direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Berliner Polizeistudie: eine diskriminierungskritische und qualitative Untersuchung ausgewählter Dienstbereiche der Polizei Berlin

Projektleitung

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen / Projektbearbeitung

Förderung durch

Gefördert durch die Landeskommission Berlin gegen Gewalt der Senatsverwaltung für Inneres und Sport

Laufzeit

Juni 2021 – Mai 2022

Projektbeschreibung

Die „diskriminierungskritische und qualitative Untersuchung ausgewählter Dienstbereiche der Polizei Berlin„ erfolgt praxisnah und bewegt sich in zwei Spannungsfeldern: Erstens nimmt sie sowohl die Perspektive ausgewählter Dienstbereiche der Polizei als auch die der potentiell von Diskriminierung und Rassismus Betroffenen in den Blick und zweitens die mehr oder weniger formalisierten Strukturen und Gestaltungsspielräume innerhalb der Institution Polizei.

Rassismus wird dabei begriffen als ein gesellschaftlich eingelassenes, gesellschaftlich verankertes und legitimierendes Interpretations- und Wissensreservoir, das in das ‚normale’ gesellschaftliche Funktionieren eingelassen ist. Insofern ist letztlich jede*r immer schon mit dem Phänomen des Rassismus konfrontiert und sind alle damit entsprechend auch aufgewachsen. So ist die*der Einzelne, sind jeweilige Organisationen und schließlich eine gesamte Gesellschaft herausgefordert, sich damit fortlaufend auseinanderzusetzen und innerhalb des jeweiligen sozialen Feldes zu positionieren und Stellung zu beziehen. Dies spiegelt sich auch in der öffentlichen Diskussion wider.

Im Hinblick auf die Institution Polizei besteht dabei insbesondere und nicht zuletzt vor dem verfassungsrechtlichen Hintergrund die konkrete gesellschaftliche Erwartung, dass hier Beobachten, Kategorisieren und Handeln unabhängig von Formen der Diskriminierung und rassistischen Zuschreibungen erfolgen, d.h. ohne Benachteiligung oder Herabsetzung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen oder einzelner Personen.

Die Studie verfolgt vor diesem Hintergrund drei Untersuchungsziele, die analysiert werden sollen:

  1. die Wahrnehmung der Polizei durch von Rassismus und Diskriminierung betroffene Personengruppen,
  2. die Mechanismen im polizeilichen Alltag und Gelegenheitsstrukturen in polizeilich-institutionellen Prozessen in Bezug auf Rassismus und Diskriminierung in ausgewählten Dienstbereichen sowie
  3. die innerorganisatorische Diskriminierung, die personelle Zusammensetzung, Aufstiegs-/Karrieremöglichkeiten, vorhandene Kapazitäten und Ressourcen.

Aufgrund von Expert*innen Interviews mit Vertreter*innen von Verbänden, die für Menschen arbeiten, die von Rassismus und Diskriminierung, u.a. seitens der Polizei, betroffen sind und von Gesprächen mit Polizeivertreter*innen, die zu diesem Thema arbeiten, werden zu Beginn der Studie Zielgruppen sowie polizeiliche Phänomenbereiche gemeinsam eingegrenzt und festgelegt. Angesichts der begrenzten Zeit und Ausstattung ist zu entscheiden, welche jeweils genauer exemplarisch in den Blick genommen werden sollen.

Im Rahmen des polizeilichen Arbeitsalltages nimmt die Untersuchung dann zwei Schwerpunkte in den ausgewählten Dienstbereichen in den Blick: zum einen die Mechanismen, die polizeiliche Grenzüberschreitungen und Gewaltanwendungen befördern können und zum anderen die Praktiken und Ansätzen, die dazu beitragen können, gegenseitiges Verständnis zu stärken. Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt und werden im Zuge der Untersuchung sukzessive ergänzt:

  • Wie wird Verdacht im Kontext der ausgewählten Phänomenenbereiche konstruiert? Welchen Deutungsmustern wird gefolgt? Welche sind notwendig und hilfreich? Welche sind kontraproduktiv? Wie wird mit diesem Spannungsfeld umgegangen?
  • Inwiefern sind diese formalisiert? Welche Bedeutung haben interpretative Freiräume für die Erreichung von Einsatzzielen?  
  • Wie sehen die Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastungen in den ausgewählten Phänomenenbereichen aus? Wie wird oder ist Diskriminierung und Rassismus ein Thema - mit dem man entweder selbst konfrontiert ist oder in dem man sich in Grenzsituation gezwungenermaßen bewegt?
  • Wie wird das Thema intern sowie extern adressiert und bearbeitet und inwiefern kommt es hier zum Austausch zwischen unterschiedlichen Perspektiven?

Die methodische Vorgehensweise umfasst dabei:

  • themenzentrierte Expert*innen-Interviews (Aufnahmen und Transkription)
  • ethnografisch soziologisches Vorgehen

         - teilnehmende Beobachtungen (Feldprotokolle)
         - themenorientierte Gespräche im polizeilichen Arbeitsalltag (Protokolle)
         - Sammeln von dokumentarischem Material, Dokumentenanalysen

  • Fokusgruppen
  • Auswertungen
  • Abschluss World Café.

Auf Grundlage der so gewonnenen Erkenntnisse sollen schließlich tragfähige Interventions-und Handlungskonzepte für Aus- und Fortbildung sowie Modellentwicklungen erarbeitet werden, die es ermöglichen frühzeitig Formen von Diskriminierungen zu erkennen und transparent zu machen.

Die Veröffentlichung des Berichts ist in einer Kurz- und Langfassung im September 2022 vorgesehen.

 

 

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Sekretariat

Zentrum Technik und Gesellschaft
Sekr. KAI 3-2
Kaiserin-Augusta-Allee 104
D - 10553 Berlin
Tel.: +49 (0)30 314-23665
Fax: +49 (0)30 314-12323665