen Qualität der Lehre klafft ca. eine Schulnote auseinander. 70% der Studierenden sind mit der fachlichen Qualität zufrieden, nur 32% mit der didaktischen. Dies ist an allen Fakultäten zu beobachten. Der Mittelwert von 3,1 bei der Zufriedenheit mit der didaktischen Qualität der Lehre zeigt, dass hier viele Studierende Verbesserungspotential sehen.

3.3 Workload

Übereinstimmung des realen mit dem theoretischen Workload
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Die realen Workloads werden von 43% der Befragten als sehr stark schwankend wahrgenommen. 32% geben an, dass ihr realer Workload meist höher ist als der theoretisch angegebene. Bei nur 9% der Befragten stimmt der reale Workload mit dem theoretischen überwiegend überein. Hinsichtlich dieser Aspekte scheint es erforderlich, reale und theoretische Workloads besser aufeinander abzustimmen. Dies ist insbesondere für eine gute Planbarkeit des Studiums notwendig.
Mit der Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen verbringen sowohl Bachelor- als auch Master-Studierende etwa 15 Stunden pro Woche (Median). Die Vor- und Nachbereitungszeit variiert signifikant zwischen den Fakultäten. An den Fakultäten IV und VI ist sie mit einem Median von 20 besonders hoch.

4. TU Berlin als Lernort

Zufriedenheit mit der TU Berlin als Lernort
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Rund 44% der Befragten geben an, in Räumlichkeiten der TU Berlin zu lernen. Insgesamt sind die Studierenden mit der TU Berlin als Lernort nur teilweise zufrieden. Während 43% zufrieden sind, zeigen sich 24% als unzufrieden. Die Anzahl der Arbeitsplätze für Gruppen und die Ausstattung der Lern-/Arbeitsorte werden vorrangig bemängelt.

5. Neue Lehr- und Lernformen

Bewertung neuer Lehr- und Lernformen
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Während die Befragten den Online-Angeboten (z.B. ISIS, Online-Foren, Chat-Funktion) überwiegend positiv gegenüber stehen, äußern sie Bedenken in Bezug auf die Einführung von E-Klausuren. Der Flipped Classroom wird nur zum Teil als effektive Lernform angesehen.
Zur E-Klausur gab es insgesamt 814 offene Kommentare, damit haben sich ca. 58% der Befragten hierzu geäußert. Unter den positiven Aspekten werden die Zeitersparnis bei der Auswertung und damit das zügige Vorliegen der Ergebnisse sowie das Einsparen von Papier genannt. Befürchtungen liegen hinsichtlich technischer Probleme und der erschwerten Darstellung von Formeln und Gleichungen vor. Auch die Kosten für die Infrastruktur werden als Problem angesehen. Das Tippen auf der Computer-Tastatur wird gleichermaßen als Vor- und Nachteil angesehen. Als Wünsche werden u.a. der Fach-abhängige Einsatz von E-Klausuren sowie ein Formel-Editor genannt.
Zum Flipped Classroom gab es 277 offene Kommentare, damit haben sich ca. 20% der Befragten hierzu geäußert. Manche Studierenden halten den Flipped Classroom für eine gute Idee und wünschen sich dessen Einführung. Andere befürchten einen Mangel an Selbstdisziplin und Motivation bei Studierenden und sehen den Flipped Classroom mit einem Workloadanstieg verbunden. Ein Teil der Befragten kann sich den Flipped Classroom als punktuelle Lernmethode vorstellen, beispielsweise für Blockseminare oder kleine Gruppen.

6. Ergebnisse Familie

6.1 Studierende mit Erziehungsaufgaben

Rund 5% der befragten Studierenden haben Kinder, für die sie Erziehungsverantwortung übernehmen. Dieser Wert bleibt über die Wellen stabil und entspricht dem Wert, der in der deutschlandweiten Befragung des Studentenwerks erhoben wurde. Der Großteil (65%) hat ein Kind, 31% haben zwei und 4% drei Kinder. Die Mehrheit der Kinder ist im Krippen- bzw. Kita-Alter (zwischen 8 Wochen und 6 Jahre). Die Eltern sind mehrheitlich 25 Jahre und älter. Die Mehrheit der befragten Eltern (90%) erzieht die Kinder zusammen mit einem Partner/einer Partnerin.

