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TU Berlin

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ReUse-Computer

Projekttitel, Mittelgeber und Laufzeit
Projekttitel
Regionale Netze zur Wieder- und Weiterverwendung elektronischer Geräte (ReUse-Computer)
Buchtitel
Becker, Frank; Endler, Wolfgang; Lorenz-Meyer, Verena: ReUse-Computer – Ein Beitrag zur Entschleunigung der Ökonomie (ISBN: 978-3-936581-98-0)
Mittelgeber
BMBF
Laufzeit
07/2001 – 06/2005
Web
www.zewk.tu-berlin.de/v-menue/kooperation_wissenschaftgesellschaft/kubus/projekte_veranstaltungen/

Worum geht es?

Computermodelle und -bauteile haben eine sehr kurze Halbwertszeit. Qualitätsmängel werden oft billigend in Kauf genommen. Wirtschaftliche Gründe scheinen ursächlich für die Kurzlebigkeit der Produkte.

ReUse-Computer war ein Projekt zur Wieder- und Weiterverwertung von Computern, das Unternehmen, HerstellerInnen, HändlerInnen und DienstleisterInnen einbezog. Die Erfahrungen der inzwischen etablierten Netzwerke sind auf andere Regionen, Produkte oder Branchen übertragbar. ReUse-Computer leistet über die längere Nutzungsdauer von EDV-Technik einen Beitrag zur Umweltentlastung sowie zu Theorie und Praxis von Netzwerkkooperationen.

 

Wie wurde die Konstellationsanalyse angewandt?

Im ReUse-Netzwerk haben sich Unternehmen und ein Forschungsprojekt zusammengeschlossen, um langfristigen ökonomischen und sozialen Mehrwert zu generieren. Die Konstellationsanalyse wurde zur Etablierung einer dauerhaften Kooperation und Strategieentwicklung für die am Wiederverwertungskreislauf beteiligten Akteure genutzt. Diese vertreten teilweise konkurrierende Interessen und Ansichten, was die Entwicklung tragfähiger Strategien erschwert. Weiterhin gestaltet sich die Zusammenarbeit in Netzwerken durch deren Einbettung in gesetzliche Vorschriften, Kompetenzen und unterschiedliche Handlungslogiken kompliziert.

Die Konstellationsanalyse ermöglichte hier die analytische und gestalterische Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachexpertisen auf gleichberechtigter Ebene, um eine von vorneherein instabile und unausgewogene Grundlage für die Strategieentwicklung zu vermeiden und das Netzwerk in eine wünschenswerte Richtung weiterzuentwickeln und es nach Abschluss des Forschungsprojekts stabil zu halten.

Die „normale“ PC-Verwendung wurde als die dominante Konstellation kartiert, weil sie das Verhalten der meisten NutzerInnen prägt. Software- und Hardwareentwicklung beschleunigen sich wechselseitig. Diese dominante Konstellation ist der Ausgangspunkt des ReUse-Netzwerks. Darauf basierend wurde eine „ReUse-Konstellation“ entworfen, mit der die PC-Verwendung ressourcenschonender gestaltet werden soll. Um dieser alternativen Konstellation zum Durchbruch zu verhelfen, ist eine proaktive Beratung erforderlich, weil andernfalls routinemäßig auf die dominante Konstellation zurückgegriffen wird. Kritisch wurde vor allem die Tatsache gesehen, dass das Forschungsteam zum Ende der Projektlaufzeit aus der Konstellation herausfällt. Die zentrale Rolle des Forschungsteams konnte teilweise durch die Gründung eines Vereins kompensiert werden, der einige der Aufgaben des Forschungsprojekts übernahm.


Ergebnisse der Analyse

Zentraler Vorteil der Konstellationsanalyse in diesem Beispiel der Strategieentwicklung ist die gemeinsame Problemsicht trotz unterschiedlicher fachlicher Perspektiven. Dies ist Voraussetzung für gemeinsam getragene Lösungen. Unterschiedliches Wissen und Erfahrungen für die Problemlösung können integriert, und verdeckte Widersprüche und Gegensätze ans Licht gebracht werden. Durch den bausteinartigen Aufbau der Konstellationsanalyse (Elemente und Beziehungen, Teilkonstellationen, Gesamtkonstellation) können heterogene Elemente gleichrangig eingebracht und aufeinander bezogen werden, ohne dass eine Disziplin Vorrang beansprucht und damit ihr “unbekannten” Elementen und Strukturen automatisch Nebenrollen zuweist.

Die Konstellationsanalyse konnte im Rahmen der Strategieentwicklung dazu beitragen, die für das Fortbestehen des ReUse-Netzwerks unabdingbare Funktionen herauszustellen. Zudem wurde mit der Konstellationsanalyse herausgearbeitet, dass für die ökonomische Stabilisierung das Geschäftsfeld in Richtung gewerblicher Großkunden bzw. Organisationen verschoben werden sollte. Weitere Analyseergebnisse betrafen die Stabilisierung durch eine stärkere Standardisierung der ReUse-Produkte, um die individuellen Kosten gering zu halten. Der geringe Einfluss normativer Elemente (Gesetzgebung) auf die Konstellation deutet auf eine Unterregulierung des Bereichs hin.

 

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