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TU Berlin

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Projekt SIMKAS 3D erhält GIS Best Practice Award 2013

Große Freude am Zentrum Technik und Gesellschaft: Der DVW GIS Best Practice Award geht dieses Jahr an das Konsortium des SIMKAS-3D Projekt. Das Projekt entwickelte eine interaktive Anwendung, die in Krisenfällen Versorgungssysteme wie Strom, Gas und Wasser aufrechterhaltet und deren Zusammenarbeit gewährleistet.

Im Rahmen des GIS Best Practice Awards werden jährlich unterschiedliche Projekte im Geoinformationswesen ausgezeichnet. Preisträger des Jahres 2013 ist das Projekt "SIMKAS 3D", geleitet durch das Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin. Das Projekt überzeugte die Findungskommission durch die GIS-gestützte Antwort auf die vielfältigen Herausforderungen rund um die Koordination von Infrastrukturbetreibern und Behörden der öffentlichen Sicherheit im Krisenfall.

Zuverlässige Versorgungssysteme für Strom, Gas, Wasser und Fernwärme sind im Alltag eine Selbstverständlichkeit. Im Krisenfall, ausgelöst etwa durch Extremwetterlagen, können sie sich aufgrund gegenseitiger Abhängigkeiten und Beeinflussungen jedoch als besonders anfällig erweisen. Die Krisenmanager der Betreiber sind Spezialisten für ihr jeweiliges Netz. Sobald jedoch mehrere Versorgungssysteme betroffen sind, besteht selbst bei kleineren Defekten die Gefahr von Kaskadeneffekten, also systemübergreifenden Versorgungsausfällen.

Die Ausfälle der einzelnen Systeme können sich gegenseitig bedingen oder verstärken, wenn die Reaktionen der Betreiber nicht aufeinander abgestimmt sind. Die Folgen dieser wechselseitigen Beeinflussung sind weder systematisch erfasst, noch existieren angemessene Kommunikationswege im Krisenfall. Eine erfolgreiche Koordination zwischen den Betreibern stellt, unter Zeitdruck und sich ständig ändernden Rahmenbedingungen im Katastrophenfall, eine enorme Herausforderung dar.

Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts SIMKAS 3D war es eine Anwendung zu entwickeln, die unterschiedliche Akteure an einen Tisch holt und dazu befähigt, Kaskadeneffekten frühzeitig zu erkennen und Krisen durch möglichst zeitnahe Maßnahmen zu bewältigen. So ermöglicht das von der Software bereitgestellte gemeinsame Lagebild unter anderem eine schnelle und zeitnahe Übersicht aller Abläufe. Entscheidungen können damit besser abgestimmt werden und so zu einem effektiveren Handeln in Krisenfällen führen.

„Wir haben das Expertenwissen in den Organisationen mit einer Vielzahl sozialwissenschaftlicher Methoden erhoben und analysiert“, sagt Dr. Leon Hempel, der die Koordination am ZTG verantwortet. „Gemeinsam mit Anwendern, Geoinformatikern und Softwareentwicklern sollte ein an die Organisationsstrukturen angepasstes Werkzeug entwickelt werden, das reale und drängende Probleme der Kommunikation im Krisenfall löst.

Dass wir aus der Geoinformatik diesen Preis erhalten und zwar ausdrücklich wegen dieses inter- und transdisziplinären Vorgehens, freut uns als an Technikentwicklung interessierte Sozialwissenschaftler natürlich umso mehr."

Neben dem Zentrum Technik und Gesellschaft waren als weitere Mitglieder des Konsortiums das Institut für Geodäsie und Geoinformationstechnik der TU Berlin, das inter3 Institut für Ressourcenmanagement, DHI-WASY sowie die Berliner Wasserbetriebe, Vattenfall Europe Berlin Wärme, Stromnetz Berlin sowie die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg beteiligt. An der Realisierung wirkten darüber hinaus die Senatsinnenverwaltung, die Berliner Feuerwehr sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit.

Mit diesen Verbundpartnern kooperiert das Zentrum Technik und Gesellschaft auch weiterhin in einer Reihe von Projekten, die sich mit dem verlässlichen Betrieb von kritischen Infrastrukturen beschäftigen. So startete im Juni 2013 STEUERUNG, ein Verbundprojekt zur sicheren Bedienung von fernwirktechnischen Anlagen, ein EU-Projekt zu grenz- und organisationsüberschreitender Krisenkommunikation beginnt voraussichtlich Ende dieses Jahres. Ferner ist ein weiteres Berliner Projekt in Vorbereitung, das sich mit interorganisationaler Weitergabe von Lagebildinformationen im Krisenfall auseinandersetzt, insbesondere vor dem Hintergrund eines Telekommunikationsausfalls.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der  INTERGEO® am Abend des 08.10.2013 in Essen statt. Weiterhin werden neben SIMKAS 3D auch die zweit- und drittplatzieren Projekte am Mittwoch, den 09.10.2013 ab 16.00 Uhr im Trend- und Medienforum auf der Fachmesse der 2013 vorgestellt.

Der DVW - Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement e.V. verleiht den Preis dieses Jahr auf der INTERGEO® in Essen. Es soll damit die Aufmerksamkeit auf beispielhafte GIS-Projekte gelenkt und die Zusammenarbeit im Geoinformationswesen gefördert werden.

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