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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

INNOVATE

Projekttitel, Mittelgeber und Laufzeit
Projekttitel
Nachhaltige Nutzung von Stauseen durch innovative Kopplung von aquatischen und terrestrischen Ökosystemfunktionen
Mittelgeber
BMBF – Fördermaßnahme Nachhaltiges Landmanagement
Laufzeit
01/ 2012 – 12/2016
Web
www.innovate.tu-berlin.de 

Worum geht es?

Der Itaparica Staudamm, im São Francisco Fluss des semi-ariden Gebiets des Nordostens von Brasilien gelegen, wurde 1988 fertig gestellt. Die Turbinen zur Wasserkraftgewinnung sind seitdem in Betrieb. Siedlungen und Vegetation sind entsprechend seitdem überschwemmt. Die Wasserqualität des Stausees ist unzureichend, Algenblüten treten auf. Ungefähr 40.000 Anwohner wurden umgesiedelt. Diejenigen, die das Gebiet ganz verlassen haben, erhielten einmalige Kompensationszahlungen. Andere wurden in neue Städte oder in neu geschaffene Siedlungen mit kleinbäuerlicher Bewässerungslandwirtschaft umgesiedelt. Einige dieser Bewässerungsprojekte wurden auf wenig geeigneten Böden ohne oder mit unzureichender Drainage aufgebaut. Auch für die Fischerei stellt der Stausee sehr veränderte Rahmenbedingungen dar.

Das INNOVATE Projekt bearbeitet die nachhaltige Nutzung eines Wassereinzugsgebiets und die Folgenbewältigung nach dem Bau von Wasserkraftwerken, beispielhaft dargestellt für den São Francisco Fluss bzw. Itaparica Stausee im Speziellen. Maßnahmen zur Verringerung des Nährstoffgehalts des Stausees werden limnologisch und ökonomisch bewertet. Das Grüne Leber System wird zur Aufbereitung verunreinigten Stauseewassers weiter entwickelt. Der Einsatz von See-Sediment und Biokohle auf die Fruchtbarkeit der Böden in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft wird getestet und einer ökonomischen Analyse unterzogen. Einflüsse auf die aquatische und terrestrische Biodiversität und das C-Sequestrierungspotenzial werden untersucht. Die Hydrologie und Änderungen der Landnutzung werden modelliert und Handlungsempfehlungen für ein nachhaltiges Wasser- und Landmanagement auf Basis der Konstellationsanalyse entwickelt.

 

Wie wird die Konstellationsanalyse angewandt?

Basierend auf der Konstellationsanalyse wird ein System zur Entscheidungsunterstützung entwickelt. Unter Einbezug relevanter Interessengruppen wird der Ist-Zustand mit den Konstellationen der zu testenden Innovationen verglichen. In einem ersten Schritt wird mit deutschen und brasilianischen Wissenschaftlern des Verbundprojekts gearbeitet, bevor dann mit Stakeholdern die Konstellationen verifiziert und verfeinert werden. Die ersten Konstellationen des Istzustands im Stauseegebiet auf der Seite des Bundesstaates Pernambuco stellen die Landnutzung, das Management von Land, die Wassernutzung und das Management der Wasserressourcen dar. Aufbauend auf lokalen, experimentellen Arbeiten in weiteren Teilprojekten, werden anschließend Konstellationen innovativer Land- und Wassernutzung entwickelt, sowie die Situation des gesamten Wassereinzugsgebietes des São Francisco Flusses bewertet. Daraus werden Schlüsse für zielorientiertes, verantwortliches Handeln und dessen förderlichen bzw. hemmenden institutionellen und technisch-rechtlichen Rahmenbedingungen abgeleitet. Dies bezieht Akteure und Themen auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlicher Zielrichtung ein.

 

Ziel der Untersuchung

Das Hauptziel des Projekts besteht in der Entwicklung einer innovativen Kopplung von Materialflüssen, welche auf drei Ebenen (makro, meso und lokal) und eingebettet in die Gesellschaft bewertet werden. Die Untersuchungsregion umfasst den Wassereinzugsbereich des São Francisco Flusses bis zum Itaparica Staudamm. Empirische Feldforschung findet unter kleinbäuerlichen Bedingungen und im Fischereisektor im näheren Stauseegebiet statt. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Wassereinzugsgebiete wird herausgearbeitet.

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