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Lang lebe Technik! Forschende suchen alte funktionsfähige Geräte mit Geschichte

Montag, 22. November 2021

Das fünf Jahre alte Smartphone, die elektrische Kaffee-Mühle aus den 1970ern oder der Föhn der Großmutter: Viele elektronische Geräte sind verlässliche Begleiter an unserer Seite für eine lange Zeit. Genau nach diesen Geräten mit Geschichte sucht eine Forschungsgruppe vom Fraunhofer IZM und der TU Berlin in Kooperation mit den Verbraucherzentralen Hamburg und Nordrhein-Westfalen bis Ende des Jahres. Auf der Webseite langlebetechnik.de werden Interessierte darüber informiert, was sie tun können, damit Technik lange funktioniert.

„Reparatur ist heutzutage eine Ausnahme“, sagt Prof. Dr. Melanie Jaeger-Erben, Leiterin der Forschungsgruppe „Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit“. „Unsere Umfragen zeigen, dass 71 Prozent der Waschmaschinen-Benutzer*innen und 86 Prozent der Smartphone-Nutzer*innen ihr Gerät noch nie zur Reparatur gebracht haben.“ Parallel dazu wird in der Öffentlichkeit ambivalent diskutiert, ob mit den von Handel und Herstellern regelmäßig beworbenen „noch besseren“ Produktinnovationen tatsächlich ein Mehrwert für den alltäglichen Gebrauch verbunden ist.

„Alte Technik hat häufig sogar Vorzüge. Rückmeldungen von Verbraucher*innen verdeutlichen uns, dass bei einigen Gerätearten alte Modelle robuster sind als neue und sich leichter reparieren lassen, da sie weniger komplex und leichter zu öffnen sind“, sagt Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg. Was erleben Menschen noch mit ihren alten Geräten? Die Kooperationspartner suchen alte Haushalts- sowie Informations- und Kommunikationsgeräte, die sich bewährt haben und die den Nutzenden über die Jahre hinweg vertraut geworden sind – kurz: Geräte mit Geschichte.

So kann ich mitmachen
Passend zur Woche der Abfallvermeidung startet die Mitmach-Aktion „Lang lebe Technik!“ am 20. November und endet vor Weihnachten am 23. Dezember. Erfahrungen mit einem elektronischen Gerät, welches schon lange regelmäßig genutzt wird und treu seinen Dienst verrichtet, können auf der Projektwebseite https://langlebetechnik.de/Aktion.html  eintragen werden. Teilnehmer*innen können Fotos teilen und berichten, was sie an ihrem Gerät schätzen und was ihre Tricks sind, um die Funktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Unter dem Hashtag #LanglebeTechnik können Fotos und Kurzbeschreibungen auch über Social Media (Facebook, Instagram und Twitter) geteilt werden. Alle Geschichten sind auf der Projektwebseite einsehbar.

Mit dem Sammeln und Präsentieren der Geschichten zu langlebigen Geräten in der Vorweihnachtszeit möchten die Kooperationspartner dazu inspirieren, alte Geräte wertzuschätzen und den eventuell anstehenden vorzeitigen Austausch zu überdenken.

Durch die Reflexion des Umgangs mit Technik soll das für die Kreislaufwirtschaft wichtige Thema der langen Nutzungsdauer anschaulich für Nutzende zugänglich gemacht werden. Auf der Website informiert die Forschungsgruppe rund um das Thema kurze und lange Lebensdauern von elektronischen Geräten. Interessierte erhalten durch Beispiele sowie anschaulich erläuterte Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Perspektiven Einblicke in die Vielschichtigkeit des Themas. Das Anliegen ist es, den Interessierten ein systemisches Verständnis davon zu vermitteln, wie technische, rechtliche, kulturelle und soziale Bedingungen dazu beitragen, dass die Nutzungsdauer von elektronischen Geräten zustande kommt.

Über die Kooperationspartner

Die Kampagne ist eine Kooperation der Forschungsgruppe „Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit – Ursachen und Alternativen“ mit den Landesverbänden der Verbraucherzentralen Hamburg und Nordrhein-Westfalen. 
Die Forschungsgruppe untersucht seit 2016 die Lebens- bzw. Nutzungsdauern von Elektronikgeräten. Das Team besteht aus Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Wirtschafts-, Rechts-, Ingenieurs- sowie Sozialwissenschaften. Die Forschungsgruppe ist ein Verbundprojekt zwischen dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM und der Technischen Universität Berlin. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Nachwuchsförderung Sozial-ökologische Forschung von 2016 bis 2022.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wird am 29. November zur Kampagne aufrufen.

 

 


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