6.2 Konflikte bzgl. Vereinbarkeit Familie/Studium

Studienunterbrechung aufgrund von Familienaufgaben
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2014 gaben 38% der Studierenden mit Kind an, ihr Studium aufgrund von Familienaufgaben pausiert zu haben. Das sind 12% mehr als in 2013.

Ein Vergleich Studierender mit und ohne Kind hinsichtlich ihrer Zeitbudgets ergibt, dass Studierende mit Kind mehr Zeit für eine Erwerbsarbeit/Nebentätigkeit aufwenden (15,5 Std. pro Woche, Studierende ohne Kind: 11,3 Std. pro Woche). Der Unterschied zwischen den Gruppen ist statistisch hoch signifikant (T-Test für unabhängige Stichproben, T=3,141, df=1041). Für das Studium bringen Studierende mit Kind im Vergleich weniger Zeit auf (28,8 Std. pro Woche, Studierende ohne Kind: 32,6 Std.). Wie zu erwarten ist der zeitliche Aufwand für die Kinderbetreuung bei Studierenden mit Kind sehr groß (44 Std. pro Woche).

Bezüglich der Dauer des Studiums geben 87% der Studierenden mit Kind an, dass sie ihr Studium nicht innerhalb der Regelstudienzeit abschließen werden. In der Gruppe der Studierenden ohne Kind ist dieser Anteil mit 70% etwas geringer. Als Verzögerungsgründe werden von den Studierenden mit Kind am häufigsten familiäre Gründe, Erwerbstätigkeit, Studienorganisatorische Gründe sowie hohe Anforderungen im Studiengang genannt. Studierende ohne Kind nennen die gleichen Gründe besonders häufig, mit Ausnahme der familiären Gründe.

6.3 Beratung und Unterstützung

Gesamturteil Familienfreundlichkeit
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Lediglich 37% der Studierenden mit Kind geben an, dass die Lehrenden sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten unterstützen, so dass Studium und Familie für sie vereinbar sind. Der Großteil (63%) gibt hier nur geringe oder gar keine Unterstützung an. Damit wird die Unterstützung durch Lehrende schlechter beurteilt als im Vorjahr (Unterstützung 2013: 44%).

Der Informationsstand über Unterstützungsmöglichkeiten für Studierende mit Familienaufgaben hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert (2013 MW=3,16; 2014 MW=3,08). 2014 fühlen sich 36% der Studierenden mit Kind gut informiert (2013: 33%). 25% fühlen sich teilweise gut informiert (2013: 25%) und 39% fühlen sich eher schlecht bis schlecht informiert (2013: 42%).

Mit der Infrastruktur für Studierende mit Kind an der TU Berlin (z.B. Arbeitsräume, Wickelgelegenheiten, barrierefreier Zugang) ist diese Gruppe nur zum Teil zufrieden (MW=3,2). 23% sind zufrieden bis sehr zufrieden, 34% sind eher unzufrieden bis sehr unzufrieden und der Großteil (43%) ist nur teilweise zufrieden.

Im Gesamturteil der Familienfreundlichkeit der TU Berlin wurde 2013 ein signifikanter Unterschied zwischen Studierenden mit und ohne Kind festgestellt. Während unter den Studierenden ohne Kind nur 7% die Familienfreundlichkeit als schlecht bis sehr schlecht und 33% als gut bis sehr gut einschätzten, beurteilten unter den Studierenden mit Kind 26% die Familienfreundlichkeit als schlecht bis sehr schlecht und nur 25% als gut bis sehr gut. Dieser Unterschied zwischen den Gruppen ist 2014 geringer und nicht mehr signifikant. Das Gesamturteil der Studierenden mit Kind fällt 2014 im Vergleich zum Vorjahr besser aus. 37% schätzen die Familienfreundlichkeit als gut bis sehr gut ein und 21% als schlecht bis sehr schlecht. Ein Großteil (42%) beurteilt sie als befriedigend.

Im Nachgang des TUB Sonar 2013 wurde eine Kurzzeitbetreuung an der TU Berlin eingerichtet. 2014 gaben 59% der Studierenden mit Kind an, dass sie diese in Anspruch nehmen würden. Insbesondere in der Prüfungszeit aber auch im Semester ist der voraussichtliche Bedarf an einer Kurzzeitbetreuung groß.

