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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Modellierung von Benutzerverhalten zur Usability-Evaluierung von Sprachdialogdiensten mit Hilfe von techniksoziologisch ermittelten Regeln

Projektteam

Förderung durch

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit

Januar 2010 - Juni 2011 (mit Option auf zweite Projektphase)

Projektbeschreibung

Zusammenfassung

Auf Grundlage techniksoziologisch ermittelter Regeln soll eine Forschungsplattform grundsätzlich verbessert werden, mit deren Hilfe der Umgang mit Sprachdialogdiensten regelbasiert simuliert und automatisch evaluiert werden kann.

Im Rahmen des Projekts werden bestimmte Regeln des Nutzerverhaltens, die bisher aus vagem Expertenwissen abgeleitet wurden, durch qualitative Beobachtungsdaten und die Rekonstruktion von typischen Nutzungspraktiken auf eine neue empirische Basis gestellt. Dadurch sollen wahrscheinliche Nutzungsprobleme in Simulationsläufen identifizierbar werden sowie der bestehende Modellierungsansatz mit Hilfe einer Kartierung, Typisierung und Formalisierung von typischen Nutzungspraktiken iterativ erweitert werden.

Neben dieser interdisziplinären Fragestellung werden in dem Vorhaben für die beiden beteiligten Fächer, Usability-Forschung und Techniksoziologie, Erkenntnisse gewonnen, die über den prototypischen Anwendungsfall hinaus reichen: Aus Sicht der Informatik und Usability-Forschung wird die Tragfähigkeit dieses neuartigen Ansatzes zur generellen Beschreibung von Nutzerverhalten und insbesondere von Nutzungsproblemen konkret getestet, als Alternative zu Ansätzen, die die Komplexität von individuellem Nutzerverhalten zu erfassen versuchen. Für die techniksoziologische Forschung stellt die Typisierung und Formalisierung von Nutzungspraktiken eine methodische Weiterentwicklung praxissoziologischer Ansätze dar. Dadurch wird ein zentrales Forschungsdesiderat der techniksoziologischen Forschung angesprochen und methodisch operationalisiert, und zudem der Weg zu einer "konstruktiven", d.h. auf die prinzipielle Lösung von Designproblemen ausgerichteten, Techniksoziologie exemplarisch aufgezeigt.

Methodisches Vorgehen

Der beschriebene Ansatz wird zunächst auf ein begrenztes, aber kommunikationswissenschaftlich interessantes System (Sprachdialogsystem) in einer begrenzten Nutzungsdomäne (Smart-Home-Bereich) angewandt. Hierzu wird ein experimentelles System in einer Wohnzimmerumgebung eingerichtet, in der Probanden mittels Sprache verschiedene  Hausgeräte (Lampen, Rollos, Fernseher, Videorekorder, Anrufbeantworter) bedienen können.

Die resultierenden Interaktivitätssequenzen werden mittels Video, technischer Protokolle und Beobachtungsdaten erfasst. Auf Basis der techniksoziologischen Beobachtung und qualitativen Auswertung dieser Sequenzen sowie direkt im Anschluss des Experiments durchgeführten Leitfadeninterviews werden verschiedene Nutzungspraktiken rekonstruiert und typisiert. Dies wird in Beziehung gesetzt zu der Identifikation von objektiven und subjektiven Benutzungsproblemen auf Seiten der Usability-Forschung, welches zum einen beobachtbare Probleme, die der Benutzer in der aktuellen Benutzungssituation mit dem System hat zeigt, zum anderen Probleme, die im Nachhinein vom Benutzer berichtet werden, umfasst.

Publikationen

  • Julian Stubbe/Mandy Töppel (Hrsg.): Muster und Verläufe der Mensch-Technik-Interaktivität. TUTS-working papers 2-2012, TU Berlin 2012.
  • Katharina Oehme: Rahmen und Routinen der Techniknutzung.Was kann man aus Experimenten über alltägliche Techniknutzung lernen? TUTS-wp-5-2012, TU Berlin 2012.

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