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Die Methode der Konstellationsanalyse

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Was ist die Konstellationsanalyse?
Die Konstellationsanalyse ist ein interdisziplinäres Brückenkonzept für die Nachhaltigkeits-, Technik- und Innovationsforschung. Eine Grundannahme ist, dass in modernen Gesellschaften technische, natürliche und soziale Entwicklungen eng miteinander verflochten sind. Diese Verflechtungen gilt es zu berücksichtigen, um die Entwicklungen analysieren und beeinflussen zu können. Als Konstellation werden eng miteinander verknüpfte und als zusammenhängend betrachtete soziale, technische und natürliche Aspekte bezeichnet. Konstellationen weisen ein gewisses Maß an Ordnung auf und verfügen über Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen den sie prägenden Elementen. Aus ganz unterschiedlichen Elementen bilden sich zusammenhängende Bündel, die charakteristisch sind für viele Probleme, die in der Wissenschaft und der Alltagswelt als drängend wahrgenommen werden. Merkmal solcher Konstellationen ist, dass sie aus unterschiedlichen Perspektiven analysiert werden können, um ihrer Vielfalt und Heterogenität gerecht zu werden. Die Konstellationsanalyse wurde am ZTG als Handwerkszeug für die interdisziplinäre Zusammenarbeit konzipiert.

 

Die Konstellationen setzen sich aus vier Elementetypen zusammen:

  • Soziale Akteure (z.B. Personen oder Gruppen von Akteuren)
  • Natürliche Elemente (z.B. Luft, Wasser, Landschaft),
  • Technische Elemente (z.B. Hardware, Kraftwerke, Infrastruktur)
  • Zeichenelemente (z.B. Normen, Gesetze, Leitbilder).

Konzeptionelle Kernpunkte der Konstellationsanalyse sind die Gleichrangigkeit dieser heterogenen Elemente und die Fokussierung auf die Beziehungen zwischen den Elementen. Methodische Prinzipien der Konstellationsanalyse sind eine allgemeinverständliche Sprache, die grafische Veranschaulichung der Konstellationen und der diskursive Charakter der Analyse.

 

Wer nutzt die Konstellationsanalyse?
Die Konstellationsanalyse ist für interdisziplinär arbeitende WissenschaftlerInnen sowie ggf. deren Kooperationspartner in der Praxis konzipiert. Die Konstellationsanalyse ist keiner speziellen wissenschaftlichen Theorie oder Disziplin zuzuordnen, sondern soll vor allem den problembezogenen Dialog verschiedener Disziplinen befördern.

Es geht darum, verschiedene Untersuchungszugänge, Datenbestände und Wissensformen zu bündeln, um ein Bild der jeweiligen Konstellation herauszuarbeiten, das möglichst von allen Sichtweisen geteilt wird. Sowohl die verschiedenen Perspektiven von Wissenschaftsdisziplinen als auch Perspektiven unterschiedlicher sozialer Akteursgruppen können konstruktiv zusammengeführt werden. Sie findet somit auch in transdisziplinären Prozessen Anwendung.

 

Wozu dient die Konstellationsanalyse?
Die Konstellationsanalyse kann verschiedene Zwecke erfüllen: sie kann zum Beispiel zur Analyse und Beschreibung komplexer Untersuchungsgegenstände genutzt werden, zur Strukturierung von Problemfeldern oder Diskursen, zur Integration unterschiedlicher Wissensbestände und zur Strategie- oder Projektentwicklung.  Sie hilft, unterschiedliche Problemsichten, Wissensbestände und Lösungsansätze aufeinander zu beziehen und dient so der inter- und transdisziplinären Verständigung. Sie soll einer Forschung nützlich sein, die ihre Fragestellungen nicht aus rein wissenschaftlichem Erkenntnisinteresse heraus entwickelt, sondern zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen beitragen will. Sie ist unserer Einschätzung nach besonders geeignet für Fragestellungen der Nachhaltigkeits-, Technik- und Innovationsforschung, deren Gegenstandsbereiche oft als Konstellationen aufgefasst werden können.

 

Wie führt man eine Konstellationsanalyse durch?
Die Durchführung der Konstellationsanalyse erfolgt in drei idealtypischen Arbeitsschritten:

Als erstes kartiert man die Konstellation, indem man die wichtigsten Elemente identifiziert und sie entsprechend ihrer Beziehungen zueinander räumlich anordnet. Diese „Kartierung“ erfolgt mittels farbiger Karteikarten auf Tafeln oder Pinnwänden. Es werden verschiedene, festgelegte Symbole sowohl für die Darstellung der Elemente als auch für die Darstellung der Relationen zwischen den Elementen verwendet (vgl. Downloads/Grafikelemente [2]).

In einem zweiten Schritt analysiert und interpretiert man die Funktionsprinzipien und Charakteristika der Konstellation. In einem dritten Schritt untersucht man, welche Dynamiken in der Konstellation wirken. Diese drei Schritte sind grundlegend für jede Konstellationsanalyse. Darauf aufbauend kann verschiedenen Fragestellungen nachgegangen werden. Im Handbuch Konstellationsanalyse werden für jeden Anwendungsbereich Checklisten für die Durchführung der Arbeitsschritte angeboten (vgl. Downloads/Grafikelemente [3]).

Methodisch beruht die Konstellationsanalyse somit auf der Visualisierung der zu untersuchenden Konstellationen. Die grafischen Darstellungen bilden den Ausgangspunkt, um Expertisen aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und der außerwissenschaftlichen Praxis aufeinander zu beziehen. Sie leiten den inter- und transdisziplinären Aushandlungsprozess um die „beste“ – d.h. konsensfähigste – Abbildung der Realität. Die grafischen Darstellungen reduzieren Komplexität und sind auf das Wesentliche konzentriert. Diese werden ergänzt um sprachliche Erläuterungen, die eine differenzierte Analyse der Konstellation ermöglichen.

 

Woher kommt die Konstellationsanalyse?
Die Konstellationsanalyse wurde von den fünf Autorinnen und Autoren des „Handbuchs Konstellationsanalyse“ konzeptionell entwickelt und methodisch ausgearbeitet. Sie arbeiten am Zentrum Technik und Gesellschaft [4] der TU Berlin [5] sowie am inter 3 Institut für Ressourcenmanagement [6] in inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten.

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