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ELaN

Projekttitel, Mittelgeber und Laufzeit
Projekttitel
ELaN – Entwicklung eines integrierten Landmanagements durch nachhaltige Wasser- und Stoffnutzung in Nordostdeutschland
Diskussionspapier
Kröger, Melanie / Rückert-John, Jana / Schäfer, Martina: Wissensintegration im nachhaltigen Landmanagement. Inter- und transdisziplinäre Problembeschreibung im Projektverbund ELaN. (Juli 2012, ISBN 978-3-943679-04-5), Müncheberg.
Mittelgeber
BMBF-Fördermaßnahme Nachhaltiges Landmanagement
Laufzeit
01/2011 - 12/2015
Web
www.elan-bb.de

Worum geht es?

Ausgangspunkt für ELaN ist die bisherige Praxis, gereinigtes Abwasser über Oberflächengewässer abzuleiten, womit es der Landschaft verloren geht. Die These des Verbundprojektes ist, dass gereinigtes Abwasser, das in die Landschaft ausgebracht wird, zu einem nachhaltigen Wasser- und Landmanagement beitragen kann, indem ein zusätzlicher, kostengünstiger Reinigungseffekt erzielt und der regionale Wasserhaushalt an kritischen Stellen punktuell stabilisiert wird und so wertvolle Feuchtgebiete stützt.

Auf den vernässten Flächen ist es möglich, Biomasse zur stofflichen und energetischen Verwertung zu produzieren. Aus den Nährstoffen im Abwasser kann Dünger hergestellt oder aber das nährstoffhaltige geklärte Abwasser direkt wieder der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden. Dabei verwendet ELaN modernste chemische Analytik und ökotoxikologische Wirkungstests für eine fundierte Erfassung des Risikos für die Qualität des Grundwassers und der Böden.

Für ein nachhaltiges Landmanagement, das an die Nutzung von gereinigtem Abwasser anknüpft, werden Möglichkeiten sondiert und analysiert. Diese innovativen Ansätze für ein nachhaltiges Landmanagement werden sozioökonomisch so ausgestaltet, dass sie Eingang in die Praxis der Akteure – von Genehmigungsbehörden über Landnutzer bis hin zu Konsumenten und zum Naturschutz – finden.

 

Wie wurde die Konstellationsanalyse angewandt?

ELaN verfolgt das Ziel, Strategien eines nachhaltigen Wasser- und Landmanagements zu entwickeln. Hierbei kann nicht von dem Problem ausgegangen werden, welches es zu lösen gilt, sondern es ist anzuerkennen, dass bei den unterschiedlichen Akteuren voneinander abweichende Problemwahrnehmungen und -definitionen vorliegen. Die Konstellationsanalyse wird im Projekt ElaN als eine Methode zur Synthese von Wissen verschiedener Disziplinen und der Praxis eingesetzt. Als erster Schritt wurde angestrebt, im Gesamtverbund zu einer gemeinsamen Problembeschreibung als Ausgangspunkt für die Bearbeitung davon abgeleiteter Fragestellungen in den Teilprojekten zu gelangen. Mit diesem Schritt konnten alle an ELaN beteiligten Wissenschaftler/innen in den Prozess der Klärung der Ausgangslage einbezogen werden, so dass die im Antrag vorgenommene Problembeschreibung aktualisiert und ausdifferenziert wurde.

 

Lupe
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Ergebnisse der Analyse

Unsere Analyse legt ein jeweils unterschiedliches Problemverständnis für die beiden in ELaN beforschten Flächentypen offen: Niedermoore im peripheren ländlichen Raum Brandenburgs und Rieselfelder im Umland des Ballungsraums Berlin. Beide Flächentypen weisen eine Reihe von Gemeinsamkeiten – insbesondere bezüglich des rechtlichen Rahmens, der negativen Folgen der derzeitigen Art der Abwasserentsorgung sowie der durch die Infrastruktur geschaffenen Pfadabhängigkeiten – und flächentypspezifische Unterschiede auf. Die Akteure bewegen sich in einem Spannungsfeld aus (wachsenden) Ansprüchen an die Daseinsvorsorge und Abwägungen der Wirtschaftlichkeit. Zudem zeigt sich, dass strukturelle Wissensdefizite bestehen, welche Politik und Verwaltung vor die Herausforderung stellen, dennoch Entscheidungen zu fällen. Entscheidungsträger können keine unmittelbaren Handlungsanleitungen von der Wissenschaft erwarten.

Es ist davon auszugehen, dass Risiken und Problemsichten soziale Konstrukte darstellen, die nicht objektiv gegeben sind. Diese entspringen einer je eigenen Handlungslogik, wie sich im Falle dieses Projektes am Grundkonflikt zwischen effizienzorientierter Landnutzung und ressourcenschonendem Naturschutz zeigt. Im Rahmen der Analyse werden mögliche Anschlüsse und Brücken für die unterschiedlichen Handlungslogiken – insbesondere hinsichtlich einer Wiederverwertung von Abwasser, der Schließung regionaler Stoffkreisläufe, der Neuausrichtung der Infrastruktur sowie einer standortangepassten Landnutzung – aufgezeigt, die im weiteren Verlauf des Projektes ausdifferenziert und weiter bearbeitet werden sollen.

 

 

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