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Innovationsbiographie der erneuerbaren Energien (IBEE)

Projekttitel, Mittelgeber und Laufzeit
Projekttitel
Innovationsbiographie der erneuerbaren Energien – Zentrale Innovationsbedingungen für den weiteren Ausbau der regenerativen Energien
Buchtitel
Erneuerbare Energien in Deutschland – Eine Biographie des Innovationsgeschehens (ISBN: 978-3-7983-2201-1)
Mittelgeber
BMU / PTJ
Laufzeit
11/2006 - 03/2010

Worum geht es?

Der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein wichtiger Pfeiler der angestrebten Energiewende in Deutschland. Im interdisziplinären Forschungsprojekt „Innovationsbiographien erneuerbarer Energien“ wurde der Frage nachgegangen, welche wesentlichen Voraussetzungen und Impulse die erfolgreiche Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland begünstigt haben. In einer interdisziplinären Querschnittsbetrachtung wurde die Innovationsgeschichte der erneuerbaren Energien nachgezeichnet, um treibende Kräfte und Hemmnisse in den jeweiligen Entwicklungsphasen zu identifizieren. Im Zentrum steht die Analyse dynamischer Konstellationen aus gesellschaftlichen, politischen, technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Akteuren und Kontextbedingungen sowie deren wechselseitigen Beziehungen und Wirkungszusammenhängen.

Um den Verlauf der Innovationen in den verschiedenen Sparten der Erneuerbaren Energien aus unterschiedlichen Perspektiven abzubilden, wurde die Konstellationsanalyse angewandt. Ziel war es, die Wirkungen von gezielten Steuerungsaktivitäten in ihrem Zusammenspiel mit anderen treibenden und aktivierenden Kräften aufzuzeigen. Aus den empirischen Befunden wurden Hinweise abgleitet, wie günstige Innovationsbedingungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien im Strom-und Wärmesektor zukünftig geschaffen werden können.

 

Wie wurde die Konstellationsanalyse angewandt?

Das Projekt setzte die bereits im Vorgängerprojekt „Innovationsbiographie der Windenergie“ erstellte Analyse von politischer Steuerung in Entwicklungsprozessen fort. Dieser Ansatz wurde im Projekt IBEE auf sämtliche erneuerbare Energien zur Stromerzeugung (Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft, Geothermie, Biogas) sowie auf die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien übertragen. Die Konstellationsanalyse erfüllte daher im Grundsatz dieselbe Funktion und ihre Anwendung war mit denselben Herausforderungen konfrontiert wie im Vorgängerprojekt.

Kernstück der Analyse war die Kombination zweier methodischer Bausteine: die Konstellationsanalyse wurde mit dem Konzept der Innovationsbiographie verknüpft. Die Einteilung des Innovationsverlaufs in Phasen bildete die grundlegende Heuristik der Konstellationsanalyse. Durch die Phaseneinteilung wurden chronologische Bezugspunkte für die Kartierung der Konstellationen hergestellt. Da eine Konstellation jeweils eine Momentaufnahme darstellt und keine Dynamiken abbilden kann, wurde pro Phase jeweils eine Konstellation erarbeitet. Deren Aneinanderreihung zeigt die phasenbezogenen Veränderungen im Innovationsverlauf. Die Anwendung war durch ein iteratives Vorgehen gekennzeichnet, bei dem immer wieder Rückbezüge zu vorangehenden Arbeitsschritten hergestellt wurden. Mit fortschreitender Projektbearbeitung nahm der Abstraktionsgrad zu.

 

Ergebnisse der Analyse

In einer abschließenden Querschnittsbetrachtung wurden Prozesse identifiziert, die für alle Innovationsbiographien der fünf Erzeugungstechnologien bedeutsam waren. Dennoch weist jede Energiesparte eine individuelle Biographie auf. Mit Hilfe der Konstellationsanalyse konnte die Einzigartigkeit jeder der fünf Innovationsentwicklungen verdeutlicht und ihre Veränderungen im Zeitverlauf nachgezeichnet werden. Entsprechend der Entwicklungsphasen veränderten sich auch die Anforderungen und Ziele von Eingriffen zur politischen Steuerung.

Die Konstellationsanalyse ermöglichte es in diesem Anwendungsfeld, unterschiedliche Prozesse (die Entwicklung der fünf Erzeugungstechnologien) miteinander zu vergleichen. So konnte geprüft werden, ob sich in den Innovationsbiographien typische Phasen, Verlaufsmuster oder Parallelitäten erkennen lassen. Die meisten Biographien gliederten sich in Frühphasen der Entwicklung, Aufbruch, Durchbrüche sowie Expansions- bzw. Boomphasen, mussten aber auch Instabilitäten und Krisen überstehen. Dabei zeigte sich, dass die Innovationsentwicklungsphasen jeweils unterschiedlich lang andauerten. In allen Sparten fanden in einem bestimmten Zeitraum (nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl) bedeutsame Veränderungen statt.

Eine Herausforderung bestand darin, die im Zeitverlauf zunehmend komplexe Struktur der Einflussfaktoren als Konstellation abzubilden. Die Konstellationen müssen dabei einerseits trotz der hohen Komplexität handhabbar bleiben, andererseits die komplexe Realität erfassen. Dies wurde einerseits durch die stilisierte Darstellung der Einflussfaktoren sowie andererseits durch eine Konzentration auf zentrale Ansatzpunkte für steuernde Interventionen ermöglicht. Die Betrachtung des Zusammenspiels heterogener Einflussfaktoren sowie vielfältiger Wechselwirkungen in der Technologieentwicklung mit Hilfe der Konstellationsanalyse ermöglichte es, die Wirkungsweise der eingesetzten Steuerungsinstrumente zu analysieren und Hinweise zur Governance von Innovationsprozessen zu erarbeiten.

 

Bilder der Konstellationsanalyse

Konstellation Phase 5 - Entwicklungsknick 2007 2008
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Konstellation Phase 1 - Pionierphase 1970 bis 1990
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Photovoltaik-Konstellation Phase 3 - Breitentest 1991 bis 1994
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Photovoltaik-Konstellation Phase 1 - Pionierphase 1970 bis 1985
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Photovoltaik-Konstellation Phase 6 - Entwicklungsboom ab 2004
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