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TU Berlin

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Methode zur integrierten Technikbewertung und -entwicklung

Angesichts der erheblichen Veränderungsprozesse, die mit der fortschreitenden Technisierung zahlreicher Lebensbereiche einhergehen, ist die frühzeitige Einbeziehung von ethischen, rechtlichen, sozialen und ökonomischen Fragestellungen und Anforderungen in Technikentwicklungsprojekte zur allgemeinen Forderung sowie auch häufig zur Voraussetzung für deren öffentliche Förderung in Wissenschaft und Forschung geworden. Aber auch für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Technologieentwickler gewinnt die Betrachtung nicht-technischer Aspekte bei der Entwicklung und Anwendung von Technik zunehmend an Bedeutung, um Fehlentwicklungen und -investitionen zu vermeiden. Die praktische Implementation dieses Anspruchs ist jedoch mit einer Vielzahl an Herausforderungen verbunden. Eine Integration der zahlreichen technischen wie nicht-technischen Aspekte ganz unterschiedlicher Themenbereiche scheitert häufig an der Komplexität der Aufgabe. Es stellt sich also die Frage, wie die heterogenen Anforderungen an die Entwicklungsprozesse so angeschlossen werden können, dass zumindest über zentrale Elemente des Gestaltungsbedarfs kontrolliert und aus einer mehrdimensionalen Perspektive entschieden werden kann.

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Die hier vorgestellte softwarebasierte "Methode zur integrierten Technikbewertung und -entwicklung" begegnet diesen Herausforderungen durch einen netzwerkanalytischen Ansatz. Für prinzipiell jede technische Entwicklung bis hin zu Systemverbünden macht sie ein systematisches (Methoden-)Angebot. Von der sozialen Akzeptanz über den Umweltschutz bis zur technischen Zuverlässigkeit, vom Datenschutz über die Ergonomie bis zur Wirtschaftlichkeit können Bewertungsthemen eingebracht werden, um kritische Aspekte einer technischen Entwicklung zu identifizieren, sofern es sich bei dieser um ein erstes Konzept, um einen Demonstrator oder um eine bereits implementierte Lösung handelt, die durch eine neue ergänzt oder ersetzt werden soll. Die Technologievarianten lassen sich hinsichtlich ihrer Themenkonformität, Gewährleistung, aber auch im Hinblick auf das Konfliktpotenzial vergleichen, das sich erst aus den Zusammenhängen zwischen Anforderungen unterschiedlicher Themen- und Bewertungsbereiche ergibt. Diese analytischen Schwerpunkte werden durch sogenannte Kosten-Nutzen-Konflikt-Analysen ergänzt. Sie ermöglichen es, Konflikte und Kosten respektive Folgekosten aufgrund von Folgekonflikten aufeinander zu beziehen und bei der Kosten-Nutzen-Abwägung einzelner Technologievarianten zu berücksichtigen.

Der Ansatz bietet die Möglichkeit, Anforderungen unterschiedlicher gesellschaftlicher Perspektiven und Themenfelder zu einer oder mehreren Technologievarianten zu erheben und abzufragen. Hierzu sind zunächst die relevanten Bewertungsthemen auszuwählen, wobei der Prozess der Selektion von Themen und damit von Kriterien grundsätzlich offen bleibt. Sämtliche Kriterien werden in einem Netzwerk so verbunden, dass pro Technologievariante und Kontext zwischen ihrer Beantwortung potenzielle Konflikte identifiziert und im Anschluss validiert werden können.

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Jede Konfliktkonstellation, definiert als die Gesamtheit aller mit einem beantworteten Kriterium konfligierenden Antwort, bildet einen „Locus of intervention“, visualisiert in einem Teilnetzwerk. Dieses erlaubt zugleich die Arena aus Akteuren, Institutionen und relevanten technischen und nicht-technischen Elementen zu identifizieren, innerhalb der der angezeigte Konflikt ausgehandelt werden sollte. Dabei können für jeden Konflikt mehrere, unterschiedliche Lösungsvorschläge erarbeitet werden. Das Tool unterstützt diesen Prozess. Es werden Vorschläge gemacht, welche Konfliktkonstellation als erstes bearbeitet werden sollte und welche Folgekonflikte aus einer Lösung wiederum resultieren könnten. Auf diese Weise lässt sich die Konflikthaftigkeit im eine Technologievariante repräsentierenden Gesamtnetzwerk reduzieren. Im Anschluss kann es auf Basis sämtlicher erarbeiteten Lösungsskizzen sowie einer Reihe von Gewichtungsparametern re-konfiguriert werden, um zu einer möglichst optimalen, sowohl themenkonformen wie auch möglichst konfliktreduzierten Gesamtlösung zu gelangen.

Weitere Informationen - 10 Arbeitsschritte zur integrierten Technikbewertung

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