7. Ergebnisse Pflege

7.1 Studierende mit Pflegeaufgaben

Zwei Prozent der befragten Studierenden übernahmen zum Zeitpunkt der Befragung Pflegeaufgaben. Die meisten Studierenden mit Pflegeaufgaben sind zwischen 25 und 29 Jahre alt (50%).

7.2 Vereinbarkeit Pflege/Studium

Informationsstand und Vereinbarkeit Pflege/Studium
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Der Frage, ob ihre Pflegeaufgaben mit ihrem Studium vereinbar seien, konnten die Studierenden eher nicht zustimmen. 63% gaben an, dass sich das Studium eher nicht bis gar nicht gut vereinbaren lasse. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert schlechter geworden. 2013 gaben 52% an, dass sich das Studium eher nicht bis gar nicht mit Pflegeaufgaben vereinbaren lasse.

7.3 Beratung und Unterstützung

Eher schlecht beurteilten die Befragten die Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Über diese fühlten sich 54% eher nicht bis gar nicht gut informiert. Im Vergleich zum Vorjahr (2013: 88% fühlten sich eher nicht bis gar nicht gut informiert) ist dies ein gutes Ergebnis. Der Informationsstand hat sich offenbar gebessert. Dennoch besteht weiterhin Handlungsbedarf.

8. Maßnahmen als Folge des TUB Sonar

In der folgenden Tabelle sind die Hauptbefunde für die gesamte TU Berlin sowie die geplanten Maßnahmen kurz dargestellt.

Befund
Aktion/Maßnahme
Workload stimmt nicht
Verfeinerte Erhebung, Diskussion in den Lehrkonferenzen, Anpassung fachspezifischer Studien- und Prüfungsordnungen.
Zu wenig Tutorien
Es wurde in 2013 ein neuer Tutorenausstattungsplan beschlossen, auch das Land stellt über den Masterplan II Zusatzmittel bereit. Eine Aktualisierung ist für 2018 vorgesehen.
Didaktik verbesserungsdürftig
QPL stellt Mittel bereit. Didaktische Schulungen werden gut nachgefragt.
Betreuungsquote schlecht
Hochschulvertrag stellt den Rahmen dar, es ist weiterhin von einer Überlast auszugehen, die jedoch nicht weiter steigen soll. Die neue WM-Verteilung enthält nachfrageorientierte Elemente.
Baulicher Zustand schlecht
Neubauplanung Mathegebäude existiert. Diverse Bauvorhaben (Ostgelände, Seestr.) befinden im Planungsprozess.
Lernorte fehlen
AG Lernorte in Ziethen gegründet, neuer tubIT-PC-Pool, neue Lernräume existieren (Hauptgebäude, Elektrotechnik), Lehrveranstaltungsräume können ebenfalls gebucht werden.

Mehr Feedback zur LV-Kritik
Ergebnisse werden in den Lehrkonferenzen besprochen, ein schnelleres unmittelbares Feedback in der Lehrveranstaltung wird angestrebt.
Noten liegen zu spät vor
Campus Management Projekt ist aufgesetzt, Pilotbetrieb läuft in einzelnen Studiengängen der Physik und der Fakultät I.
Modulmonitoring
Modulauswertungen auf Studiengangsebene sind seit 2016 in die Lehrkonferenzberichte integriert.
Umgang mit Studierenden
Durch den "Ziethen-Prozess" wird ein Kulturwandel in der Lehre angestoßen, u.a. werden neue Lehrformen und der Dialog auf Augenhöhe zwischen Lehrenden und Studierenden befördert.
Konflikte bzgl. Vereinbarkeit Familie/Studium
Eine flexible Kinderbetreuung wurde an der TU Berlin eingerichtet, welche von einem Großteil der Studierenden mit Kind genutzt wird. Regelmäßige Evaluationen werden für eine stetige Verbesserung des Angebots herangezogen.

8.1 Ergebnisdiskussion

Die Ergebnisse des TUB Sonar 2014 fließen auf Studiengangsebene mit in die Studiengangsentwicklung sowie in die Akkreditierung ein, sofern eine repräsentative Menge an Studierenden im Studiengang geantwortet haben.

Die Ergebnisse wurden in verschiedenen TU-internen Gremien vorgestellt:

  • LSK
  • Studiendekanrunde


Des Weiteren wurden folgende Sonderauswertungen umgesetzt:

  • Familienbüro
  • Schulbüro
  • Frauenbeauftragte

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